Der Mensch ist quasi zum Klettern geboren und schon immer auf Bäume und Felsen geklettert. Auch Kinder klettern quasi von selbst und haben Spaß daran. Die optimalen Voraussetzungen also, um mit Kindern klettern zu gehen, zumal Klettern eine sehr familienfreundliche Sportart ist.

Damit die natürliche Begeisterung und Freude nicht schnell wieder verfliegen, haben wir ein paar Tipps zum Klettern mit Kindern zusammengestellt:

Zum Anfangen ist es egal, ob ihr in die Halle oder an den Felsen geht. Für den Start am Felsen ist es wichtig, einen kinderfreundlichen Klettergarten auszuwählen. Solche Klettergärten zeichnen sich durch einen kurzen Zustieg, kein Absturzgelände am Einstieg, geringe Steinschlaggefahr und viele einfache Routen aus.

Perfekt dafür geeignet sind z.B. die Klettergärten Oberried, Tumpen oder Oetz im Ötztal. Hier gibt es nicht nur einen sehr kinderfreundlichen Einstiegsbereich – in Tumpen und Oberried sogar mit einem Spielplatz –, sondern auch eine große Auswahl an einfachen Routen. Weitere familienfreundliche Klettergärten findet ihr außerdem im Beitrag „Die besten 5 Spots für kletternde Familien“ von Simon Schöpf.

Klettern mit Kindern - am Fels, Foto: Matthias Bader | Climbers Paradise
Kinder darf man gerade am Anfang nicht überfordern. Der Spaß am Klettern sollte im Vordergrund stehen, Foto: Matthias Bader

Die richtige Ausrüstung für Kinder

Jeder kennt das: mit den zu kleinen oder zu großen Skischuhen macht es keinen Spaß.

Dasselbe gilt fürs Klettern. Gerade bei Kindern ist es wichtig, dass die Ausrüstung zu ihrer Körpergröße passt. Eine zu große oder zu kleine Ausrüstung, z.B. Klettergurt, ist nicht nur unbequem, sondern kann auch sehr gefährlich werden. Immerhin hängt das eigene Leben bzw. das der Kinder an der Ausrüstung. Im Artikel Kletterausrüstung für Kinder findet ihr ein paar praktische Tipps, wie diese beschaffen sein sollte.

Spaß am Klettern

Damit Kinder langfristig Spaß am Klettern haben, ist es wichtig, dass sie erst einmal eine gute Zeit haben. Auf keinen Fall sollen sie überfordert oder zu irgendetwas gedrängt werden. Wie viel, wie schwer und was sie geklettert sind, ist sekundär. Das Schaukeln am eingehängten Toprope-Seil ist für sie meist das größere Erlebnis, als das Top zu erreichen.

Falscher Ehrgeiz der Eltern hat gerade bei Kindern leider schon zu oft das Gegenteil bewirkt. Kinder brauchen Zeit. Das Erlebnis, die gute Zeit draußen am Felsen oder in der Halle soll auf jeden Fall im Vordergrund stehen. Der sportliche Ehrgeiz kommt dann (meist) von ganz allein.

Gleichgesinnte treffen

Es gibt viele kletternde Familien oder Kinder, die klettern. Unter Gleichgesinnten ist es viel einfacher. Die Kinder können spielen, pushen sich gegenseitig und auch die Eltern kommen mal zum Klettern. Ebenso kann man sich mit der Ausrüstung zusammentun, was ja auch ein wichtiger Faktor ist.

Klettern mit Kindern - Bouldern, Foto: Matthias Bader | Climbers Paradise
Klettern mit Kindern in herrlicher Bergnatur wird zu einem wunderbaren Ausflug für die ganze Familie, Foto: Matthias Bader

Mit Kindern in der Kletterhalle

Geht man mit Kindern in die Kletterhalle, gilt im Prinzip dasselbe. Darüber hinaus gilt es allerdings die Hallenregeln zu lesen und einzuhalten. Kletterhallen sind Sportstätten und keine Kinderspielplätze. Insbesondere der Boulderbereich ist kein Spielplatz und gerade hier kommt es oft zu sehr gefährlichen Situationen mit herumrennenden Kindern.

Oft haben Kletterhallen einen eigenen Kinderbereich. Der perfekte Ort, um die ersten Schritte in der Vertikale zu wagen. Kindertaugliche Boulder, kindergerechte Griffe und manchmal sogar eine Rutsche lassen Kinderaugen leuchten. 

Resümee

Klettern ist die natürlichste Sache der Welt. Das Wichtigste ist, den Kindern Zeit zu geben. Auf keinen Fall darf man sie zu etwas drängen. Jeder hat am Anfang Angst und Respekt vor der Höhe, vor dem Absturz – und das ist auch wichtig.

Mit etwas Anleitung, der richtigen Ausrüstung und dem richtigen Umfeld ist das Klettern aber der perfekte Sport für die ganze Familie.