Klettern an der Zwerchwand im Tannheimer Tal. Foto: Simon Schöpf
Klettern im Tannheimer Tal, Foto: TVB Tannheimer Tal, Wolfgang Ehn

3 beliebte Mehrseillängen-Gebiete für den Herbst

Zum großen Saisonfinale haben wir mal nachgeschaut, welche Climbers-Paradise-Regionen euch am meisten interessiert haben. Welche Mehrseillängengebiete in diesem Sommer bei euch besonders gefragt waren. Unser Ergebnis: Ihr wart fleißig unterwegs, in ganz Tirol. Von A wie Achensee bis W wie Wilder Kaiser. Entsprechend haben wir für Euch drei Regionen aus den Favoriten herausgepickt, die jetzt im Spätherbst noch lohnende Ziele darstellen. Unsere Kriterien bei der Auswahl der Mehrseillängen: Geringe Zu- und Abstiege und überschaubare Klettermeter, damit ihr auch nach der Zeitumstellung noch bei Tageslicht zurück ins Tal kommen könnt.

Wer bekommt vom Kletter-Sommer nicht genug?

Eine fulminante Klettersaison neigt sich dem Ende zu. Der Sommer erschien in diesem Jahr endlos, startete er doch mit einem Paukenschlag im April und bescherte uns bis weit in den Oktober hinein warmes und zu weiten Teilen beständiges Wetter. Ein echter Nordwand-Sommer bei dem man endlich mal viele lohnende Mehrseillängenrouten und auch hohe Wände wagen konnte. Für alle die noch nicht genug haben, oder sich würdig von diesem grandiosen Bergsommer verabschieden wollen, haben wir drei beliebte Regionen aus dem Climbers-Paradise-Portfolio ausgesucht, bei denen ihr noch vor dem ersten Schneefall Mehrseillängen abspulen könnt. Unsere drei Regionen stehen natürlich exemplarisch für das vielfältige Angebot – quasi, ein kleiner Appetizer, der zum digitalen Stöbern einladen soll.

1. Mehrseillängen im Tannheimer Tal

Die Mehrseillängenrouten im Tannheimer Tal – Rote Flüh und Gimpel – klingende Bergnamen, die Mehrseillängen-Herzen ein paar Takte höherschlagen lassen. Und auch wenn das Gimpelhaus mittlerweile geschlossen hat, ergeben sich an diesen beiden Paradegipfeln noch einige lohnende Touren im Spätherbst. Der Zustieg von Nesselwängle bis zum Gimpelhaus ist mit einer Stunde überschaubar – der weitere Zustieg mit 40 Minuten zum Beispiel an den Einstieg des Klassikers „Wirklich oben bist du nie“ ist gut vertretbar. Mit 6 Seillängen und 160 Metern ist die Tour überschaubar.

Tannheimer Tal, Foto: TVB Tannheimer Tal, Achim Meurer | Climbers Paradise
Tannheimer Tal, Foto: TVB Tannheimer Tal, Achim Meurer

Warum sich der Zustieg besonders lohnt, wenn Bahn und Hütte schon geschlossen haben? Nun, während es an schönen Sommertagen schon mal zu etwas Gedränge in der Wand kommen kann, hat man jetzt gute Chancen die Tour für sich genießen zu können – samt Traum-Panorama. Die Abstiegszeit sollte in die Tourenplanung mit einkalkulieren werden. Eine Stirnlampe im Rucksack darf nicht fehlen.

Klettern an der Zwerchwand im Tannheimer Tal. Foto: Simon Schöpf
Klettern an der Zwerchwand im Tannheimer Tal. Foto: Simon Schöpf
Klettern an der Zwerchwand im Tannheimer Tal. Foto: Simon Schöpf
Klettern an der Zwerchwand im Tannheimer Tal. Foto: Simon Schöpf

Nach dem Klettern ist vor dem Schlemmen: Haubenküche genießen, nach dem Gimpel, oder: warum nicht mal was anderes machen und nach einem erfüllten Klettertag samt Panoramaaussichten im Weichzeichner-Modus, in einem der kleinsten Haubenrestaurants einkehren und sich richtig verwöhnen lassen. Wechselkleidung mitnehmen, ein bisschen Deo, fertig, denn das „Morent“ in Zöblen verlangt nicht nach Schlips und Kragen. Die aus Ungarn stammende Köchin setzt mit ihrem Mann auf Tiroler Gastlichkeit. In der guten Stube, des über 400 Jahre alten Bergbauernhauses wird an gerade mal 5 Tischen Slow-Food vom Feinsten serviert. Unbedingt vorher reservieren.

Die Stube des Restaurant Morent im Tannheimer Tal, Foto: www.gregonowits.com | Climbers Paradise
Die Stube des Restaurant Morent im Tannheimer Tal, Foto: www.gregonowits.com

2. Mehrseillängen am Achensee

Die Mehrseillängen-Klassiker im Rofangebirge sind ein echtes Spätherbst-Schmankerl! Warum? Weil einerseits die Rofanbahn noch bis einschließlich 4. November zwischen 8.30 Uhr und 17 Uhr fährt und somit der Zustieg um einige Höhenmeter abgekürzt werden kann. Und weil andererseits beispielsweise an der Rotspitz herrliche 2 bis 4 Seillängen auch an kurzen Tagen noch alpines Flair vermitteln, ohne in die Dunkelheit zu geraten. Kurzum: Man hat auch in der Winterzeit keinen Stress.

Der Herbst im Rofan, Foto: Achensee Tourismus | Climbers Paradise
Der Herbst im Rofan, Foto: Achensee Tourismus

Einfach mit der ersten Bahn gemütlich hochbringen lassen, die Aussicht auf den herbstlichen Achensee genießen, der schon in leicht winterlicher Trägheit in seinem Bett liegt. Oben dann die herbstliche Kühle bei einem 50 Minuten dauernden kurzweiligen Zustieg abschütteln und gemütlich in eine 2-Seillängen-Tour einsteigen. Wer weiß, wenn es gut läuft, kann man ja noch eine zweite 2-Seillängen-Tour dranhängen. Und dann geht es mit der letzten Bahn um 17 Uhr wieder zurück ins Tal.

Wem dann doch die Novemberkühle etwas in den Knochen steckt, fährt direkt ins Atoll Achensee und wärmt die Muskeln im Penthouse-SPA und schaut dabei zu, wie langsam die Nebelschwaden den See überdecken und Stille einkehrt.

3. Mehrseillängen in der Region Steinberge

Die Waidringer Steinplatte. Foto: Simon Schöpf
Die Waidringer Steinplatte. Foto: Simon Schöpf

Wem die südseitig ausgerichtete Wand diesen Sommer schlichtweg zu warm zum Klettern war, der kann jetzt durchatmen … Endlich herrschen moderate Temperaturen, und die Sonne wärmt jetzt angenehm den Rücken von Kletterer und Sicherer. Da nimmt man den Zu- und Abstieg ohne Bahnunterstützung gerne in Kauf. Zur Verfügung stehen über 100 Mehrseillängenrouten in der Region Steinberge, von moderat bis anspruchsvoll. Beispielsweise wartet bei der Steinplatte mit der Ironmaus – 6c obligatorisch – ein echtes Schmankerl auf Multipitch-Fans. Etwas gemütlicher, was die Schwierigkeit betrifft, ist die Ironlaus. Hier ist eine 5c+ obligatorisch. Eventuell bei den doch etwas kürzeren Tagen und kühleren Temperaturen samt Zu- und Abstieg die genüsslichere Wahl. Eine Stirnlampe im Rucksack schadet nicht, und beruhigt unter Umständen die Nerven, falls es in der Wand doch mal etwas länger dauern sollte.

Die Waidringer Steinplatte. Foto: Simon Schöpf
Im kompakten Plattenpanzer der zentralen Waidringer Steinplatte. Foto: Simon Schöpf

 

Die Steinberge bei Leogang, Foto: Tirol Werbung, Michael Rathmayr | Climbers Paradise
Die Steinberge bei Leogang, Foto: Tirol Werbung, Michael Rathmayr

Hinterher lockt das Aubad in Fieberbrunn mit seinem Saunadorf. Egal ob finnische Zirbensauna oder Tiroler Almsauna – hier kann man sich nach einem langen erfrischenden Tag in der Wand wieder richtig aufwärmen und die Muskeln geschmeidig machen.

Das Saunadorf im Aubad in der Region Steinberge, Foto: www.aubad.at | Climbers Paradise
Das Saunadorf im Aubad in der Region Steinberge, Foto: www.aubad.at