Das eine ist die Verausgabung. Die persönlichen Grenzen ein wenig pushen, der Schweiß, der sich unter dem Helmrand sammelt, die Muskeln, die man am nächsten Tag so richtig spürt. Klar, deswegen gehen wir einen Klettersteig, da weiß man wieder, was leben heißt. Das andere aber ist die Belohnung, ganz im Sinne von „Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen“. Und welch bessere Belohnung nach all den Strapazen gibt es als ein uriges Knödel-Tris mit Kaiserschmarrn obendrauf? Wir stellen euch 4 Eisenwege vor, bei denen ihr beides findet: Verausgabung und Belohnung!

1. „Henne Klettersteig“ (B/C), Steinberge

Der „Henne“ Klettersteig hoch über Fieberbrunn, Foto: TVB Fieberbrunn

An Aussicht kaum zu überbieten: Wer auf der Henne unterwegs ist – übrigens ein ausgesprochen gut angelegter Steig –, der schweift mit dem Blick beständig zwischen Wildem Kaiser, Kitzbüheler Alpen, Loferer Steinbergen und Hohen Tauern hin und her. Für geübte Geher findet sich auch noch eine sportliche C/D-Variante, damit dann auch das mit dem Hunger stimmt. Am markierten Abstieg kommt man dann am Wildseeloderhaus vorbei – idyllischer wird’s nicht!

Topo & Beschreibung: Henne Klettersteig bei Fieberbrunn

2. „Lachenspitze Nordwand“ (C/D), Tannheimer Tal

Tolle Linie: der Klettersteig durch die Lachenspitze Nordwand, Foto: TVB Tannheimer Tal

Eine imposante Linie durch eine imposante Wand: Hier heißt es genügend Kondition und einen entsprechenden Bizeps mitbringen! Wer der Lachenspitze gewachsen ist, findet hier eine absolute Traumtour mit tollem Panoramablick auf gleich drei Seen. Und natürlich gilt auch hier: Je kräftiger, desto mehr Kalorien brauchen die strapazierten Muskeln auch nachher wieder.

Der Abstieg von der Lachenspitze erfolgt südseitig über den Normalweg in einer guten Dreiviertelstunde, und unweit des Einstiegs wartet die verdiente Stärkung in der urigen Landsberger Hütte. Mahlzeit!

Topo & Beschreibung: „Lachenspitze Nordwand“ (C/D), Tannheimer Tal

3. „Klettersteig Klamml“ (C/D), Wilder Kaiser

Hier steht man wirklich vor einem Dilemma: Schon vor dem Klettersteig eine Stärkung oder erst danach? Die Via Ferrata Klamml liegt nämlich genau zwischen der Gaudeamushütte und der Gruttenhütte am Wilden Kaiser. Man könnte natürlich auch strategisch folgendermaßen vorgehen: Zustieg – gut über eine Stunde ist man dann schon unterwegs – kleine Stärkung auf der „Gaudihütte“ – weiter in den Klettersteig – völlige Verausgabung – deftiges Mahl bei der Gruttenhütte – Abstieg zum Ausgangspunkt bei der Wochenbrunner Alm – Kaffee und Kuchen. Klingt nach einem guten Plan? Auf geht’s!

Wartet auf hungrige Klettersteiggeher: die Gruttenhütte am Wilden Kaiser, Foto: Stefan Leitner

Topo & Beschreibung: „Klettersteig Klamml“ (C/D), Wilder Kaiser

4. „Tajakante“ (E), Tiroler Zugspitz Arena

Immer der Kante entlang: Klettersteig Tajakante. Foto: TVB Tiroler Zugspitz Arena

Dieser Klettersteig bietet wirklich alles auf, um einen so richtig hungrig zu machen: große Länge, große Schwierigkeit, großes Panorama. Beständig an der Kante entlang zählt die Tajakante ziemlich sicher zum Eindrucksvollsten, was man mit einem Klettersteigset in Tirol so anfangen kann. Der Abstieg ist auch nochmal ganz schön alpin, gute Trittsicherheit erforderlich! Dafür liegt die Coburger Hütte neben dem Drachensee dann umso schöner da, spätestens hier setzt garantiert ein formidabler Heißhunger ein!

Topo & Beschreibung: „Tajakante“ (E), Tiroler Zugspitz Arena

Video-Tutorials: „Sicher am Klettersteig“

Zusammen mit dem Österreichischen Alpenverein hat Climbers Paradise 5 spannende Video-Tutorials zum Thema „Sicher am Klettersteig“ gedreht. Hier geht’s zu den Beiträgen, viel Spaß!