Jeder abenteuerhungrige, reiselustige, sportliche Mensch hat eine persönliche Liste mit jenen Spots, Zielen und Kletterrouten, die er unbedingt machen will. Das Dilemma ist nur, dass umso mehr man erlebt, die Lust nach Neuem größer und somit die Liste nie wirklich kürzer wird. Ganz im Gegenteil, es kommen bei jedem Treffen und Gespräch mit Gleichgesinnten weitere Orte hinzu, sodass es irgendwann Prioritäten zu setzen gilt. Von uns gibt es deshalb die „Must-do-Kletterrouten“ der Steinberge. Es sind die besten Kletterrouten für jedes Level, getestet und empfohlen von wahren Kennern.

Panorama-Genuss an der Steinplatte, Foto: Defrancesco | Climbers Paradise
Panoramagenuss an der Steinplatte, Foto: Defrancesco

Egal wie lange deine Kletter-to-do-Liste bereits ist, diese Kletterrouten solltest du ganz vorne einreihen. Bei den unzähligen Möglichkeiten in den Loferer und Leoganger Steinbergen ist es ja manchmal nicht ganz einfach, eine engere Auswahl zu treffen. Adi Stocker ist einer, der fast alle kennt von den mittlerweile insgesamt 1.100 eröffneten Kletterrouten an der Steinplatte und den Loferer Steinbergen. Er weiß, was man unbedingt machen sollte. Aber auch andere Sportgrößen wie die Huberbuam, Chris Sharma oder Markus Bendler sieht man des Öfteren in den Klettergärten der Region. Wir haben mal die Empfehlungen gesammelt.

Für die Genießer

Zum Einstieg eine Pflicht ist das „Schuasta gangl“ auf der Steinplatte bei Waidring. Dieser Klettersteig in Schwierigkeitsstufe C/D ist 150 m lang und führt von unterhalb der Bergstation direkt zum Steinplattengipfel, von wo aus du einen wunderbaren Blick über das Pillerseetal hast. Eine Alternative zur Bergbahn ist die Mautstraße ins Wander-und Klettergebiet mit einem ca. eineinhalbstündigen Fußmarsch über die Stallenalm und Grünwaldalm zum Einstieg.

Kletterroute bei der Steinplatte, Foto: Defrancesco | Climbers Paradise
Kletterroute bei der Steinplatte, Foto: Defrancesco

In den Loferer Steinbergen sticht eine Traum-Mehrseillängentour für Genießer besonders hervor. Dazu steigst du von der Jausenstation Grieseltal in St. Ulrich am Pillersee über die Forststraße und einen unmarkierten Steig bis zum Hirschbadsattel auf – den Sattel erreichst du auch von der Schmidt-Zabierow-Hütte über das Rotschartl – und gehst dann ostseitig 20 Minuten weiter aufwärts über einen Grashang zum Einstieg der Route „Oh Taxbam“. Der befindet sich an der Südseite des 2.300 m hohen Traunspitzl. Nach sechs Seillängen mit maximaler Schwierigkeit von 5- endet die Route am exponierten Gipfel des Giftzahns.

Für die Fortgeschrittenen

Einer der wohl besten Klettersteige der Region ist für Fortgeschrittene der „Leoganger Süd“. Die konstant sehr steile Wand auf den Gipfel der Westlichen Mitterspitze (2.160 m) mit Schwierigkeitsgrad C bis D hat nicht weniger als 360 m Länge. Von der Passauer Hütte sind es nur 15 Minuten bis zum Einstieg, bis zur Hütte brauchst du allerdings je nach Ausgangsort Leogang, Saalfelden oder Weißbach mindestens drei Stunden. Der Abstieg erfolgt über den Klettersteig „Leoganger Nord“, der etwas leichter ist, aber immer noch anspruchsvoll über senkrechte Wandstufen geht. Wenn du noch eine zusätzliche Herausforderung brauchst, dann wählst du beim „Leoganger Nord“ im oberen Drittel die schwierigere, aber eindrucksvolle Variante über das Teufelsjoch.

Frei schwebend beim Klettern in der Region Steinberge, Foto: Michael Werlberger | Climbers Paradise
Frei schwebend beim Klettern in der Region Steinberge, Foto: Michael Werlberger

Die bekannteste, am häufigsten gemachte Route in den Loferer Steinbergen und eine der längsten alpinen Sportkletterrouten in den Ostalpen ist die „EndeNie“. Die sollte bei keinem guten Kletterer auf der Liste fehlen. Ausgangspunkt dafür ist das Strubtal zwischen Waidring und Lofer bzw. die Schmidt-Zabierow-Hütte. Die Route befindet sich an der NNO-Wand des 2.413 m hohen Breithorns und fordert nicht weniger als 38 Seillängen auf 1.500 m. Im 6. Schwierigkeitsgrad musst du dafür auf alle Fälle klettern können.

Für die Könner

Die Steinberge sind bekannt dafür, dass sie auch bei den Profis sehr beliebt sind. Suchst du die ultimative Herausforderung, dann findest du sie auch hier – vor allem an den Wänden der 150 m hohen Steinplatte. Dort gibt es ca. 100 Mehrseillängenrouten vom 4. bis 10. Schwierigkeitsgrad. Ein Paradebeispiel ist die „Ironmouse“ mit sieben Seillängen bis 6c im Zentralbereich der insgesamt 7 km langen Steinplatte. Den erreichst du über den Steig von der Bergstation Steinplatte oder über die Mautstraße und die Stallenalm sowie Grünwaldalm.

Klettern an der Steinplatte, Foto: Jörg Mitter | Climbers Paradise
Klettern an der Steinplatte, Foto: Jörg Mitter

In den Loferer Steinbergen ist es die „Gelee Royale“ an den Südwestpfeilern des Gr. Ochsenhorns, die dir sehr viel Können abverlangt. Auf 18 Seillängen bis Schwierigkeitsgrad 7a/7b brauchst du nicht nur eine gute Technik, sondern auch Ausdauer. Idealer Ausgangspunkt ist hier wieder die Schmidt-Zabierow-Hütte, von der es ca. eine Stunde bis zum Einstieg ist.