Lawinen stellen beim Wintersport Eisklettern natürliche Gefahrenquellen dar. Daher solltest du ein paar Dinge beachten und dich auf eine Notfallsituation vorbereiten, um zu wissen, wie du dich bei Gefahr verhalten sollst und helfen kannst.

von Martyna Michalak

Die Planung

Zunächst solltest du deine Tour gut planen, um gar nicht erst in eine Notfallsituation zu gelangen. Wähle eine geeignete Route zum Einstieg des Eisfalls und für den Rückweg aus und überprüfe deine Ausrüstung. Informiere dich vorab über die Wetter- und Lawinensituation. Sind die Prognosen schlecht, solltest du dich nicht unnötig in Gefahr bringen und lieber an einem anderen Tag zu deiner Tour aufbrechen. Auch ist es wichtig, auf den eigenen Körper zu hören und darauf zu achten, dass du in einer guten Verfassung bist und die nötige Kraft für die geplante Tour aufbringen kannst.

Eisklettern Pitztal, Foto: Tourismusverband Pitztal, Chris Walch | Climbers Paradise

Die Lawinengefahr darf beim Eisklettern nicht unterschätzt werden, Foto: Tourismusverband Pitztal, Chris Walch

Im Notfall

Sollte dich doch eine Lawine überraschen, heißt es Ruhe bewahren und nicht in Panik ausbrechen. Beachte die folgenden Punkte, um Hilfe leisten zu können:

1. Sicherheit

Bist du in der Gruppe unterwegs, sollte einer das Kommando übernehmen, um die anderen anzuweisen und den Überblick zu behalten. Wurdest du als Leader bestimmt, musst du zunächst einschätzen, ob weitere Gefahren für die Gruppe bestehen und überprüfen, wie viele Personen verschüttet sind. Anschließend solltest du den Suchraum festlegen und den Notruf absetzen. Ebenso solltest du die Helfer einteilen und die LVS Geräte managen.

2. Notruf durchführen

Bei einer Verschüttung solltest du immer den Notruf wählen. Der europaweite Nummer ist die 112. Je nach Land gibt es eigene Nummern, um die Bergwacht zu erreichen. Handelt es sich um eine kleine Gruppe, solltest du nur einen kurzen Notruf absetzen, um dann Hilfe leisten zu können.

3. Suche

Suche zunächst mit den Augen, den Ohren und dem LVS Gerät nach einem Erstsignal. Dann führe im Umkreis von 5 Metern des Erstsignals die Grobsuche durch. Mit langsamen Auskreuzen beginnt die Feinsuche. Die Punktortung erfolgt systematisch und schnell mit der Sonde. Wurde die Person lokalisiert, beginnt das Ausschaufeln. Ziel ist es, so schnell wie möglich den Kopf freizulegen, damit die Person Luft kriegt.

4. Erste Hilfe

Best Case: Reagiert die Person auf Ansprache, solltest du die Person weiter ausschaufeln und dabei vor Wind und Wetter schützen. Versuche, sie anschließend warm zuhalten, um eine Unterkühlung zu vermeiden. Alarmiere die Profirettung, denn eine Verletzung ist nicht auszuschließen. Bei Verschlechterung solltest du den ABC-Check anwenden.

Worst Case: Wenn die Person nicht reagiert und schlecht atmet, solltest du den ABC-Check durchführen:

  • A (Airway) – die Atemwege überprüfen, freimachen und offen halten
  • B (Breathing) – die Frequenz und Tiefe der Atmung checken, ggf. beatmen
  • C (Circulation) – sobald die Person sich in stabiler Rückenlage befindet, solltest du eine Herzdruckmassage durchführen.

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E-book Winter Sport Safety Guide, Sportscheck

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