Dort wo das Pitztal zu einem engen „V-Tal“ zusammenrückt, wo das ewige Eis des Pitztaler Gletschers auch im Sommer weiß funkelt. Dort wo sich rechts und links der Straße die Berge zum Greifen nah steil auftürmen und das Wasser der vielen Wasserfälle tosend in die Tiefe stürzt, dort liegt das Klettergebiet „Hexenkessel“.

Das Gneis-Massiv ist kein Einsteigergebiet, ist auch nicht der ideale Ort um von der Halle erstmalig an den Fels zu wechseln, aber ein wahrer Funpark für geübte Kletterer die sich vor allem in Routen ab dem siebten Schwierigkeitsgrad aufwärts wohlfühlen. Zum Aufwärmen und möglicherweise auch zum Eingewöhnen an die Felsbeschaffenheit im Gneis locken beeindruckende Linien wie „Wild Men Weekend“ im Sektor Platysma. Wer gleich knackiger einsteigen möchte, weil dann exzellente Routen im neunten und zehnten Schwierigkeitsgrad warten, findet in der 3-Sterne-Tour „Ezechiel“ eine Traum-6c-Tour: steile, kräftige Riss- und Verschneidungskletterei. BÄM.

Die Tanzfläche an feinstem Gneis ist eröffnet und wartet nur darauf von Dir aufgefordert zu werden!

Autorin Susa genießt den Hexenkessel | Climbers Paradise

Autorin Susa genießt den Hexenkessel

Pitztal: Klettertal

Neben dem anspruchsvollen Hexenkessel bietet das etwa 40 Kilometer lange Pitztal ein buntes Felsangebot für Einsteiger, Familien, Boulderer und Fans von hochalpinen Szenerien. Gleich am Talanfang, im sogenannten „Äußeren Pitztal“ können kleine Felsaspiranten im Kletterpark Jerzens-Hochzeiger bequem und mit viel Spaß erste Kletterversuche unternehmen. Auch zwei einfache Übungsklettersteige stehen zur Verfügung und sind ideal dafür geeignet den richtigen Umgang mit den Selbstsicherungen zu erlernen und zu trainieren.

Insgesamt ist der „Pitzi“ Kletterfelsen, wie der Familien-Kletterpark auch genannt wird,  eine tolle Vorbereitung für weiterführende Kletter- und Klettersteigtouren im Pitztal. Wie beispielsweise „Richi’s Wall“. Der idyllisch gelegene kleine Klettergarten in Stillebach bietet insgesamt 15 Routen von leicht bis mittelschwer. Alle perfekt abgesichert und dank der kurzen Hakenabstände ideal für erste Vorstiegsversuche geeignet.

Boulderfans kommen im Pitztal ebenfalls voll auf ihre Kosten! Das 2017 eröffnete Gebiet „Mandlers Boden“ oberhalb von Ritzenried bietet alles, was Boulderherzen höherschlagen lässt: 55 Boulderblöcke im Wald mit über 170 „Problemen“ in den Schwierigkeiten 3c bis 8a. Dazu lockt eine hübsche Liegewiese mittendrin zum Chillen und Erholen sowie eine Grillstelle.

Wer hoch hinaus und eine Hüttenübernachtung mit Klettern verbinden möchte, kann auf die 2817 Meter hoch gelegene Kaunergrathütte wandern. Der Zustieg dauert zweieinhalb bis drei Stunden – oben angekommen wartet der Hüttenklettergarten mit Touren bis zu 65 Meter Länge auf Dich. Die Schwierigkeiten sind leicht bis moderat – der Genuss unbeschreiblich!

Ein Kessel Buntes: Das Klettergebiet Hexenkessel

Aufstieg mit Felsblick | Climbers Paradise

Aufstieg mit Felsblick

Fast am Talende, dort wo die Wände des Pitztales zu einem engen „V“ zusammenstehen und der Schnee vom Pitztaler Gletscher wie ein Versprechen für kommende Wintervergnügen funkelt befindet sich der Ausgangspunkt zu einem der interessantesten Klettergebiete des Pitztal’s: Der „Hexenkessel“. Startpunkt ist der Parkplatz von Kaunergrat- und Rüsselsheimer Hütte. Zum Hexenkessel Klettergebiet wählt man den Hüttenzustieg zur Rüsselsheimer Hütte, die hoch oben wie ein Adlerhorst thront. Nach einer knappen halben Stunde verlassen wir den Weg zur Hütte – die Felsen verraten uns dass wir unser Ziel bald erreicht haben. Noch einen Steinmann passieren, ein paar Himbeeren im Spätsommer naschen und schon baut sich die Felsformation des Hexenkessels vor einem auf.  Der Platz ist friedlich und ruhig – nur das Rauschen des Wassers ist teilweise zu hören. Der Blick zeigt zum Pitztaler Gletscher, Richtung Kaunergrathütte sowie zum „Watze“.

Ausblick vom Hexenkessel, Foto: TVB Pitztal, Benedikt Falbesoner | Climbers Paradise

Ausblick vom Hexenkessel, Foto: TVB Pitztal, Benedikt Falbesoner

Das 2012 komplett sanierte Klettergebiet teilt sich in „unteren“ und „oberen Stock“. Vor allem der „untere Stock“ mit seinen vielen herausragenden Routen und Linien samt hübscher Wiese versprechen einen ausgefüllten Klettertag.

Die Felsen sind süd- und westseitig ausgerichtet, an sehr heißen Sommertagen kann es da auch auf gut 2000 Metern Höhe ganz schön warm werden. Entsprechend ist es ein tolles Gebiet für das späte Frühjahr, den Frühsommer und Herbst. Achtung: Im Frühjahr unbedingt die Lawinenlage checken!

Panorama-Picknick: Der Platz dort oben lädt zu einer ausgedehnten Brotzeit nach dem Kletterspaß. Einfach ein bisschen mehr an Essen und Trinken einpacken, der Zustieg ist mit 30 Minuten nicht allzu lang und auch nicht sonderlich kompliziert … Das Panorama zusammen mit Köstlichkeiten genießen macht das Zusatzgewicht im Aufstieg auf jeden Fall wett.

Hexenkessel

Platysma, Hauptsektor, Panoramawand, Genusswand, Cosmiquewand und Pitzexpress. Risse, Verschneidungen, Platten, Leisten, Aufleger – die Kletterei in feinstem Gneis ist vielseitig. Der Hexenkessel weißt eine hohe Dichte an schweren Routen auf. Allein im Hauptsektor sind 10 von 36 Routen im zehnten Schwierigkeitsgrad.  Weitere 15 Routen locken in den Schwierigkeiten 7a bis 7b+!

Routen: 86, Schwierigkeitsgrade: 5b bis 8b+, Ausrichtung: Süd, West

Tiefblick beim Hexenkessel, Foto: TVB Pitztal, Benedikt Falbesoner | Climbers Paradise

Tiefblick beim Hexenkessel, Foto: TVB Pitztal, Benedikt Falbesoner

Family & Friends

Outdoor- und Bergsportaffine Familien kommen im Pitztal voll auf ihre Kosten. Während sich Familien mit ganz jungem Bergnachwuchs im Kletterpark Jerzens-Hochzeiger oder an Richi`s Wall in Stillebach austoben, vergnügen sich die etwas älteren Kids beispielsweise bei einer Rad-Kletter-Tour zum Klettergarten an der Gletscherstube oberhalb von Mittelberg.

Ganz erlebnisreich wird es bei einer 2-Tages-Tour mit Klettern und Übernachtung auf der Kaunergrathütte. Der Weg zur gut 2800 Meter hoch gelegenen Alpenvereinshütte der Sektion Mainz ist mit 2,5 bis 3 Stunden und steilem Gelände nicht ganz ohne. Aber das hochalpine Flair, ein gutes Essen und ein toller Hüttenabend entschädigen die Strapazen des Zustiegs. Direkt neben der Hütte bietet der Hüttenklettergarten einige lohnende Routen. Die Touren sind leicht, aber mit bis zu 65 Metern Länge eine echte Herausforderung! Berghelm nicht vergessen.

Alles außer klettern

 Streichelzoo auf 1880 Metern Höhe: Tiefentalalm

Die Tiefentalalm, Foto: TVB Pitztal, Chris Walch | Climbers Paradise

Die Tiefentalalm, Foto: TVB Pitztal, Chris Walch

Ein Juwel für kleine und große Tierliebhaber ist die Tiefentalalm im „inneren“ Pitztal. Von Piösmes (Gemeinde St. Leonhard) geht es über einen schattigen Forstweg in ein bis eineinhalb Stunden zur Alm. Das schmucke Häuschen liegt ganz idyllisch in einem Lärchen-/Zirbenwald mit plätscherndem Gebirgsbach direkt vor der Hütte. Schnatternde Enten, neugierige Ziegen, flauschige Hasen und Haflinger in der Sommerfrische tummeln sich hier oben.

Tipp: Auf der Tiefentalalm können bis zu 8 Personen übernachten.

Fürs Abendessen stellen die Hüttenwirte Franz und Inge Eiter die Übernachtungsgäste vor eine harte Wahl: Grillen am Lagerfeuer oder feine Köstlichkeiten von der Speisekarte …

Kaffeeklatsch in 3440 Metern Höhe

Das Café 3440, Foto: TVB Pitztal | Climbers Paradise

Das Café 3440, Foto: TVB Pitztal

Wenn es im Tal zu heiß wird, die Finger durchgeklettert sind, dann heißt es nix wie rauf in die Höhe zum Kaffeetrinken in Österreichs höchstgelegenem Café, dem Café 3440 am Pitztaler Gletscher. Erfrischende Temperaturen und die Aussicht auf gut 50 Dreitausender, dazu Kaffee und Kuchen – und weil das Panorama gar so schön ist und das Leben gefeiert werden will – noch ein Glaserl Weißwein, bevor es wieder zurück ins Tal geht.

Wasserwelten Stillebach

Kneippen, Baden, Chillen lautet das Motto in der liebevoll hergerichteten Kneippanlage in Stillebach.  Hand- Fuß- und Tretbecken mit prickelnd kaltem Wasser regt alle Sinne an und erfrischt an heißen Tagen. Wer mag springt in den kleinen Badeteich zur Komplettabkühlung. Die große Liegewiese lädt zum Nachmittags-Power-Nap ein, während im Hintergrund die Wassermassen im Klockefall gleichmäßig hinabstürzen und mit ihrem Sound unseren Pulsschlag runterfahren lässt.

Waldseilgarten Jerzens

Wer auch am Ruhetag nicht ganz aufs kraxeln verzichten möchte, kann sich im Waldseilgarten Jerzens austoben. Auf 8 Parcours in luftiger Höhe in den Wald integriert geht es über Seilbrücken, durch Tunnel und Seilschlaufen und vieles mehr.

Wanderungen

Darüberhinaus locken im Pitztal herrliche Wanderungen als Tages- oder Mehrtagesziele zu einigen der schönsten Gipfel. Vorschläge für Wanderungen gibt es unter www.tirol.at.

Der Aufstieg zum Hexenkessel | Climbers Paradise

Wandern im Pitztal

Wohnen

 Mountain Camp ****

Der Standort in Jerzens, im „äußeren“ Pitztal ist ideal für alle Outdoor-Bergsportaktivitäten. Mountainbiker können direkt vom Campground auf die Waldwege starten. Familien mit Kinder freuen sich im Sommer über das nahegelegene Freibad sowie ein gut organisiertes Sommer-Aktiv-Programm, einen Spielplatz mit Streichelzoo. Der 4-Sterne-Ganzjahres-Campingplatz Mountain Camp ist zudem eine qualitätsgeprüfte Kletterunterkunft: Kletterführer, Kletterinformationen, tagesaktueller Wetterbericht und vieles mehr stehen zur Verfügung.

Kaunergrathütte

Die Kaunergrathütte ist die Alpenvereinshütte der Sektion Mainz. Sie bietet auf 2817 Metern Höhe hochalpines Flair und ist der ideale Ausgangspunkt für Gipfeltouren und Mehrtageswanderungen. Der Hüttenklettergarten bietet auch für Kids tolle lange Touren im zweiten bis vierten Grad. Allerdings ist der Zustieg von zweieinhalb bis drei Stunden mit Gepäck nicht zu unterschätzen.

Rüsselsheimer Hütte

Vis-à-vis von der Kaunergrathütte liegt die Rüsselsheimer Hütte. Die Alpenvereinshütte der Sektion Rüsselsheim ist in eineinhalb bis zwei Stunden vom Parkplatz im Tal erreichbar. Praktisch auf dem Weg liegt das Klettergebiet „Hexenkessel“. Die Hütte liegt wie ein Adlerhorst und bietet atemberaubende Aus- und Tiefblicke. Der Zustieg über einen schmalen Pfad ist unschwer, wenn auch etwas steiler – kleine Laufmuffel können mit der Aussicht auf Hüttenköstlichkeiten wie Knödel mit Soße, Kaiserschmarren & Co. gelockt werden.

Tipp: Im Spätsommer sind die Himbeeren reif, die hier im Überfluss am Wegesrand gepflückt werden können. Wer auf Preiselbeermarmelade steht: Dose mitbringen und im Spätsommer die reifen Früchte Pflücken und zuhause weiterverarbeiten.

 Anfahrt

Mit dem Auto aus dem Norden kommend mautfrei über den Fernpass, Imst ins Pitztal. Oder über die Autobahn A12 bis Ausfahrt Imst/Pitztal (Vignettenpflicht).

Mit der Bahn bis Bahnhof Imst. Von hier geht stündlich ein Postbus in alle Orte des Pitztales. Wer vorab eine Übernachtung im Pitztal gebucht hat, kann sich von seinem Vermieter einen Voucher ausstellen lassen und reist damit kostenlos mit dem Bus von Imst ins Pitztal. Vor Ort empfiehlt sich der Pitztaler Freizeitpass (5 Euro, für den ganzen Aufenthalt).

Weitere Informationen zur Anfahrt unter www.pitztal.com.

Gebiete gesamt

5 Sportklettergärten, 1 Mehrseillängengebiet, 2 Klettersteige (Climbers Paradise),1 Bouldergebiet, 4 Familienklettergärten, 2 Kletterparks, 1 Kletterhalle

Beste Jahreszeit

Je nach Schneelage spätes Frühjahr bis zum ersten Schneefall im Herbst. Unbedingt Lawinenlage im Frühjahr für Klettersteige und verschiedene Klettergebiete, wie beispielsweise Klettergebiet Hexenkessel beachten!

Preiselbeeren | climbers-paradise

Wo im Spätsommer bis Herbst die Preiselbeeren reif sind

Familienfreundlichkeit

Das Pitztal ist ein überdimensionaler Spielplatz für Familien mit outdoorbegeisterten Kindern. Einen Überblick gibt es unter www.pitztal.com.