Was hat sich beim Bouldern seit Corona verändert? Gehen Boulderfans auch weiterhin Bouldern, trotz umfangreicher Regeln? Der Outdoor-Ausstatter Bergzeit hat eine Boulder-Studie durchgeführt und fasst die Ergebnisse hier zusammen.

COVID-19 hat einen enormen Einfluss auf unser alltägliches Leben. Auch hinsichtlich unserer Freizeitaktivitäten – wie das Bouldern – erfahren wir Einschränkungen, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen bzw. zu verhindern. Um die Sicherheit aller zu gewährleisten, haben Boulderhallen, seit dem großen Lockdown im März, bestimmte Sicherheitsregeln eingeführt, um das Wohl der Boulderer nicht zu gefährden. Die Einschränkungen bringen somit einen großen Vorteil: Auch an kalten Tagen können begeisterte Boulderer ihrem Lieblingssport nachgehen, ohne sich dabei einer Gefährdung auszusetzen. Doch, gehen sie auch weiterhin bouldern? Wenn ja, was treibt sie nach wie vor in die Halle? Welche Alternativen ergeben sich zum Bouldern? Und, welche Boulder-Apps ranken unter den beliebtesten? In diesem Artikel erhältst du den Gesamtüberblick.

Klettern in der Halle oder am Fels? Das hat sich verändert!

Nach dem großen Lockdown im März haben viele Boulderhallen inzwischen wieder geöffnet – somit ist Bouldern, unter Einbezug der Sicherheitsregeln, wieder möglich.

Doch nicht jeden zieht es zurück in die Halle. Laut der Boulderumfrage des Outdoor-Ausstatters Bergzeit gehen seit Corona ein Drittel der Befragten eher an den Fels als in die Halle. 60% geben an, dass die Corona-bedingten Regulierungen sie von der Halle fernhalten. Das beweist auch die Anzahl derjenigen, die seit dem Corona-Virus weniger oft in die Halle gehen: Fast 50% der Befragten vermeiden den Besuch seither.

Andere Sportarten als Alternative zum Klettern seit Corona beliebter

Wenn der Besuch in der Halle ausbleibt – was bei jedem 2. Boulderer laut der Studie der Fall ist – und Bouldern am Fels keine Option ist, muss man auf Alternativen zurückgreifen. Viele Sportarten können auch außerhalb von Hallen, innerhalb der eigenen vier Wände oder auch im eigenen Viertel, betrieben werden.
Die beliebteste Sportart, auf die Boulderer seit Corona umgesattelt sind, ist das Fahrradfahren (47%). Verständlich, denn Fahrradfahren lässt sich fast überall. Ob in der Stadt oder auf dem Land, die Infrastruktur zum sicheren Fahrradfahren wird Jahr zu Jahr ausgebaut und macht es für fast jedermann möglich, eine Runde auf dem Rad zu drehen. Dicht gefolgt vom Fahrradfahren wird von den Befragten vermehrt der Weg in die Natur gewählt (Wandern (45%) und Laufen (44%)).

Boulder-Hallenbesuche im Winter - was einen erwartet, Foto: Bergzeit | Climbers Paradise

Boulder-Hallenbesuche im Winter, das erwartet dich, Foto: Bergzeit

Hallenbesuche im Winter – was kann man erwarten?

Eine Frage bleibt jedoch für diejenigen, die weiterhin in die Hallen gehen: Kann man auch im Winter indoor Bouldern? Denn kaltes Wetter zieht viele Outdoor-Sportler wieder in die Hallen. Demnach ist die Frage berechtigt, ob es unter den aktuellen Bestimmungen und steigenden Besucherzahlen für Hallen überhaupt möglich ist, Bouldern noch anzubieten. Zum Zeitpunkt der Umfrage (17. Juli – 13. August 2020) ist der Sportgeist ungebrochen: 79% sind überzeugt, im Winter genauso bouldern zu können wie zuvor. In den meisten Hallen ist es nämlich üblich, den Besuch vorher anzukündigen, um somit die Anzahl der Sportler innerhalb der Halle gering halten zu können.

Anmerkung d. Redaktion: Wie sich die Bestimmungen für Boulderhallen bei den aktuellen Fallzahlen ändern, war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Textes noch nicht absehbar.

 

Der Fitnessaspekt von Bouldern

Bouldern gilt als die Trendsportart 2020 und das nicht ohne Grund. Denn zum Bouldern braucht man keine Vorkenntnisse, was besonders Anfänger überzeugt. Doch auch andere Vorteile rücken in den Vordergrund. Insbesondere der Fitnessaspekt motiviert Boulderer dazu, in die Halle oder an den Fals zu gehen. Laut der Umfrage finden mehr als 70% der Befragten den Fitnessaspekt des Boulderns wichtig bis sehr wichtig – und das nicht ohne Grund. Denn Bouldern beansprucht den ganzen Körper und kleine Erfolgserlebnisse sind schon von Anfang an sichtbar.

Welche gesundheitlichen Vorteile hat Bouldern?

1. Verbesserung der Ausdauer aufgrund von Beanspruchung des Herz-Kreislauf-Systems

Wenn es um die Ausdauer geht, kann das Bouldern den Körper bis zum Äußersten fordern. Die Zeit, die man damit verbringt, ein Boulderproblem zu lösen, übt starken Druck auf die Muskeln und das Herz-Kreislauf-System aus. Einen Indoor-Boulder zu meistern ist je nach Schwierigkeitsgrad körperlich sehr fordernd, was bedeutet, dass die Herzfrequenz von dem Moment an, in dem angetreten wird, bis zum Erreichen des letzten Griffs, erhöht wird. Dies kann dazu beitragen, die Ausdauer zu erhöhen, Kalorien zu verbrennen und das Herz sowie die Lunge, zu stärken.

2. Ganzkörpertraining

Beim Bouldern werden praktisch alle wichtigen Muskelgruppen des Körpers beansprucht, was diesen Sport zu einer großartigen Ganzkörper-Alternative zum Trainieren im Fitnessstudio macht. Die großen Muskeln in den Armen und Beinen haben die Aufgabe, den Körper an der Wand hochzuziehen, während beispielsweise die Bauchmuskulatur für Körperspannung und Stabilität sorgt. So geben 66% der Befragten eine verbesserte Koordination als wichtigen Schlüsselreiz dieser Sportart an. 89% geben den Kraftaufbau des Gesamtkörpertrainings während des Boulderns als wichtigen Aspekt an.

3. Strategisches Denken

Einer der vielen Vorteile des Boulderns ist auch die Beanspruchung des Gehirns. Die Bewältigung eines Boulders bringt oft komplexe Probleme mit sich, die technisches Know-how und Problemlösungsfähigkeiten erfordern.

4. Der soziale Aspekt

Bouldern ist nicht unbedingt ein Mannschaftssport, aber eignet sich als perfekter Sport, den man gemeinsam mit Freunden oder Kollegen ausüben kann. Hier steht die gegenseitige Unterstützung im Vordergrund. Mit Freunden können auch schwierigere Routen ausgewählt werden, wo man sich mit Tricks und neuen Techniken gegenseitig inspiriert.

5. Stressabbau

Bouldern eignet sich auch perfekt für den Stressabbau. Das geistige und körperliche Training hilft dabei, alle verweilenden Arbeitsgedanken oder Sorgen los zu werden. 42% der Befragten schätzen daher insbesondere die mentale Entspannung, die Bouldern mit sich bringt.

Boulder-Apps – wie beliebt sind sie und welche gibt es?

Durch die voranschreitende Digitalisierung kommen immer mehr Angebote, wie spezielle Apps, auf den Markt, die Bouldern und Klettern effizienter gestalten sollen. Laut der Umfrage sind folgende Boulder-Apps besonders beliebt:

Boulderumfrage Apps Grafik, Bergzeit | Climbers Paradise

Die 5 beliebtesten Kletter-Apps der Deutschen, Grafik: Bergzeit Boulder-Studie

Doch der Trend der Apps lässt viele Boulderer bisher noch unbeeindruckt. Erst 32% der Sportler nutzen zur Zeit Apps begleitend zum Bouldern. Ob sich das in Zukunft ändern wird, bleibt ungewiss. Solange der Spaß und auch der Gedanke, sich beim Bouldern eine Auszeit vom turbulenten Alltag zu nehmen nicht verloren gehen, können Apps wunderbare Begleiter beim Bouldern sein und hilfreiche Zusatzinformationen bieten.

 

Weitere spannende Fakten rund um das Thema Bouldern findet ihr in der Boulder-Studie von Bergzeit.