Hahntennjoch: Sportklettern auf 2.000 Metern, wenn es im Tal zu heiß wird

Kompakter grauer Kalk, grüne Almwiesen und Bergpanorama: Der Klettergarten am Hahntennjoch liegt auf rund 2.000 Metern – der ideale Spot, wenn es im Tal zu heiß wird.
Almwiese mit Blick auf die Kletterwand am Hahntennjoch unter blauem Himmel
Almwiese mit Blick auf die Kletterwand am Hahntennjoch unter blauem Himmel

Sommerfrische für Sportkletterer

Die Hahntennjochstraße zwischen Imst und dem Lechtal ist eine der beliebtesten Motorradstrecken Tirols. Kletterer haben ein anderes Ziel: die markante Wand oberhalb der Passhöhe.

Der Klettergarten liegt an den Südhängen des Falschen Kogels in den Lechtaler Alpen, rund 150 Höhenmeter über dem Parkplatz. Durch die Höhe bleibt es auch im Hochsommer angenehm – und nach Regen ist die Wand schnell wieder trocken. Mehr Klettergebiete rund um Imst findet ihr in Best of Ferienregion Imst.

Text: Patrick Trois

Anfahrt und Zustieg

Geparkt wird am kleinen, kostenlosen Wanderparkplatz direkt auf der Passhöhe des Hahntennjochs (1.894 m). Von dort folgt ihr dem Weg Richtung Anhalter Hütte (E4, 601) etwa 400 Meter und steigt dann links über eine steile Bergwiese rund 150 Höhenmeter zum gut sichtbaren Felsen auf. Je nach Tempo dauert der Zustieg 15 bis 30 Minuten – mit schwerem Rucksack eher länger, als es vom Parkplatz aussieht.

Gut zu wissen: Unter der Wand besteht Steinschlaggefahr, ein Helm gehört dazu. Die Hahntennjochstraße ist im Winter gesperrt. In den Sommermonaten fährt ein Wanderbus von Imst ins Lechtal. Wegen des steilen Zustiegs ist das Gebiet für kleine Kinder weniger geeignet.

Kompakter Kalk in drei Sektoren

Der Klettergarten Hahntennjoch zählt 65 Routen zwischen 10 und 50 Metern auf überwiegend gutem, südseitigem Kalk – verteilt auf Cafesektor, Musikpfeiler und den Sektor Kamin. Einige Routen haben mehrere Seillängen. Ein 60-Meter-Seil reicht.

Unsere Tipps: Am Musikpfeiler wartet „Preludium“ (6b+), etwas knifflig im unteren Teil und mit einem letzten Boulder im oberen Drittel – eine besonders gelungene Linie. Im Cafesektor zeigt „Amaretto“ (7a), wie technisch der graue, etwas unübersichtliche Fels sein kann: Hier verzeiht keine Route einen falschen Zug.

Erschlossen haben das Gebiet unter anderem Wolfgang Mayr, Baldo Pazzaglia, Günter Durner, Hannes Boneberger, Wolfgang Hofer, Alfred Flür, Werner Nothdurfter, Rainer Krismer und Christian Winklmair.

Kletterer an der grauen Kalkwand am Hahntennjoch

Nach dem Klettern

Nach dem Klettertag bietet sich die Passhöhe für einen Radler mit Blick auf die Wand an – der perfekte Ort, um die Routen noch einmal durchzugehen. Wer am nächsten Tag weiterklettern will: Bei unsicherem Wetter ist das Götterwandl in Nassereith eine steile, regenfeste Alternative.

Klettergärten aus diesem Artikel

  • Hahntennjoch

    Schwierigkeit:Schwierigkeit: 5 - 9Ort:Imst / Outdoorregion ImstRouten:65 Routen
  • Nassereith / Götterwandl

    Schwierigkeit:Schwierigkeit: 5 - 9Ort:Nassereith / Outdoorregion ImstRouten:36 Routen

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