Bei gut 3.000 Routen in allen Schwierigkeitsgraden ist die wohl größte Herausforderung, sich für einen Platz zu entscheiden.
Natürlich ist das auch für uns fast unmöglich – dennoch wollen wir hier eine kleine Orientierungshilfe bieten. Eines kann aber vorweg behauptet werden: In der Outdoorregion Imst werden alle glücklich, die gern Fels unter den Fingerkuppen spüren.
Text: Simon Schöpf
„Kleinod“ trifft es ziemlich gut als Beschreibung fürs Reithle. Das Gebiet versteckt sich im dichten Wald unterhalb der Untermarkter Alm, gut 15 Meter hoch sind die Konglomeratblöcke. Ob man in einer der über 60 Sportkletterrouten abhängt oder einfach ein paar Boulderquergänge einlegt – hier geht alles.
Auch für Familien mit Kindern ist das Gebiet wegen des bequemen Wandfußes gut geeignet. Anrücken sollte man aber eher bei warmen Temperaturen: Sonne sieht man hier nicht allzu viel.
Nassereith ist zwar ein gutes Stück von Imst entfernt, zählt aber immer noch zur Ferienregion. Hier wurde vor allem im Jahr 2007 fleißig der Bohrstift angesetzt und die Wände, die über dem Dorf thronen, großflächig erschlossen. Entsprechend gut ist die Absicherung – mittlerweile begrüßt einen am Ortsrand sogar ein Schild mit der Aufschrift „Kletterer- und Seendorf Nassereith“.
Gut über 100 Routen stehen zur Auswahl, von ganz einfachen Viererrouten bis hin zu 35-Meter-Ausdauerhämmern in den oberen Schwierigkeitsgraden. Die Wände sind südseitig ausgerichtet: Der Herbst und oft sogar ein sonniger Wintertag versprechen ideale Bedingungen.
Mit einer Ausnahme: dem Götterwandl. Die schattige, stark überhängende Wand ist die Heimat der Adonis-Gottheiten – Routen bis zum Schwierigkeitsgrad 9a+ können hier angebetet werden. Himmel hilf!
Ein Klettergarten mit Hochgebirgsflair inmitten der Lechtaler Alpen: Das Hahntennjoch führt von Imst ins Lechtal. Ganz oben auf der Passhöhe, in gut 2.000 Metern Seehöhe, liegt dieser – in nur 30 Minuten Zustieg erreichbare – traumhafte, südseitig ausgerichtete Klettergarten in bombenfestem Fels.
Und für alle, die es gern härter haben, gibt es unterhalb der Straße auch noch das einladende Psychowandl mit primär harten Routen: Selbst am ausgesetzten Wandfuß sind hier gute Nerven gefragt.
Die Muttekopfhütte ist so etwas wie das Advanced Basecamp der Imster Vertikaljünger – ein Kletterrevier wie aus dem Bilderbuch. Die auf knapp 2.000 Metern gelegene Alpenvereinshütte bietet im näheren Umkreis so ziemlich alles, was es für glückliche Tage am Fels braucht.
„Die Kletterei hier oben bietet für jeden etwas. Ob Sportklettern, Mehrseillängen oder Klettersteige – die Imster Felsküche serviert hier ein variantenreiches Buffet“, weiß die Imster Kletter-Weltmeisterin Angy Eiter, selbst ein viel gesehener Gast auf der Hütte. Und variantenreich ist auch das Buffet auf der Hütte selbst: Wer gut klettern will, muss gut essen – die Küche ist über die Grenzen der Lechtaler Alpen hinaus bekannt.
Sind die Mägen erst einmal gefüllt, kann es losgehen:
Wer bei den Auswahlmöglichkeiten rund um die Hütte schlicht überfordert ist, hier zwei Tipps: erstens den Kletterführer für das Muttekopfgebiet von Alfred Flür holen (auf der Hütte erhältlich), und zweitens einfach ein paar Tage oben bleiben.
Nach so viel Alpinflair tut eine Erdung gut: Im Großgebiet Imst kann man auch hervorragend in Bodennähe bleiben und gemütlich mit dem Crashpad anrücken. Entweder im bereits erwähnten Reithle oder unterhalb der Untermarkter Alm, wo in den letzten Jahren zahlreiche Blöcke in rauem Hochgebirgskalk erschlossen wurden.
Wer sich für die Fahrt mit der Bergbahn entscheidet, kann sogar bequem zu den Boulderproblemen bergab spazieren.
Tipps & Sicherheit
Du willst mehr zu Sicherheit beim Klettern wissen? Hier gehts zu unseren Sicherheitstipps.