Halbautomat, Autotuber oder klassischer Tuber: Die Auswahl an Sicherungsgeräten ist groß – und die Unterschiede sind größer, als es auf den ersten Blick aussieht.
Wir haben die fünf gängigsten Geräte zusammengestellt, jeweils mit dem passenden Video aus der Reihe „SicherAmBerg" des Österreichischen Alpenvereins. Darin wird Schritt für Schritt gezeigt, wie das Gerät korrekt bedient wird – Seilausgeben, Sturz halten, Ablassen.
Videos: Österreichischer Alpenverein
Egal welches Gerät – der Partnercheck vor jedem Start ist ein elementarer Sicherheitsstandard. Beide Partner kontrollieren gemeinsam fünf Punkte:
Im Sportklettern ist der Tuber eine aussterbende Spezies: Er hat keine Blockierunterstützung, und die Bremswirkung fällt weg, sobald das Bremshandprinzip verletzt wird. Die Bremswirkung entsteht ausschließlich durch die Reibung, die die Bremshand am Seil erzeugt – dieser Gerätetyp verzeiht deshalb keine Fehler.
Trotzdem ist er nicht tot: Sehr erfahrene Sicherer und der Wettkampfbereich setzen ihn weiter ein, weil sich damit besonders dynamisch und weich sichern lässt. Beim Alpinklettern ist er ohnehin gesetzt.
Tuber richtig verwenden – Video: Österreichischer Alpenverein
Das GriGri+ ist die dritte Weiterentwicklung des klassischen GriGri und darf ohne Zweifel als Benchmark am Sicherungsgerätemarkt gelten. Zusätzlich zu den herkömmlichen Funktionen bringt es eine Anti-Panik-Funktion mit und zwei Bedienmechanismen: Man kann zwischen Toprope und Vorstieg umschalten. Das beeinflusst das Ansprechverhalten des Klemmnockens – im Toprope-Modus greift die Blockierfunktion schneller.
GriGri+ von Petzl richtig verwenden – Video: Österreichischer Alpenverein
Das NEOX ist der jüngste Halbautomat im Feld und für den Vorstieg optimiert. Statt eines reinen Klemmnockens sitzt im Gerät eine integrierte Rolle, über die das Seil läuft. Das sorgt für gleichmäßigen Seildurchlauf und macht das schnelle Seilausgeben beim Vorstiegssichern deutlich angenehmer – die Blockierfunktion bleibt erhalten.
NEOX von Petzl richtig verwenden – Video: Österreichischer Alpenverein
Das Click Up arbeitet mit zwei Modi: einem Vorstiegs- und einem Blockiermodus. Letzterer ist vor allem fürs Topropeklettern und für Anfängerkurse gedacht. Für Kinder eignet sich das Gerät nur bedingt, weil das Entriegeln aus dem Blockiermodus etwas Kraft und Übung braucht. Wichtig zu wissen: Das Gerät blockiert nicht, wenn das Bremsseil zu steil einläuft. Insgesamt ist das Click Up ausgereift und entsprechend beliebt.
Click Up+ von Climbing Technology richtig verwenden – Video: Österreichischer Alpenverein
Der Fish ist ein halbautomatisches Sicherungsgerät für Einfachseile und der einzige Autotuber mit Ablasshebel. Das Gerät ist sehr gut bedienbar und schneidet auch bei dickeren Seilen gut ab. Die Entblockierung erfolgt über einen „Rüssel", der nach oben gedrückt wird – das kann anfangs etwas schnell gehen, ist aber Gewöhnungssache.
Fish von AUSTRIALPIN richtig verwenden – Video: Österreichischer Alpenverein
Der Alpenverein hat noch deutlich mehr Sicherungsgeräte durchgespielt – vom Smart über den ATC Pilot und das Jul2 bis zu Revo, Pinch, Birdie und Lifeguard. Wer sein Gerät hier nicht gefunden hat, wird in der Playlist fündig:
Zur Playlist „Klettern: Sicherungsgeräte" des Österreichischen Alpenvereins
Und egal, für welches Gerät du dich entscheidest: Ein Video ersetzt keinen Kurs. Wer neu einsteigt oder auf ein anderes Gerät umsteigt, übt das am besten unter Anleitung – und im Toprope, bevor es in den Vorstieg geht.
Tipps & Sicherheit
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