Klettersteige über Innsbruck: Nordkette und Martinswand im Detail

Sieben Gipfel am Grat hoch über der Stadt oder 100 Meter fast senkrechte Platten über dem Inn: Rund um Innsbruck warten zwei Klettersteige mit ganz unterschiedlichem Charakter.
Silhouette einer Person am Grat des Innsbrucker Klettersteigs im Gegenlicht
Silhouette einer Person am Grat des Innsbrucker Klettersteigs im Gegenlicht

Wandern in der Vertikalen

Klettersteige erleben seit Jahren einen Boom. Mit Trittstufen und Eisenklammern, immer gesichert an einem durchgehenden Drahtseil, ist das Klettersteiggehen so etwas wie Wandern in der Vertikalen.

Rund um Innsbruck gibt es zahlreiche Klettersteige. Zwei davon stellen wir hier genauer vor: den Gratklassiker an der Nordkette und den sportlichen Steig an der Martinswand.

Zur eigenen Sicherheit: Eine moderne, geprüfte Klettersteigausrüstung ist Pflicht – und man muss sie auch bedienen können. Wer ungeübt ist, sollte zuerst einen Kurs bei einer staatlich geprüften Berg- und Skiführerin oder einem Berg- und Skiführer besuchen.

Text: Matthias Bader

Innsbrucker Klettersteig: sieben Gipfel über der Stadt

Der Innsbrucker Klettersteig ist der Klassiker über den Dächern der Tiroler Landeshauptstadt. Er führt in zwei Sektionen über sieben Gipfel der Nordkette – mit Ausblicken hinunter auf Innsbruck, zum vergletscherten Alpenhauptkamm und ins einsame Karwendel.

  • Sektion 1: von der Bergstation Hafelekar über die Seegrubenspitze, die drei Kaminspitzen und den Kemacher zum Langen Sattel. Der Steig folgt meist dem natürlichen Grat, mit vielen Auf und Abs und einer Hängebrücke.
  • Sektion 2: vom Langen Sattel über die Westliche Sattelspitze zur Frau Hitt. Kürzer, aber schwieriger.

Beide Sektionen an einem Tag sind nur etwas für sehr konditionsstarke Klettersteiggeher. Auch wenn die Bewertung es nicht vermuten lässt: Der Steig ist lang und anspruchsvoll. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, gute Kondition und stabiles Wetter sind Pflicht.

Innsbrucker Klettersteig auf einen Blick

  • Schwierigkeit: Sektion 1 überwiegend B bis C, Sektion 2 bis C/D
  • Gehzeit Sektion 1: etwa 4 bis 5 Stunden, Abstieg vom Langen Sattel zur Seegrube rund 1 Stunde
  • Gehzeit Sektion 2: etwa 1 bis 2 Stunden, Abstieg von der Frau Hitt zur Seegrube rund 1,5 Stunden
  • Gesamt: rund 6 Stunden und etwa 435 Höhenmeter im Auf und Ab, höchster Punkt 2.480 Meter
  • Zustieg: mit den Nordkettenbahnen über die Seegrube aufs Hafelekar, von der Bergstation rund 10 bis 15 Minuten zum Einstieg
  • Saison: Der Steig wird gewartet und im Frühjahr freigegeben – aktuelle Infos unter nordkette.com

Kaiser-Max-Klettersteig: Plattenkletterei an der Martinswand

Der Kaiser-Max-Klettersteig führt bei Zirl in gerader Linie durch die Martinswand und war einer der ersten reinen Sportklettersteige Österreichs. Im oberen Teil gibt es kaum künstliche Tritte: Rund 100 Meter fast senkrechte Platten mit Stellen bis E verlangen gute Klettertechnik, Kletterschuhe sind empfehlenswert. Auch der ausgesetzte erste Teil (D) ist nicht zu unterschätzen. Wer genug hat, kann nach dem ersten Teil zur Maximiliansgrotte aussteigen.

  • Schwierigkeit: D/E
  • Zustieg: etwa 10 Minuten
  • Am Steig: rund 2 bis 2,5 Stunden, etwa 300 Höhenmeter
  • Abstieg: etwa 1 Stunde
  • Tipp: Die Wand liegt nach Süden – im Hochsommer nur am Vormittag einsteigen.

Einen kurzen Vergleich mit neun weiteren Steigen gibt es in Von B bis E: 10 Klettersteige in Tirol für jedes Niveau.

Hinweis: Die Zeitangaben sind Richtwerte und können je nach Verhältnissen, Kondition und Können stark abweichen.

Blick aus der Maximiliansgrotte mit Holzkreuz über das Inntal

Die Klettersteige aus diesem Artikel

  • Innsbrucker Klettersteig

    Öffnungszeiten:gesperrt
    Schwierigkeit:C/DExposition:S
    Dauer:6:00 hGehzeit:0:10 hHöhenunterschied:435 m
  • Kaiser-Max-Klettersteig

    Öffnungszeiten:Geöffnet
    Schwierigkeit:D/EExposition:S
    Dauer:2:30 hGehzeit:0:10 hHöhenunterschied:300 m

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