Zwölf Klettersteige, zwölf Charaktere: Die Auswahl reicht von Steigen für einen Familiennachmittag bis zu Touren, auf die sich nur Könner mit sauberer Technik wagen sollten.
Die Liste geht auf die Lieblingssteige unserer Leserinnen und Leser zurück. Wir haben sie nach Schwierigkeit geordnet und die Angaben mit den aktuellen Beschreibungen abgeglichen. Einige Steige haben leichtere und schwierigere Varianten – die Grade in den Überschriften beziehen sich auf die Hauptroute.
Immer dabei: Klettersteigset, Helm, Klettersteighandschuhe, festes Schuhwerk und ein Rucksack mit Proviant.
Text: Katrin Oblasser
Steinwand (B/C), Arzl im Pitztal
Der Klettersteig Steinwand liegt am Taleingang des Pitztals und ist nach etwa 15 Minuten Zustieg erreicht. Die Hauptroute durch die schattige Nordwand ist mit B/C bewertet, dazu kommen zwei Varianten – so können unterschiedlich starke Kletterer und Familien gemeinsam unterwegs sein. Am Ausstieg wartet die Aussichtsplattform Adlerhorst. Rund 150 Höhenmeter, etwa 45 Minuten.
Marokka (B/C) und Himmel & Henne, Fieberbrunn
Am schnellsten erreicht man den Klettersteig Marokka in den Steinbergen mit der Bergbahn auf den Lärchfilzkogel. Der gut gesicherte Steig mit alpinem Charakter führt über ausgesetzte Passagen und eine schwingende Seilbrücke auf den Gipfel des Marokka, rund 130 Höhenmeter. Wer noch Lust hat, hängt den Klettersteig Himmel & Henne an: Er hat eine Familienvariante im Grad A und schwierigere Abschnitte bis D.
Stuibenfall (C), Umhausen
Ein Klassiker im Ötztal: Der Klettersteig Stuibenfall quert gleich zu Beginn den Wasserfall auf einer Seilbrücke und führt dann entlang und durch die Wände neben dem tosenden Wasser. Zustieg etwa 30 Minuten, rund 210 Höhenmeter. Mehr dazu in 5 Familienklettersteige mit Ausflugstipp.
Stopselzieher, Zugspitze
Eine seltene Kombination: ein eher leichter Klettersteig im hochalpinen Gelände der Zugspitze in der Tiroler Zugspitz Arena – mit Ausstieg direkt am Gipfel auf 2.962 Metern. Ausgangspunkt ist die Wiener Neustädter Hütte. Leicht heißt hier nicht harmlos: Höhe und Wetter gehören in die Planung.
Galitzenklamm-Klettersteig (C), Lienz
Nicht zu verwechseln mit dem Familiensteig nebenan: Der Galitzenklamm-Klettersteig führt entlang tosender Wasserfälle durch die Klamm am Fuß des Rauchkofels, im zweiten Abschnitt mit mehreren Stellen im Grad C. Er verlangt Kraft und Kondition. Rund 75 Höhenmeter, etwa 40 Minuten.
Hanauer Klettersteig (bis C/D), Boden
Ein Hüttenklettersteig wie aus dem Bilderbuch: Der Hanauer Klettersteig führt in mehreren Varianten durch den Felssockel, auf dem die Hanauer Hütte steht – inklusive langer Seilbrücke. Die leichte Variante endet direkt neben der Hütte, von der schwierigeren geht es über einen Steig hinüber. Der kürzeste Zustieg startet in Boden.
Lachenspitze Nordwand (C/D), Tannheimer Tal
Sportlich und luftig: Der Klettersteig Lachenspitze Nordwand verlangt Kondition und vor allem Armkraft und belohnt mit einer tollen Linie und Tiefblicken auf den Lachesee. Der Zustieg führt vom Vilsalpsee oder von der Talstation Neunerköpfle über die Landsberger Hütte – dort lässt es sich nach der Tour auch gut einkehren. Rund 265 Höhenmeter am Steig.
Klamml (bis D), Wilder Kaiser
Kurz und knackig an der Südseite des Wilden Kaisers: Der Klettersteig Klamml zwischen Gaudeamushütte und Gruttenhütte besteht aus einer unteren Sektion (B/C) und einer oberen (D), verbunden durch eine spektakuläre Zweiseilbrücke. Nach der unteren Sektion gibt es eine Ausstiegsmöglichkeit. Zustieg ab der Wochenbrunner Alm.
Kaiser-Max-Klettersteig (D/E), Zirl
Einer der ersten reinen Sportklettersteige Österreichs: Der Kaiser-Max-Klettersteig an der Martinswand in der Region Innsbruck wartet im zweiten Teil mit rund 100 Metern fast senkrechter, trittarmer Plattenkletterei auf. Hier sollten nur Könner mit sauberer Technik einsteigen, Kletterschuhe sind ratsam. Wem nach dem ersten Teil Mut oder Kraft ausgehen, der kann zur Maximiliansgrotte queren und leicht absteigen. Rund 300 Höhenmeter, etwa 2,5 Stunden.
Dalfazer Wasserfall (D/E), Maurach
Kurz, aber alles andere als harmlos: Der Klettersteig Dalfazer Wasserfall im Rofan führt in Talnähe entlang des Wasserfalls in Maurach am Achensee. Das Highlight ist der Tiefblick an der Wasserfallkante. Zugestiegen wird hinter dem Familienresort Buchau über den Wanderweg Nr. 413, am Steig sind es rund 150 Höhenmeter. Er endet am Wanderweg zur Dalfaz Alm – ideal für die Einkehr danach.
Anton-Renk-Klettersteig (D/E), Fendels
Ein Sportklettersteig im hochalpinen Gelände für absolute Spezialisten – ohne Umgehung und ohne Notausstieg: Der Anton-Renk-Klettersteig im Tiroler Oberland zieht neben dem Anton-Renk-Wasserfall empor, zwei überhängende Stellen inklusive. Vor allem der kraftraubende Überhang im Ausstiegsbereich wird gern unterschätzt. Dank Nordausrichtung ist es auch im Hochsommer meist kühl; der untere Teil kann durch die Gischt nass sein, im Frühjahr droht Eisschlag. Zustieg von der Bergstation Sattelklause (Lift ab Fendels) in rund 2 Stunden, am Steig 160 Höhenmeter und etwa 1,5 Stunden.
Dopamin Klettersteig (bis E), Lienz
Steile Wand- und Plattenkletterei mit häufigen Stellen im Grad D und E: Der Dopamin Klettersteig startet am Eingang zur Galitzenklamm, zwei Seilbrücken sorgen für Abwechslung. Höhepunkt ist der „Götterquergang“ mit Blick auf alle drei Wasserfälle der Klamm. Wer noch Reserven hat, nimmt die überhängende Extremvariante „Der Masochist“ (E). Rund 150 Höhenmeter, abgestiegen wird über einen leichteren Steig (A/B mit einigen C-Stellen). Wichtig: Der Steig ist nur während der Öffnungszeiten der Galitzenklamm zugänglich, Klettersteigsets gibt es an der Kassa zum Ausleihen.
Tipps & Sicherheit
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