5 Klettersteige über lange Grate

Auf der einen Seite Tiefblick, auf der anderen auch: Fünf Tiroler Via Ferratas, die fast durchgehend am Grat entlangführen – von der Nordkette bis auf die Flimspitze.
Klettersteiggeher über der Stadt Innsbruck
Klettersteiggeher über der Stadt Innsbruck

Gratkletterei at its finest

Manche Klettersteige führen an einer Wand hinauf – und manche tänzeln kilometerweit auf der Schneide. Fünf Steige, bei denen die Aussicht nach beiden Seiten stimmt.

Text: Simon Schöpf

1. Innsbrucker Klettersteig (C/D), Innsbruck

Es hat schon seinen Grund, warum diese Via Ferrata auch als Panoramaklettersteig bekannt ist: auf der einen Seite das urbane Innsbruck, auf der anderen das wilde Karwendel – und in der Mitte man selbst.

Von der Seegrube bis hinüber zum Frau-Hitt-Sattel bietet der Innsbrucker Klettersteig eine Gratüberschreitung der Sonderklasse. Wem der gesamte Steig zu lang ist, der kann in der Mitte über den Langen Sattel zurück auf die Höttinger Alm absteigen.

Gratverlauf der Nordkette über Innsbruck

2. Arlberger Klettersteig (D), St. Anton am Arlberg

Fast immer am Grat entlang und immer weit, weit über dem Stanzer Tal: Der Arlberger Klettersteig war neben dem Martinswand-Klettersteig der erste Eisenweg in Tirol am Arlberg. Entsprechend spektakulär und logisch die Linienführung – und entsprechend alpin, anspruchsvoll und anstrengend.

Fast drei Kilometer tänzelt man den Grat von der Knoppenjochspitze bis zur Weißschrofenspitze entlang. Auch der Abstieg von der Weißschrofenspitze ist noch anstrengend. Wer den Schwierigkeiten gewachsen ist: Gratkletterei at its finest.

Klettersteiggeher am Grat des Arlberger Klettersteigs

3. Goldweg Nauders (D), Tiroler Oberland

Da der Reschensee, dort die Goldseen: Der Goldweg bietet tatsächlich goldigste Ausblicke – und daneben auch noch perfekten Fels.

Schon länger ein Klassiker, führt diese Via Ferrata fast immer am Grat entlang direkt auf die Bergkastelspitze (2.912 m) im Tiroler Oberland. Alpine Erfahrung, Trittsicherheit und eine gehörige Portion Kraft sind erforderlich.

Topo des Goldwegs in Nauders

4. Marokka-Klettersteig (C), Fieberbrunn

Die Via Ferrata auf die Marokka (2.001 m) – einen Vorgipfel der Henne (2.078 m); die Berge haben hier also alle so schöne Namen – ist ein kleiner, aber feiner Steig in grandiosem Ambiente.

Schöner Gratverlauf im oberen Teil, und die Henne inspiriert gleich zu einem weiteren Gipfel. Der Abstieg führt am wunderbar gelegenen Wildseeloderhaus vorbei: insgesamt ein Bergtag der Sonderklasse. Zum Klettersteig Marokka.

Klettersteiggeher am Grat zur Marokka

5. Klettersteig Flimspitze (C), Ischgl

2.929 Meter: Die Flimspitze verfehlt die Dreitausender-Marke nur knapp und ist dennoch die höchste Erhebung rund um Ischgl. Der Klettersteig Flimspitze ist von der Bergstation der Flimjochbahn aus leicht erreichbar.

Erfahrene Klettersteiggeher können ihn auch mit dem Greitspitz-Klettersteig kombinieren.

Klettersteiggeher am Grat zur Flimspitze

Die Klettersteige aus diesem Artikel

  • Innsbrucker Klettersteig

    Öffnungszeiten:gesperrt
    Schwierigkeit:C/DExposition:S
    Dauer:6:00 hGehzeit:0:10 hHöhenunterschied:435 m
  • Arlberger Klettersteig

    Öffnungszeiten:gesperrt
    Schwierigkeit:DExposition:W
    Dauer:5:00 hGehzeit:0:30 hHöhenunterschied:400 m
  • Goldgrat Nauders

    Öffnungszeiten:Geöffnet
    Schwierigkeit:C
    Dauer:3:00 hGehzeit:0:30 hHöhenunterschied:400 m
  • Klettersteig Flimspitze

    Öffnungszeiten:gesperrt
    Schwierigkeit:CExposition:S, W
    Dauer:2:00 hGehzeit:0:30 hHöhenunterschied:197 m
  • Klettersteig Greitspitz

    Öffnungszeiten:gesperrt
    Schwierigkeit:DExposition:W
    Dauer:1:30 hGehzeit:0:30 hHöhenunterschied:150 m

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