Kaum eine andere Stadt schafft so mühelos den Spagat zwischen City-Flair und Kletterkultur, zwischen Nordkettenbahn und Sushi-Bar.
Die Landeshauptstadt von Tirol und fünftgrößte Stadt Österreichs ist der ideale Spielplatz für Kletterbegeisterte, die nicht auf Stadt-Annehmlichkeiten wie Kunst, Kultur, Genuss und Nachtleben verzichten wollen. Eine der modernsten Kletterhallen Europas rundet das Angebot harmonisch ab. Ein Überblick zu Kletter-Hotspots, Szenetreffs und Kultur-Schätzen in der Region Innsbruck, die man alle gesehen, geklettert und erlebt haben muss.
Text: Susa Schreiner
Ehnbachklamm, Martinswand, Nordkette: drei klingende Namen, die aus der Innsbrucker Kletterszene nicht wegzudenken sind. Vor allem die mächtige, traditionsreiche und talnahe Martinswand, zehn Autominuten westlich von Innsbruck, hat in der Szene eine hohe Bedeutung. Hier wurde bereits in den 1980er- und 1990er-Jahren Sportklettergeschichte geschrieben, beispielsweise in Routen wie dem „Dschungelfieber“ (8c/+). Das Niveau war damals schon sehr hoch und hat seitdem nichts von seinem Charakter eingebüßt.
Aber keine Sorge: Der Felsriegel ist ausgedehnt und bietet auch für moderate Kletter-Fans viele lohnende Sektoren, etwa den ÖAV-Klettergarten. Eine Stippvisite im Sektor „Dschungelbuch“ sollte dennoch eingeplant werden – die Chance, hier Top- bis Weltklassekletterer zu treffen, ist hoch, vor allem in den kühlen Jahreszeiten. Denn die Martinswand ist südseitig ausgerichtet: Wer an den Leisten und Mini-Griffen erfolgreich sein möchte, braucht kühle Temperaturen und leichten Wind.
Ein tolles Sommerklettergebiet, das mit vielen einfachen Touren lockt: die Ehnbachklamm. Schon allein der Zustieg durch die Klamm, die an heißen Sommertagen mit ihrer feuchten Luft die Haut streichelt und für Frische sorgt, ist ein Erlebnis. Der Wandfuß ist eben, der Bach verspricht kühle Füße – Herz, was willst du mehr an einem heißen Sommertag? Nun, vielleicht ein Eis in der City, nach einem gelungenen Klettertag.
Was wäre Innsbruck ohne sein Goldenes Dachl und ohne die Nordkette? Das mächtige Massiv dominiert und charakterisiert das Stadtbild. Hier zu klettern ist ein Muss – und lässt sich spielend mit einem City-Bummel verbinden: Vom Goldenen Dachl sind es nur fünf Minuten zu Fuß zur Talstation der Nordkettenbahnen.
Wer möchte, kann den Weg zur Bahn kulturell aufpeppen, dem Domplatz einen Besuch abstatten oder am kaiserlichen Prachtbau der Hofburg vorbeiflanieren – Kultur to go, sozusagen. Architektonisch erwähnenswert sind außerdem die futuristisch anmutenden Nordketten-Stationen der 2016 verstorbenen Star-Architektin Zaha Hadid.
Von der Bergstation Seegrube geht es in rund 30 Minuten zur Kletterarena Seegrube mit über 30 Routen in feinster Lochkletterei an festem Kalk – die Stadt liegt einem derweil zu Füßen.
Sundowner-Zeit am Inn: Mit kühlen Getränken und Sonnenbrille geht es an die Inn-Promenade oder auf den Landhausplatz. Hier treffen sich die Innsbruckerinnen und Innsbrucker bei schönem Wetter und lassen südländisches Flair aufkommen. Alternativ: chillen im Hofgarten und dem bunten Treiben von der Wiese aus zusehen.
City-Flair bedeutet auch ein Potpourri an kulinarischen Köstlichkeiten. Innsbruck bietet alles, was eine Metropole bieten sollte: von asiatischer Fusion-Küche im „Woosabi“ über feine israelische Küche im „Hapoel“ (Tisch reservieren) bis zur „Wilderin“ mit regionalen, neu interpretierten Tiroler Köstlichkeiten. Food Trucks wie „Woodys Schmankerlkiste“ und lukullische Gaumenfreuden aus der Markthalle locken zwischen den Klettereinheiten.
Auf keinen Fall darf bei einem Innsbruck-Aufenthalt ein Stadtspaziergang durch die Altstadt fehlen. Los geht’s vor dem Goldenen Dachl, von hier flaniert man weiter durch die gotischen Laubengänge Richtung Maria-Theresien-Straße. Die Prachtstraße lädt zum gemütlichen Einkaufsbummel und einem Cappuccino in einem der vielen Cafés.
Ebenfalls einen Besuch wert ist die Hofkirche: Dort stehen 28 überlebensgroße Bronzefiguren um das leere Grabmal Kaiser Maximilians I. – eines der großartigsten Kaisergräber Europas. Die kaiserliche Hofburg gleich nebenan zählt – neben der Wiener Hofburg und Schloss Schönbrunn – zu den drei bedeutendsten Kulturbauten Österreichs.
In Innsbruck gibt es von der gehobenen Hotellerie bis zur Frühstückspension für jeden Anspruch die passende Unterkunft. Geschmackvolle und modern eingerichtete Appartements bietet beispielsweise der „Kasperhof“ – eine zertifizierte Kletterunterkunft in der Region Innsbruck. Von hier lassen sich viele Kletterspots und die City zu Fuß, per Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen.
Wer zwar Stadt erleben, aber lieber auf dem Land schlafen möchte, kommt beim „Glamping“-Campingplatz am Natterer See auf seine Kosten: Neben Stellplätzen für Van, Zelt und Wohnmobil lässt sich etwa eine Wood-Lodge mieten, samt teilüberdachter Panoramaterrasse und Barbecue-Grill. Dazu noch ein paar Bahnen im Natterer See – und der Urlaub ist perfekt.
Wer nach Innsbruck reist, sollte sich vorab das Angebot der „Innsbruck Card“ ansehen: Damit lassen sich die öffentlichen Nahverkehrsmittel kostenfrei nutzen, und sogar eine Gondelfahrt – beispielsweise mit der Nordkettenbahn – ist inkludiert. Die Card gibt es für 24, 48 oder 72 Stunden.
Preise und Leistungen ändern sich – im Ursprungsjahr dieses Beitrags (2021) starteten die Kosten der Innsbruck Card bei 49 Euro für 24 Stunden pro Erwachsenem. Aktuelle Konditionen bitte direkt bei Innsbruck Tourismus prüfen.
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