Wo das Pitztal zu einem engen V-Tal zusammenrückt, wo die Wasserfälle tosend in die Tiefe stürzen und das Eis des Pitztaler Gletschers auch im Sommer weiß funkelt – dort liegt das Klettergebiet Hexenkessel.
Der Hexenkessel bei Plangeroß im Pitztal ist kein Einsteigergebiet und auch nicht der ideale Ort für den ersten Schritt von der Halle an den Fels. Dafür ist er ein echter Funpark für geübte Kletterer, die sich vor allem ab dem siebten Grad wohlfühlen.
Zum Aufwärmen und Eingewöhnen an den Gneis lockt etwa „Wild Men Weekend“ im Sektor Platysma. Wer gleich kräftig loslegen will, findet in der Drei-Sterne-Tour „Ezechiel“ (6c) steile Riss- und Verschneidungskletterei. BÄM.
Text: Susa Schreiner
Ausgangspunkt ist der Parkplatz für die Kaunergrathütte und die Rüsselsheimer Hütte bei Plangeroß, fast am Talende. Von dort folgt man dem Hüttenzustieg zur Rüsselsheimer Hütte, die hoch oben wie ein Adlerhorst thront. Nach knapp 30 Minuten verlässt man den Hüttenweg: Ein Steinmann noch, im Spätsommer ein paar Himbeeren am Wegrand – und schon baut sich der Hexenkessel auf.
Der Platz ist friedlich, nur das Rauschen des Wassers ist zu hören. Der Blick reicht zum Pitztaler Gletscher, Richtung Kaunergrathütte und zur Watzespitze.
Tipp: Der Zustieg ist kurz und unkompliziert – also ruhig mehr Proviant einpacken. Das Panorama-Picknick nach dem Klettern ist das Zusatzgewicht wert.
Das Gebiet teilt sich in einen „unteren“ und einen „oberen Stock“. Vor allem der untere Stock verspricht mit vielen herausragenden Linien und einer Wiese am Wandfuß einen ausgefüllten Klettertag. Die Sektoren heißen unter anderem Platysma, Hauptsektor, Pitzexpress, Genusswand und Panoramawand.
Risse, Verschneidungen, Platten, Leisten, Aufleger: Die Kletterei im Gneis ist vielseitig – und oft schwer. Mehr als die Hälfte der Routen liegt im siebten und achten französischen Grad.
Die Wände sind nach Südwesten ausgerichtet. An heißen Sommertagen kann es deshalb auch auf 2.000 Metern ganz schön warm werden. Ideal sind spätes Frühjahr, Frühsommer und Herbst. Achtung: Im Frühjahr unbedingt die Lawinenlage prüfen.
Neben dem anspruchsvollen Hexenkessel bietet das rund 40 Kilometer lange Pitztal Fels für Einsteiger, Familien, Boulderer und Fans hochalpiner Kulissen. Einen Überblick gibt Pitztal – Klettern auf 40 Kilometer Länge.
Beste Zeit im Tal: je nach Schneelage vom späten Frühjahr bis zum ersten Schnee im Herbst. Im Frühjahr gilt für Klettersteige und höher gelegene Gebiete wie den Hexenkessel: Lawinenlage beachten.
Tipps & Sicherheit
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