Best of Achensee

Der beste Kalk Tirols? Im Rofan hoch über dem Achensee munkeln das inzwischen sogar internationale Top-Kletterer.
Blick über das Rofangebirge auf den Achensee
Blick über das Rofangebirge auf den Achensee

Vom Exotenziel zum Hotspot

Lange war das Rofangebirge – eingequetscht zwischen den Klettergebietspromis Karwendel und Wilder Kaiser – nur ein Ziel für Kletterexoten, die auf brüchig-feuchten Nordwandfels standen.

Es sollte bis zur Jahrtausendwende dauern, bis das volle Potenzial der Gegend erkannt wurde. Mittlerweile hört man von internationalen Top-Kletterern, im Rofan finde sich der beste Kalk Tirols – in dieser Qualität sonst nur aus Südfrankreich bekannt.

Die Wände am malerischen Rofanplateau gehen gerade durch eine zweite Renaissance: Die Location ist wieder in, neue Routen und Klettergärten werden erschlossen. Besonders im Sommer, wenn unten die Hitze glüht, sind die Felsen auf gut 2.000 Metern ein ideales Ziel. Und nach getaner Arbeit lockt der notorisch kühle Achensee mit Erfrischung und Gelato.

Text: Simon Schöpf

Blick über das Rofangebirge auf den Achensee

Rofan: die Top 3 fürs Sportklettern

1. Paradies
Hier findet man weder Äpfel noch Schlangen, dafür wasserzerfressenen, überhängenden Bombenfels in einer Umgebung, die idyllischer kaum sein könnte. Das dürfte für jedes ganz persönliche Kletterparadies reichen. Die Eintrittskarte in diesen Felshimmel muss man sich allerdings verdienen: Die lohnendsten Routen liegen im 7. und 8. Franzosengrad.

Überhängender Kalkfels im Klettergarten Paradies im Rofan

Edelweißwand und Streichkopf

2. Edelweißwand
Die Wand ist zwar mehr grau als weiß, aber edel allemal: Senkrechte, anspruchsvolle Kletterei dominiert den Klettergarten, delikate Stellen finden sich in jeder Linie.

Den krassen Gegensatz dazu bilden die alpinen Nordwandtouren der Hochiss – dem höchsten Gipfel im Rofan, in gut 30 Minuten von der Wand erreichbar: alte, geschlagene Haken mit weiten Abständen. Das war Rofan anno dazumal.

3. Streichkopf
Eine Felsarena auf 2.100 Metern Seehöhe, die sofort ins Auge sticht, wenn man von der Dalfazalm zur Hochiss wandert. Ein absolutes Top-Gebiet – Sonne bekommt der Streichkopf durch seine nordwestseitige Ausrichtung allerdings erst am späten Nachmittag.

Achensee: die Top 3 für Mehrseillängen

1. Klobenjoch
Man könnte fast ein wenig Angst bekommen vor so viel Bombenfels. Oder sich zu lange mit der Frage quälen, wo man denn nun als Erstes einsteigen soll. Fest steht: An diese Südwand kommt in puncto Felsqualität so schnell nichts heran. Ob man für eine knackige Sportklettertour im steilen „Eiskeller" heraufkommt oder für einen der Mehrseillängen-Klassiker am Klobenjoch – es lohnt sich.

Kletterin in der Südwand des Klobenjochs

2. Rotspitz

An Panorama kaum zu übertreffen: Die Routen an der Rotspitz sind zwar nicht die längsten, aber vielleicht die spektakulärsten. Der Tiefblick auf den Achensee ist einmalig, der kurze Zustieg von der Rofanseilbahn tut sein Übriges. Hier wirst du glücklich.

Kletterer beim Abseilen von der Rotspitz mit Tiefblick auf den Achensee

3. Lamsenspitze

Das Gebiet rund um den Achensee umfasst neben dem Rofan auch einen Teil des Karwendels. Die Routen an der Lamsenspitze sind ein perfekter Schnupperkurs in die Welt der alpinen Mehrseillängen. In 30 Minuten von der Lamsenhütte erreichbar – und man fühlt sich hier weit weg von der Welt.

Best of Klettersteig: die 5-Gipfel-Runde

Spieljoch, Haidachstellwand, Hochiss, Rosskopf und Seekarlspitze: All diese Gipfel lassen sich mit einer großen Klettersteig-Runde in einem Zug besteigen – willkommen am 5-Gipfel-Klettersteig.

  • Länge der einzelnen Steige: 180 bis 450 Meter
  • Gehzeit: 3 bis 5 Stunden
  • Varianten: praktisch endlos – die Runde lässt sich kürzen und kombinieren
Klettersteiggeher am 5-Gipfel-Klettersteig im Rofan

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