Ski und Eisgeräte werden langsam nervös, aber das ist jetzt egal. Bei diesem Wetter gibt es nur noch einen Wunsch: noch einmal Sportklettern am Fels, bevor das Jahr vorbei ist.
Ihr lebt nach dem Motto „Wir könnten doch noch mal …“? Dann sagen wir euch, wohin: Zams-Affenhimmel, Geisterschmiedwand, Chinesische Mauer und Hanger. Und wenn ihr dort jeden Griff auswendig kennt, warten auf Climbers Paradise noch viele weitere Gebiete.
Text: Susa Schreiner
Was im Sommer fürchten lässt, macht im Spätherbst Freude: eine südseitig ausgerichtete Wand. Das Traditionsgebiet Zams-Affenhimmel bei Starkenbach ist so ein Paradebeispiel. Im Sommer knallt ab Mittag die Sonne schamlos in die Wand – im Spätherbst wärmt sie angenehm den Rücken, und die eine oder andere T-Shirt-Tour ist noch drin. Höchstens etwas Haut lässt man in der teils steilen, rauen Wandkletterei. Unten fließt der Inn im schrägen Herbstlicht gemütlich dahin.
Auf einen Blick:
„Süßes Gift“ trifft es auf den Punkt – beim Abstieg heißt es hier gern: „Wir könnten doch noch mal …“
Wenn eine Freundin vom „Geistern“ spricht, weiß ich sofort, was gemeint ist: „Wir könnten noch mal an die Geisterschmiedwand im Kufsteinerland.“ Leicht wie ein Geist nach oben schweben geht hier allerdings nur mit Kraft und Ausdauer – größere Portionen von beidem schaden nicht. Wer darüber verfügt, hat viel Spaß in Löchern, Leisten und Auflegern.
Auf einen Blick:
Danach warten in Kufstein Cafés und Lokale am Inn – mit oder ohne Alkohol. Ein Herbst-Highlight: mit den letzten Sonnenstrahlen den Umlenker klippen und die golden leuchtenden Dächer von Kufstein genießen.
Ein Felsriegel, der seinem mächtigen Namen alle Ehre macht: Die Chinesische Mauer in der Region Seefeld liegt markant über der Leutasch – mehrere hundert Meter breit und bis zu 150 Meter hoch. Der Fels: griffiger Wettersteinkalk, wie man ihn sonst nur im Hochgebirge findet, hier aber ganz in Talnähe.
Auf einen Blick:
Seit 2017 hat der Verein Mauerfix viele Routen saniert: Statt rostiger Bohrhaken stecken heute Klebehaken im Injektionsmörtel, statt alter Rapidglieder gibt es Kettenstände mit Stahlkarabiner.
Die Tiroler Zugspitz Arena ist ein grandioser Spielplatz: Im Sommer locken Ein- und Mehrseillängen in frischer Höhenluft an den Plattspitzen – im Spätherbst tummeln sich die Kletterer am Hanger, einem Sportklettergebiet im Tal, ein bisschen im Niemandsland zwischen Bayern und Tirol.
Quasi die Kletter-Muckibude – mit Frischluft-Garantie und ohne Mitgliedsbeitrag. Ein Gebiet mit Wiederholungspotenzial: „Nur noch einmal, dann …“
Tipps & Sicherheit
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