Seefeld & Leutasch: Great Lines für Hard- und Softmover

Tirols Hochplateau Seefeld schnürt für große und kleine Kletter-Enthusiasten ideale Abenteuer-Pakete: von High-Performance an der „Chinesischen Mauer“ über Genuss am „Mauerbogen“ bis zu Familienspaß am „Flämenwandl“ und an den „Sonnenplatten Scharnitz“.
Kletterer im Felsriegel der Chinesischen Mauer über der Leutasch
Kletterer im Felsriegel der Chinesischen Mauer über der Leutasch

Abenteuerland auf 1.200 Metern

„Komm mit mir ins Abenteuerland, auf deine eigene Reise … und tu’s auf deine Weise …“ – getreu dem Ohrwurm der Deutsch-Pop-Band Pur können sich Outdoor- und Kletterfans ihren Sommerurlaub in der Region Seefeld – Tirols Hochplateau zusammenstellen.

Jede und jeder wählt das Lieblingsabenteuer und genießt auf seine Weise herrliche Sommertage auf 1.200 Metern Höhe:

  • Chinesische Mauer – Pilgerort für die Kletterelite der ganzen Welt, nicht zuletzt wegen der berühmten Great Line „Puls 2000“
  • Mauerbogen – eine Vielzahl fantastischer Routen in moderaten Schwierigkeiten, gut ausgebauter Zustieg und Parkplatz inklusive
  • Flämenwandl und die frisch sanierten Sonnenplatten Scharnitz – zaubern Familien und Kletterneulingen ein Lächeln ins Gesicht

Fehlt noch was fürs persönliche Abenteuerland? Dann hereinspaziert zum Stand-up-Paddling am Wildsee in Seefeld. Warmbader werden vom Möserer See entzückt sein – hier steigen die Wassertemperaturen im Sommer bis auf 25 Grad. Die Yoginis gewinnen beim Sunrise-Yoga auf knapp 2.500 Metern ganz neue Ein- und Ausblicke, während Sauna-Fans die höchste Dichte an Wellnessbetrieben im ganzen Alpenraum schätzen. Ach ja: Innsbruck liegt nur 20 Kilometer entfernt.

Text: Susa Schreiner

Great Lines an der Chinesischen Mauer

Ein Felsriegel, der diesen mächtigen Namen würdig trägt: das Klettergebiet „Chinesische Mauer“. Das Felsjuwel liegt markant über der Leutasch und ist weithin sichtbar – genau wie das chinesische Original. Mit stattlichen 100 Metern Breite und bis zu 150 Metern Höhe lässt es regelmäßig Kletterherzen höherschlagen: sei es bei der bloßen Vorstellung, dort zu klettern, oder wenn man gerade in einer der Paraderouten unterwegs ist.

  • Routen: über 180, verteilt auf elf Sektoren
  • Maße: rund 100 m breit, bis zu 150 m hoch
  • Paraderoute: „Puls 2000“ – zählt in Kenner- und Könnerkreisen zur schönsten ihrer Art im Grad 7c+
  • Für wen: richtig Spaß macht die „Mauer“ ab dem 8. Franzosengrad aufwärts – dann steigt man auch getrost in den „Watschenmann“ (7b+) ein, ohne größere Blessuren davonzutragen
Kletterer im Felsriegel der Chinesischen Mauer über der Leutasch

Flämenwandl: climb, grill, chill

Das Familienklettergebiet Flämenwandl liegt direkt an der Leutascher Ache und ist nach seinen Erschließern benannt: Flämen, also niederländisch sprechende Belgier aus der Region Flandern. Sie absolvierten einen Routenbau-Kurs und waren wild entschlossen, das Erlernte gleich in die Tat umzusetzen. Herausgekommen ist das „Flämenwandl“.

Das nördlich ausgerichtete Gebiet ist bestens geeignet für heiße Sommertage, zudem lockt die Ache zum Abkühlen. Die Routen starten im dritten Schwierigkeitsgrad – ideal für erste Felsversuche. Zum echten Sommer-Abenteuertag wird der Besuch, wenn man ein paar Würstel in der Kühltasche mitbringt und abends am Steinufer ein Feuer entzündet: Dann knackt das Holz, die Funken sprühen, der Sternenhimmel breitet sich aus. Und wenn dann noch der Duft von Stockbrot und Grillwürstel die Luft erfüllt, ist der Tag perfekt.

Kletternde und chillende Gruppe im Klettergarten Flämenwandl an der Leutascher Ache

Scharnitzer Sonnenplatten – auf den Spuren von Heinz Zak

Heinz Zak hat mit viel Herzblut und Fleiß und einem engagierten Team die Sonnenplatten Scharnitz saniert und erweitert. Der Extremkletterer legte sowohl beim Sanieren als auch beim Erschließen neuer Routen sehr viel Wert darauf, dass die Hakenabstände moderat und die Kletterlinien harmonisch sind. Zak will damit sanfte Einstiege schaffen – Einstiege von der Halle an den Fels. Er geht selbst viel in die Halle zum Trainieren, beobachtet die neue Generation Kletterer und will genau dieser Community den Sprung an den Fels ermöglichen.

Sicherheit steht im Klettergarten an oberster Stelle, genauso wie schöne Linien, die auch in den unteren Schwierigkeitsbereichen äußerst lohnend sind. Eine Chill-Area mit Wasserbrunnen, Slackline und WC-Anlagen rundet den Klettergarten ab.

Hinweis (Stand Frühjahr 2021): Damals war der Klettergarten aufgrund von Steinschlag nur eingeschränkt nutzbar. Bitte vor dem Besuch immer die aktuelle Situation auf Climbers Paradise nachlesen.

Kletterin an den plattigen Routen der Sonnenplatten Scharnitz

After-Climb und Kulinarik

Wenn im Sommer die Luft flirrt, kühlt die Leutascher Ache Körper und Geist perfekt ab – zusammen mit einem Picknick am Ufer wird daraus ein unvergesslicher Sommertag. Alternativ zieht man ein paar Bahnen durch den Wildsee in Seefeld und genießt danach ein großes Eis. Wer in Scharnitz unterwegs ist, sollte im „Café in der Länd“ einkehren.

Bärenhunger? Ganz in der Nähe von Flämenwandl, Mauerbogen und Chinesischer Mauer liegt das „Gasthaus Brücke“ in der Leutasch. Vegan-vegetarisch kocht das Naturhotel „Aufatmen“, ebenfalls in der Leutasch – abends können auch Gäste von außerhalb das 4-Gänge-Menü bestellen (Tischreservierung empfehlenswert).

Alles – außer Klettern

Ja, gut, Klettersteig ist auch klettern, aber: Der Seefelder Panoramaklettersteig (C/D) auf die Seefelder Spitze ist ein Muss. Der Steig führt von der Rosshütte auf einen der schönsten Gipfel der Region – mit traumhaftem Panorama über das gesamte Karwendelgebirge, zur Zugspitze, nach Italien und noch weiter.

Wirklich ohne Klettern: eine Wanderung auf die Nördlinger Hütte. Es wird gemunkelt, dass man dort den wahrscheinlich allerbesten Kaiserschmarrn und die schönsten Sonnenuntergänge genießen kann. Bikerinnen und Biker – egal ob Mountainbike, Trail oder E-Bike – finden sich hier garantiert wie im Abenteuerland wieder. Deutlich entspannter geht es beim Waldbaden oder beim Sunrise-Yoga am Seefelder Joch zu.

Yoga bei Sonnenaufgang am Seefelder Joch

Übernachten

Ganz, wie man möchte: von Camping über Ferienwohnung und familiengeführte Pension bis zum (Luxus-)Wellnesshotel – die Auswahl in der Region Seefeld – Tirols Hochplateau ist riesig.

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