Seil, Gurt und Karabiner in den Kofferraum werfen und losfahren, ohne einen Fahrplan zu checken – bequem ist das schon. Nur: Als bergsportaffine Menschen sollten wir die Natur bei allem, was wir tun, mitdenken.
Der saubere Zustieg ist längst kein Verzichtsprogramm mehr. Besonders beliebt ist das E-Bike – mit dem Haken, dass Radfahren nicht auf allen Forstwegen erlaubt ist und auf Wanderwegen ohnehin zu Fuß gegangen wird. Und wer nicht im Bergland daheim ist, muss erst einmal von der Stadt zum Ausgangspunkt kommen. Dafür sind Bus und Bahn die beste Alternative zum eigenen Auto. In vielen Tourismusregionen heißt es im Sommer im Regionalverkehr „Bahn frei“ beziehungsweise „Bus frei“ – vor allem mit einer Gästekarte. Die Steinberge machen vor, wie das für Kletterfans funktioniert.
Wichtig: Welche Gästekarte welche Leistungen enthält, ändert sich von Saison zu Saison. Die Konditionen deshalb vor der Buchung kurz beim Tourismusverband oder bei der Unterkunft gegenchecken.
Beispiel: Wohnort München, Ziel die Steinplatte in Waidring im Pillerseetal. Bei der Buchung der Unterkunft lässt man sich gleich den Link zur Gästekarte schicken und speichert sie in der App.
Während des gesamten Aufenthalts ist man damit auf allen Nahverkehrszügen zwischen Hochfilzen und Wörgl unterwegs sowie mit den Bussen innerhalb des Pillerseetals – im Osten bis Lofer, im Westen bis Ellmau. Entspannter als im Stau stehen, und die Zeit reicht, um den Kletterführer von Adi Stocker in Ruhe zu studieren.
Zusätzlich gibt es die PillerseeTal-Card, die unter anderem eine tägliche Bergbahnfahrt auf die Steinplatte enthält – damit steht man in kürzester Zeit direkt am Fels. Auch die Klettersteige Henne und Marokka auf der anderen Talseite sind so über die Bergbahnen Fieberbrunn erreichbar. Umfang und Gültigkeit der Card wechseln, also vorab kurz nachsehen.
Sind die Loferer Steinberge das Ziel, funktioniert es genauso unkompliziert: Wer im Salzburger Saalachtal übernachtet, kann mit der dortigen Gästekarte die Öffis im gesamten Pinzgau nutzen. Sie gilt bereits am Anreisetag – wer mit dem Zug kommt, zahlt also schon ab Salzburg beziehungsweise ab Zell am See oder Saalfelden Leogang nichts mehr.
Für die Leoganger Steinberge gilt dasselbe Prinzip mit der Gästekarte von Saalfelden Leogang. Die Klettersteige Leoganger Nord und Süd, die von der Passauer Hütte ausgehen, erreicht man bequem über den Bahnhof Leogang-Steinberge – und kann sich sogar kurzfristig entscheiden, ob man nach Saalfelden oder nach Weißbach absteigt. Ein Detail, das mit dem eigenen Auto am Ausgangspunkt nicht funktioniert.
Ergänzend gibt es in der Region Almerlebnisbusse, die auch abgelegenere Ausgangspunkte anfahren. Fahrpläne und Saisonzeiten wechseln – vor der Tour kurz prüfen.
Innerhalb der Region ist man mit dem E-Bike schnell beim nächsten Kletterziel – und kommt damit in vielen Fällen sogar näher heran, als Bus und Bahn es können. Verleihstellen gibt es in allen Orten: im Pillerseetal, bei den Loferer Steinbergen sowie in Leogang und Saalfelden.
Ein Hinweis, der oft untergeht: Radfahren ist in Österreich nicht auf allen Forstwegen erlaubt, auf Wanderwegen ohnehin nicht. Vor der Tour also kurz klären, wie weit man wirklich fahren darf.
Und wenn das Wetter nicht mitspielt: In Fieberbrunn gibt es E-Car-Sharing – eine Alternative, die zumindest emissionsärmer ist als die Fahrt mit dem eigenen Verbrenner.
Tipps & Sicherheit
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