Waidringer Steinplatte: Klassiker und Mehrseillängen-Hochgenuss

Sieben Kilometer Felsband, bis zu 250 Meter hoch – und eine Felsqualität, die man schon vom Tal aus erahnt.
Das Felsband der Waidringer Steinplatte
Das Felsband der Waidringer Steinplatte

Sieben Kilometer purer Fels

Zwischen Waidring und Lofer zieht sich, weithin sichtbar, ein gut sieben Kilometer langes Felsband mit bis zu 250 Metern Höhe: die Steinplatte.

Egal ob Sportkletterer oder Alpinist, motivierter Anfänger oder Routinier – hier findet jeder etwas. Die Region Steinberge hat mit dieser Wand eines der vielseitigsten Mehrseillängen-Gebiete Tirols.

Text: Susa Schreiner

Das Felsband der Waidringer Steinplatte

Unten plattig, oben griffig

So lässt sich die Kletterei am zentralen Pfeiler in Kürze zusammenfassen: Am Wandfuß geht es eher plattig los, nach oben wird es immer steiler, ausgesetzter – und unglaublich griffig.

Quert man vom Parkplatz der Mautstraße zu den Einstiegen hinüber, kommt man zuerst an Sportklettersektoren und kurzen, dafür knackigen Mehrseillängen-Routen vorbei. Das ist die Spielwiese für alle, die sich ab dem 8. Grad wohlfühlen.

Auf engstem Raum lässt sich hier zwischen sehr unterschiedlichen Absicherungsstilen wählen – Eigenengagement ist streckenweise durchaus gefragt.

Routenvielfalt: Fluch und Segen

Der einzige Wermutstropfen an der Steinplatte: Viele der bekannten Linien sind keine eigenständigen Routen, sondern Kombinationen aus verschiedenen Durchstiegen oder sogar einzelnen Seillängen. Wer Orientierung braucht, sollte das Topo genau studieren.

Andererseits ist genau das der große Vorteil: Man kann unterwegs je nach Kraftreserven und Zeitplan in eine schwierigere Abkürzung oder eine einfachere Umleitung abbiegen. Gerade im oberen Wandteil, wenn die Ausgesetztheit zunimmt, ist das Gold wert.

Nach dem Klettern ist vor dem Baden: Badeklamotten einpacken und nach St. Ulrich an den Pillersee – rein ins Wasser und treiben lassen.

Kletterin in der Route Ironlaus an der Steinplatte

Tipps und Infos

  • Brotzeit: Die Stallenalm liegt im Skigebiet der Steinplatte, nur zehn Gehminuten vom Parkplatz – eine satte Jausenstation mit Tiroler Skihüttenflair, praktischerweise auf dem Rückweg.
  • Übernachten: Im PillerseeTal gibt es alles vom Wellnesshotel bis zur Ferienwohnung. Besonders zu empfehlen: der Traditionsgasthof und Kletterertreff Adolariwirt südlich von Waidring Richtung St. Ulrich am Pillersee.
  • Zustieg sparen: Wer im Tal nächtigt, nimmt die Steinplatten-Gondel. Von der Bergstation führt ein kurzer, steiler, versicherter Steig über Leitern und Tritte hinunter Richtung Wandfuß.
  • Für Familien: Auf dem Weg liegt der „Triassic Park", ein interaktiver Outdoor-Freizeitpark. Vor 200 Millionen Jahren lag hier das Urmeer Tethys.

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