Die längste Wand im Wilden Kaiser? Die Kleine Halt-Nordwestwand mit 1.000 Klettermetern auf 24 Seillängen („Via Aqua"). Die „Freier als Paul Preuß" am Hochkönig? 1.150 Meter, 28 Seillängen. Die berühmte „Don Quixotte" an der Marmolada-Südwand? 800 Meter, 20 Seillängen.
Und die Loferer Steinberge? Achtunddreißig Seillängen. Durchgehend mit Bohrhaken. Der Name der Route könnte kaum passender ausfallen: „EndeNie". Nomen est omen – wer unter dieser Wand steht, sagt erst mal gar nichts.
Text: Simon Schöpf
Im Osten des Strubtals genießen die kompakten, sieben Kilometer langen Kalkwände der Loferer Steinplatte ihr Sonnenbad. Im Westen ist die Szenerie eine gänzlich andere: hoch, alpin und schattig präsentieren sich die Nordabbrüche des Loferer Steinbergs.
Wer die EndeNie auf der Ticklist hat, sollte früh dran sein – ein ausgefüllter Tag ist das allemal. Und wenn die Stelle dann gemeistert ist, heißt es statt EndeNie eher EndeBald: Mit dem Rundumblick vom Gipfel hat man eine der längsten durchgehend mit Bohrhaken abgesicherten Touren der Nördlichen Kalkalpen im Sack.
Übernachten lässt sich in der Schmidt-Zabierow-Hütte. Und wenn das Hochdruckgebiet auch am nächsten Tag noch verweilt, kann man von der Marathon- auf die Sprintdistanz wechseln – und damit auf die Talseite, an die Steinplatte.
Wer gern klettertechnische Marathons läuft, dem sei Adi Stockers Auswahlführer der ganz großen Klettereien in den Nördlichen Kalkalpen ans Herz gelegt: Longlines, Panico Alpinverlag.
Für die Touren am Kalkriff der Steinplatte gibt es den Alpinkletterführer Steinplatte mit Wiesloch, Wemeteigen, Sonnwandl, Loferer Alm und den Klettergärten der Umgebung.
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