Gipfelstürmernadel im Karwendel: 40 Meter auf eine geschichtsträchtige Kalknadel

Eine freistehende Kalknadel unter der Erlspitze, eine Fahne am höchsten Punkt und ein Gipfelbuch, das sich wie ein Geschichtsbuch liest: die Gipfelstürmernadel im Karwendel.
Kletterer in einer alpinen Felswand mit Blick auf die Berge
Kletterer in einer alpinen Felswand mit Blick auf die Berge

Der lange Zustieg hält die meisten ab

Fotos dieser einzigartigen Felsnadel im Karwendel sieht man immer wieder – erklettert wird sie selten. Der lange Zustieg ist der Grund, warum die Gipfelstürmernadel ein stilles Ziel geblieben ist.

Lukas Wimmer und Niklas haben sie sich vorgenommen: mit dem Zug nach Hochzirl, über das Solsteinhaus hinauf Richtung Erlspitze und dann die Bergfahrt auf die Nadel. Belohnt wurden sie mit Nebelstimmung, Blick auf unzählige einsame Karwendelgipfel und einem Gipfelbuch, dessen Einträge bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts zurückreichen. Die Nadel liegt im Gebiet rund um Innsbruck.

Text: Lukas Wimmer

Mit der Bahn zum Zustieg

Der Zustieg beginnt am Bahnhof Hochzirl: zu Fuß hinauf zum Solsteinhaus und weiter Richtung Erlspitze. Die Nadel steht kurz vor dem Gipfel und ist erst dann zu sehen – bei Lukas und Niklas hüllte sie sich in Nebel, was für eine fast mystische Stimmung sorgte.

Achtung: Der kurze Abstieg von oben zur Nadel erfordert alpine Erfahrung. Schwierig ist er nicht, aber der Fels ist typisch fürs Karwendel: brüchig. Helm auf, und bei Nässe oder Restschnee lieber verschieben. Plant großzügig Zeit ein – der Zustieg ist der eigentliche Aufwand dieser Tour.

Die freistehende Kalknadel der Gipfelstürmernadel im Karwendel im Morgenlicht

Die Kletterei: 40 Meter auf die Nadel

Für den Aufstieg gibt es mehrere Möglichkeiten, Lukas und Niklas nahmen die einfachste Route: 40 Klettermeter bis zum höchsten Punkt. Für den angegebenen Grad klettert sie sich steil – und die Normalhaken stammen wohl noch von den Erstbegehern.

Das heißt: Verlasst euch nicht auf das Fixmaterial. Mobile Sicherungsmittel, Schlingen für Sanduhren und Zacken sowie Material für einen eigenen Standplatz gehören in den Rucksack, ebenso ein Abseilset für den Rückweg. Wer den alten Haken nicht traut, hat mit eigenem Material die bessere Karte.

Das Gipfelbuch: Einträge seit der Mitte des 20. Jahrhunderts

Am höchsten Punkt steht eine Fahne, dazu gibt es ein Gipfelbuch. Begehungen sind selten, dafür liest sich das Buch wie eine Geschichte: Die Einträge reichen bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts zurück, man könnte Stunden damit verbringen, es durchzublättern.

Bitte mitnehmen: Das Gipfelbuch braucht dringend ein neues Plastiksackerl – wer als Nächster hinaufsteigt, hat hoffentlich eines im Rucksack. Ausklingen lässt sich die Bergfahrt bestens mit einer Einkehr im Solsteinhaus.

Kletterer am höchsten Punkt der Gipfelstürmernadel im Karwendel

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