Umweltschutz beim Klettern: 5 Regeln für saubere Klettergebiete

Endlich wieder Felssaison! Damit die Natur, in der wir klettern, so schön bleibt, wie sie ist, braucht es neben der Lust auf Fels auch einen Gedanken an den Umweltschutz.
Kletterer in einer Mehrseillänge im Tannheimer Tal
Kletterer in einer Mehrseillänge im Tannheimer Tal

Respect and preserve nature!

Jedes Jahr dasselbe leidige Thema: Spätestens im Herbst wundert man sich, wo all der Müll herkommt. Wer durch den Wald zum Fels geht, muss oft aufpassen, nicht in die Hinterlassenschaften anderer zu treten. Und gewesen sein will es natürlich niemand.

Auf der Suche nach dem Sündenbock wird schnell klar: Es ist nicht der Einzelne, sondern das Kollektiv. Klettern ist zwar ein Individualsport – aber wenn es um die Nutzung der Natur geht, ergibt sich aus vielen Einzelnen eine große Summe an Leuten, die regelmäßig durch Wald und Wiesen stapfen. Unsere Bewegungsräume zu schützen, ist deshalb Aufgabe jedes Kletterers und jeder Kletterin. Diese fünf Punkte helfen dabei.

Text: Martina Scheichl

1. Liegengebliebenen Müll mitnehmen

Thema Nummer eins: der Müll. Auch wenn er nicht von euch stammt – nehmt zurückgelassene Papiersackerl, Zigarettenstummel (!) und Ähnliches mit, statt sie Mutter Natur zu überlassen.

Noch besser ist es, gar keinen Müll zu produzieren:

  • Beim Einkauf Plastikverpackungen vermeiden und Papiersackerl (z. B. fürs Brot) wiederverwenden.
  • Die Jause zu Hause in eine Box packen – dann landen auch keine Verpackungsreste im Klettergebiet.
  • Wiederverwendbare Trinkflaschen statt Einwegflaschen.

2. Macht euch unsichtbar beim „Austreten“

Wer muss, der muss – daran könnte nur die Evolution etwas ändern. Das Klopapier muss man aber trotzdem nicht liegen lassen: Packt es ein und entsorgt es in der nächsten Mülltonne.

3. Lärmpegel in Grenzen halten

Musik aus der mobilen Box oder lautstarkes Anfeuern stört nicht nur andere Kletterer, sondern auch die Tiere. Und es kann ernste Folgen haben: Empfindet etwa ein Jäger sein Revier durch Kletterer als gestört, kann eine laute Gruppe das Fass zum Überlaufen bringen – und das Gebiet wird gesperrt. Das Blöde daran: Wir wissen nie, wie voll das Fass schon ist. Deshalb lieber etwas leiser sein und die Grenzen nicht unnötig strapazieren.

Mehr zum rücksichtsvollen Miteinander: Verhalten am Fels: 10 Tipps für ein entspanntes Miteinander.

Klettern im Klettergarten Platzl am Achensee

4. Auf den Wegen bleiben

Manchmal ist es gar nicht so leicht, den richtigen Weg zu finden – etwa zum Sektor Glückshormon im Klettergarten Niederthai oder zum Zustieg an die Fleischbank im Wilden Kaiser. Das liegt vor allem daran, dass viele vor uns dieselbe Frage hatten und einfach mal in die ungefähre Richtung durch den Wald gestapft sind.

Wildes Gehen abseits der Pfade macht den Wald auf lange Sicht kaputt. Dabei gilt: Handelt es sich nicht gerade um einen Geheimtipp, sind vor uns schon unzählige Menschen zur Wand gegangen – es gibt also einen Weg. Bleibt darauf: Das ist einfacher, sicherer und bewahrt die Ursprünglichkeit unserer Wälder.

5. Sauber kann jeder!

Sauberer und nachhaltiger zu leben, ist eine bewusste Entscheidung, die jede und jeder treffen kann – etwa mit wiederverwendbaren Verpackungen und Trinkflaschen oder mit Ausrüstung von Herstellern, die nachhaltig produzieren.

Viele denken, es sei unmöglich, immer auf alles zu achten. Aber: Wir legen das Maß unserer Möglichkeiten selbst fest. Schon der Verzicht auf ein einzelnes Sackerl zählt – vor allem, wenn ganz viele darauf verzichten. Also: so oft wie möglich daran denken, ruhig mal die Komfortzone verlassen und ausprobieren, wie es sich nachhaltiger leben lässt. Meist ist es weniger Aufwand als gedacht – und es fühlt sich obendrein gut an.

Was Climbers Paradise tut

Climbers Paradise engagiert sich gemeinsam mit den Regionen in vielen Tiroler Klettergärten dafür, dass es die nötige Infrastruktur gibt, um Müll unkompliziert an der richtigen Stelle zu entsorgen. Mehr dazu: Ecopoint – was ist das?

Vielerorts gibt es außerdem Sanitäranlagen oder andere Einrichtungen für Kletterer, zum Beispiel im Bouldergebiet Silvapark Galtür. Wo dafür ein kleiner Unkostenbeitrag verlangt wird, dient er dem Erhalt des Gebiets – nicht dem Geschäft auf Kosten der Kletterer.

Wie respektvolles Klettern in der Praxis aussieht, zeigt auch unsere Initiative Climbing with Respect.

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