Puristisch unterwegs: eBike & Climb auf der Muttekopfhütte

aktualisiert am: 18. Juni 2025
Die Muttekopfhütte thront hoch über Imst wie ein steinernes Versprechen – hier verschmelzen nachhaltige Mobilität und die wilde Schönheit der Lechtaler Alpen zu einem stimmigen Gesamterlebnis. Ein Tag am Fels, erreichbar mit Bahn, Rad und Muskelkraft – weil Freiheit oft schon beim Weg dorthin beginnt.
Kletterer in den Routen um die Muttekopfhütte in den Lechtaler Alpen
Kletterer in den Routen um die Muttekopfhütte in den Lechtaler Alpen

Klimaneutral zum Klettern

Ein leises Surren begleitet die ersten Sonnenstrahlen durch den frühmorgendlichen Wald oberhalb von Imst. Bergauf, immer bergauf, durch duftende Wälder und über sattgrüne Almwiesen, wo Kühe neugierig ihre Köpfe heben. Das eBike macht aus dem sonst schweißtreibenden Zustieg zur Muttekopfhütte eine entspannte Anreise: mehr Energie für die Wand, mehr Zeit für die feinen Details am Fels.

2 E-Biker mit Kletterausrüstung

Die puristische Route: Zug, Rad, Füße

Puristisch ist unser Anreisetag in vielerlei Hinsicht: Wir wollen mit möglichst kleinem Fußabdruck zum Fels – ohne Auto, dafür mit Zug, Rad und zu Fuß. In genau dieser Reihenfolge.

eBike & Climb ist längst zu einem eigenen Genre in Tirols Kletterszene geworden. Ecopoint statt Rotpunkt, könnte man sagen. Besonders bei alpinen Mehrseillängenrouten erleichtert das eBike lange Zustiege mit schwerem Rucksack enorm. Das spart Kraftreserven für die entscheidenden Züge in der Wand und schont gleichzeitig die Knie beim Abstieg.

Für klassisches Sportklettern wird das eBike zwar noch eher selten genutzt – die Klettergärten rund um die Muttekopfhütte sind dafür jedoch wie geschaffen. Kurze Wege, große Wirkung.

Kletterer in den Lechtaler Alpen Muttekopfhütte

eBike & Climb: Sportklettern an der Muttekopfhütte

Abhängen mit Aussicht: Daniel Felsner im Sektor Eisenhut. „Scharf, aber genial!“ Insgesamt gibt es 10 Klettergärten in traumhaft schönem, alpinem Ambiente oberhalb der bewirtschafteten Muttekopfhütte.

Zu den Topos: eBike & Climb: Sportklettern an der Muttekopfhütte

Minimalismus trifft Tiroler Präzision

Mit dabei sind heute Ramona Kerber und Daniel Felsner vom Austrialpin-Ambassador-Team. Beide waren noch nie hier oben – umso größer ist die Begeisterung für das Gesamtpaket: die sanften Almwiesen beim Zustieg, die schroffe Felslandschaft rund um die Hütte und nicht zuletzt die Küche der Muttekopfhütte.

„Da herobn stimmt einfach das Gesamtpaket“, schwärmt Ramona, während sie ihre Ausrüstung für die erste Route im Sektor Felswurm sortiert. „Da kann i sogar meine Eltern mit auffa nehmen!“

An ihrem Gurt baumeln die neuen ELEVEN Raw Express-Sets von Austrialpin – reduziert im Design, funktional bis ins Detail. Produziert in Tirol, genau wie die Bergwelt, in der sie heute zum Einsatz kommen. Der reduzierte Einsatz von Eloxal sorgt für Ressourcenschonung und passt perfekt zur nachhaltigen Idee des Tages.

Felsvielfalt wie aus dem Geologiebuch

Das Besondere am Muttekopfgebiet ist die geologische Vielfalt. Konglomeratfelsen nahe der Hütte wechseln sich mit griffigem Kalk am Blauen Kopf und den markanten Überhängen der Roten Wand ab. Ein ganzer Kletterführer voller Möglichkeiten wartet darauf, entdeckt zu werden.

Hüttenwirt Patrick erzählt:
„Ein Geologe hat einmal zehn Jahre über den komplexen Aufbau des Gesteins hier geschrieben.“

Immer wieder kommen Forschergruppen und Studenten zum „Steinderlklopfen“ hierher. Uns fehlt dafür heute allerdings die Zeit – wir wollen klettern und möglichst viel vom rauen Fels unter den Fingern spüren.

Kletterin in den Lechtaler Alpen

Zeit für das Wesentliche

Denn kürzere Zustiege dank eBike bedeuten vor allem eines: mehr Zeit am Fels. Für die Bewegungen in den charakteristischen Löchern des Konglomerats. Für den Moment, wenn eine schwierige Sequenz endlich gelingt. Und auch für diesen ganz speziellen Schmerz in den Fingerspitzen, der erst verschwindet, wenn der Umlenker geklippt ist.

„Harrschdi, ist der Fels scharf – des gibt’s ja nit. Aber genial!“, ruft Daniel vom Top seiner Route im Sektor Eisenhut. Der Name der Tour könnte passender kaum sein: „Blutige Finger“ (7a).

Jausen auf Hütte

Das Gesamtpaket stimmt

Die Muttekopfhütte hoch über Imst beweist einmal mehr: Manchmal führen die kürzesten Wege zu den größten Erlebnissen. Umso verdienter ist dann der obligatorische Kaiserschmarrn auf der Hütte, den man mit schweifendem Blick hinaus ins Inntal und die Ötztaler Alpen von der Sonnenterrasse aus genießt.

Danach noch ein Radler, weil man weiß: Das eBike wartet geduldig unterhalb der Hütte, bis wir wieder ankommen und entspannt ins Tal rollen.

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