Die Kaiserwand lebt von ihren Routenschraubern – zwei Köpfen, zwei Philosophien, ein gemeinsames Ziel: geile Routen bauen.
Armin Widauer kennt die Halle und die Kletterszene im Tiroler Unterland wie niemand sonst. Seit 2017 ist ein Großteil der Routen an der Kaiserwand sein Werk. Für ihn ist klar: „Weil es coole Routen gibt" – das ist der Grund, um an der Kaiserwand zu klettern. Aber das reicht ihm nicht. Auch leichtere Routen sollen einen gewissen
Klaus Fendler bringt internationales Know-how mit nach Ellmau. Er hat Wettkämpfe in Australien, Russland, Singapur und den USA geschraubt, viele Kletterer trainiert und gecoacht. Seine Erfahrung ist breit gefächert – und das spürt man in seinen Routen. Für Klaus liegt die Kunst des Routenschraubens nicht in der Komplexität, sondern in der Klarheit: Routen sollen zugänglich sein, nicht überladen wirken und dennoch fordern. „Der technische Aspekt ergibt sich meist von ganz allein", sagt er. Es sind die scheinbar einfachen Linien, die den Körper natürlich zu präzisen Bewegungen führen – und darin liegt der Schlüssel zu nachhaltigem Kletterspaß.
Gemeinsam haben Armin und Klaus geplant: regelmäßige Updates, monatlich neue Routen, sodass es in der Halle nie langweilig wird und Projekte nie ausgehen. Und das Beste? Ein Feedbacksystem für alle Kletterer – eine echte Einladung, Wünsche zu äußern und die Entwicklung der Routen mitzugestalten. Die Halle lebt von ihrer Community.technischen Anspruch haben. „Man darf auch bei leichten Routen etwas überlegen" – das ist seine Philosophie. Beim Schrauben genauso wie beim Selberklettern in der Wand.
Lust auf eine spontane Session am frühen Morgen? Oder lieber ein paar entspannte Routen am späten Sonntagabend? In der Kaiserwand wird das künftig ohne Organisationskram möglich sein.
Ein modernes Zugangsystem ist bereits in Planung: Registrieren, Dauerkarte holen, fertig. Kletterer können die Halle innerhalb der Öffnungszeiten selbstständig nutzen – ein- und auschecken inklusive. Das bedeutet vor allem: mehr Freiheit, maximale Flexibilität, kein administrativer Aufwand. So klettern, wann es passt.
Auch das Angebot an der Wand kann sich sehen lassen: Rund 800 m² Kletterfläche bei bis zu 16 Metern Wandhöhe. Über 90 abwechslungsreiche Routen bis in den 10. Schwierigkeitsgrad. Ob erste Kletterversuche oder anspruchsvolle Projekte – hier findet jeder seine Herausforderung. Zwei Selbstsicherungsautomaten stehen zur Verfügung.
Für die Jüngsten – oder als entspannten Einstieg – gibt es zusätzlich eine kleine Boulderwand. Perfekt um die Technik zu feilen, um aufzuwärmen, oder um spielerisch in die Vertikale einzutauchen.
Die Kaiserwand steht nicht für sich allein – sie ist eng mit der Region um Ellmau und dem Wilden Kaiser verbunden. Wer hier trainiert, blickt nicht nur symbolisch auf die echten Felsen draußen.
Der Wilde Kaiser gilt seit jeher als eines der bedeutendsten Klettergebiete Österreichs. Legenden wie Hermann Buhl, Hans Dülfer oder Paul Preuß – Namen, die jeder Kletterer kennt – hatten bereits den Kalk des Kaisers unter den Händen. Viele, die heute draußen an den imposanten Wänden unterwegs sind, haben ihre ersten Schritte genau hier gemacht: in einer Kletterhalle wie der Kaiserwand.
So soll die Kaiserwand zu einer Art Talentschmiede werden. Ein Ort, wo die nächsten „Kletterkaiser" heranwachsen – junge Talente mit leuchtenden Augen, aber auch Erwachsene, die ihre Leidenschaft neu entdecken. Ein Trainingsparcours zwischen den farbigen Griffen und dem echten Fels draußen. Ein Ort, wo die Grundlagen stimmen, bevor es hinaus in die Berge geht.
Wer also das nächste Mal im Kaiserbad steht und den Blick Richtung Wilder Kaiser schweifen lässt, weiß: Die große Klettergeschichte beginnt oft im Kleinen – an bunten Griffen, an einer Route, die nicht mehr loslässt, an Menschen, die wissen, wie es geht.
Die Kaiserwand in Ellmau ist bereit. Die Routen sind geschraubt, die Community wartet, die Zukunft schmiedet bereits. Höchste Zeit, vorbeizuschauen.
Ob zum Einstieg in den Klettersport oder für das Training von Fortgeschrittenen – die neu errichtete Kletterhalle am Fuße des Wilden Kaisers bietet optimale Bedingungen und ein großzügiges Raumangebot. Die Kletterfläche beträgt 805 m² und hat eine Höhe von bis zu 16 m, Grundfläche 173 m².