Sommerzeit heißt: über Wiesen toben, durch Bäche waten, barfuß im Gras stehen. Was es da noch braucht? Einen hübschen Klettergarten mit gut abgesicherten Routen – und einen Grillplatz für den Abend.
Die Region Seefeld – Tirols Hochplateau ist genau so ein Abenteuerland: Mit den beiden Familienklettergärten Sonnenplatten Scharnitz und Flämenwandl bietet sie ideale Voraussetzungen für einen Familiensommer mit Spiel, Spaß und jeder Menge Kletterrouten.
Die ersten Attribute, die einem zu Seefeld einfallen, haben allerdings wenig mit Klettern zu tun: Langlaufen, Olympische Winterspiele, gehobene Hotellerie. Alles trifft zu – Seefeld ist ein Mekka für Langläufer, war zweimal Austragungsort der nordischen Bewerbe bei Olympischen Winterspielen und gehört als Mitglied von „Best of the Alps“ zu den dreizehn weltberühmten Tourismusdestinationen Europas, gemeinsam mit Chamonix oder Cortina d’Ampezzo.
Bei all diesen Superlativen ist Seefeld aber auch herrlich bodenständig. Am Wildsee mitten im Ort geht Stand-up-Paddling, der Möserer See zählt mit bis zu 25 Grad zu den wärmsten Badeseen Tirols. Dazu ein dichtes Netz an Wanderungen und Radtouren in Wetterstein und Karwendel.
Text: Susa Schreiner
Für kletterbegeisterte Familien steht natürlich der Fels im Vordergrund. In der Szene ist die Region vor allem für ihren Top-Spot Chinesische Mauer berühmt – ein Hotspot für die Besten der Besten. Aber sie hat auch ein Herz für kleine Kletterer und Einsteiger.
Kein Geringerer als der Scharnitzer Extremkletterer Heinz Zak sorgte mit der Generalsanierung der Sonnenplatten Scharnitz für Klettervergnügen nach neuestem Standard. Eine Chill-Area und eine Slackline runden den Klettergarten ab.
Auch das Flämenwandl ist auf Kinder, Einsteiger und Familien zugeschnitten. Direkt an der Leutascher Ache gelegen, ist es besonders an heißen Sommertagen ideal: Wer nicht klettert, kühlt sich im Wasser ab – und am Abend lässt sich am Steinufer ein Feuer machen.
Heinz Zak hat das Projekt „Sonnenplatten-Sanierung“ federführend gestartet und das Gebiet gleich um eine Vielzahl an Neurouten erweitert. Bei der Wiedereröffnung erklärte er, wie viel Herzblut, Arbeit und Fleiß darin stecken – und wie sehr er sich freut, wenn er von seinem Balkon in unmittelbarer Nachbarschaft den Kletterern zuschaut.
Zak legt beim Sanieren wie beim Erschließen großen Wert auf moderate Hakenabstände und harmonische Linien. Er nennt es „sanfte Einstiege schaffen“ – Einstiege von der Halle an den Fels. Er trainiert selbst viel in der Halle und beobachtet die neue Generation Kletterer. Genau dieser Community, aber auch Kids und Familien, will er den Sprung an den natürlichen Fels ermöglichen: mit logischen Routen und Hakenabständen ähnlich wie in der Halle.
Sicherheit steht im Familienklettergarten Sonnenplatten Scharnitz an oberster Stelle – genauso wie schöne Linien, die auch in den unteren Graden lohnend sind.
Tipp: Die Route „Schatzi“ (4a) hat Heinz Zak seiner Frau Geli gewidmet – so harmonisch und liebevoll wie der Umgang der beiden miteinander. Sein Freund Peter Janschek, der bei den aufwändigen Sanierungsarbeiten half, hat es ihm gleichgetan: Seine Route heißt „Sweety“.
Neben dem Klettern macht das Zusammensein den Tag im Freien aus: reden, lachen, im Gras schlafen, Wolkenschafe zählen. Auf der breiten Wiese beim Klettergarten geht das alles. Wer mag, versucht sich an der Slackline oder kühlt die Arme am Steinbrunnen – das Wasser hat Trinkwasserqualität.
Das zweite Familienklettergebiet der Region, das Flämenwandl, liegt in der Leutasch – direkt an der Leutascher Ache. Komischer Name für ein Tiroler Klettergebiet? Es ist seinen Erschließern gewidmet: Flamen, also niederländisch sprechenden Belgiern aus Flandern. Sie absolvierten einen Routenbauerkurs und waren wild entschlossen, das Erlernte gleich umzusetzen.
Die Wand ist nordseitig ausgerichtet und damit ideal für heiße Sommertage. Zum Abkühlen lockt die Ache – zum Schwimmen zu flach, für eine ausgiebige Erkundungstour durchs kühle Bachwasser perfekt.
Zu einem echten Abenteuertag wird der Besuch, wenn ein paar Würstel in der Kühltasche mitkommen: Dann knackt am Abend das Holz, die Funken sprühen, der Sternenhimmel breitet sich aus – und der Duft von Stockbrot liegt in der Luft.
Pubertierende Teenager mit an Bord, die so gaaaar keine Lust auf Land haben? Innsbruck mit seiner Fußgängerzone samt Café- und Bistrokultur liegt nur 20 Kilometer entfernt.
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