Wer mit dem Eisklettern beginnen möchte, sollte bereits am Fels oder in der Halle mit dem Klettern vertraut sein und Sichern sowie Standardknoten beherrschen. Hier sind die wichtigsten Grundtechniken.
Wie auch beim Felsklettern ist das Steigen das A und O. Beim Eisklettern haben die Füße idealerweise immer auf gleicher Höhe. Man kickt so ins Eis, dass das Steigeisen im besten Fall 90° zur Oberfläche eindringt – so greifen nicht nur die Frontal-, sondern auch die Sekundärzacken. Spezialtipp: Wem das schwer fällt, dem hilft es, beim Setzen daran zu denken, die Zehen etwas zu heben, sodass man einen Zug am Schienbein spürt.
Je effizienter wir die Eisgeräte verwenden, desto weniger Kraft und umso mehr Spaß. Grundsätzlich lässt man das Eisgerät durch eine Schleuderbewegung für sich arbeiten. Moderne Eisgeräte sind perfekt ausbalanciert – das meiste Gewicht sitzt am Kopf für optimales Eindringen. Am besten startet man mit Trockentraining: Arme gebeugt über den Kopf, Schulter/Ellbogen/Hand in einer Achse, Geräte nach vorne schleudern und aus dem Handgelenk noch einen Zug nach unten geben. Spezialtipp: Konkave Strukturen im Eis bevorzugen – konvexe Stellen haben mehr Spannung und führen zu mehr Eissprengung.
Ausgangsposition: gut platzierte Eisgeräte schulterbreit auf gleicher Höhe, Arme lang, gute Steigeisenpositionen, etwas Bogenspannung. Nun Gesäß nach außen strecken, Beine gerade, zu den Füßen schauen. Mit kleinen Schritten links-rechts nachsteigen bis Knie ca. 90° gebeugt. Beine durchdrücken, Bogenspannung aufbauen. Dann ein Eisgerät lösen und höher setzen – zweites Gerät auf gleiche Höhe. Stabile Position einnehmen. Wiederholen.
Wie beim Skitouren empfiehlt sich das Zwiebelschichtprinzip: Funktionsunterwäsche und warme Socken als Basis, dann ein dünner Fleece, je nach Temperatur eine dünne Isolationsjacke (Primaloft oder Daune), und als äußerste Schicht eine wasserabweisende Jacke und Hose. Zum Sichern und Rumstehen unbedingt eine warme Daunenjacke drüber – wer es kuschelig warm mag, investiert zusätzlich in eine Daunenhose. Eine Helmmütze unter dem Helm sorgt für warme Ohren.
Unbedingt ein voll steigeisenfester Schuh der Kategorie D. Ob synthetisch oder Leder – Geschmackssache. Synthetische Schuhe sind meist leichter, Lederschuhe langlebiger.
Unterscheide zwischen Sicherungs-/Stehhandschuhen (warm, Fäustlinge oder dicke Fingerhandschuhe) und Kletterhandschuhen (möglichst viel Gefühl, z.B. eiskletterspezifische Handschuhe oder Langlaufhandschuhe). Als günstige Alternative: Winterarbeitshandschuhe aus dem Baumarkt – viele Eiskletterer schwören darauf.
Text & Fotos: Benjamin Zörer
Tipps & Sicherheit
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