Was fehlte in der Outdoorregion Imst neben all den Sportkletterrouten und alpinen Schmankerln? Genau: ein Gebiet zum Bouldern. Im Sommer 2018 hat die Crew der Imster Boulderhalle Steinblock in Hoch-Imst fleißig Blöcke geputzt und auf 1.400 Metern ein neues Bouldergebiet erschlossen.
In Moskau eröffnete damals die Fußball-WM, in Imst ein Bouldergebiet. Wir haben uns für die Eröffnung mit dem meisten Fels und den wenigsten Menschen entschieden – und waren in der Outdoorregion Imst mit dabei.
Text: Simon Schöpf
„Die Imster Berge sind eher für alpinere Unternehmungen bekannt“, sagt Guntram Jörg von der Boulderhalle Steinblock in Imst. „Zum Bouldern ging es bisher immer ins Ötztal oder ins Pitztal.“ Weil aber auch in Imst Blöcke in bester Qualität quasi vor der Haustür liegen, war die Konsequenz logisch: „Stahlbürste, Boulderbürste und motivierte Freunde einpacken, putzen, bouldern!“
Gebouldert wurde in Imst zwar schon länger, drüben im Reithle – dort aber vor allem an Wänden. „In Hoch-Imst haben wir eigenständige Blöcke, und das ist für Boulderer natürlich attraktiver“, weiß Guntram.
Schon die Anreise ist gemütlich: Von Hoch-Imst geht es mit der Imster Bergbahn hinauf zur Untermarkter Alm, der Mittelstation auf 1.491 Metern. Von dort trägt man die Crashpads in rund 10 Minuten über einen Forstweg bergab zu den Blöcken. Ohne Bahn dauert der Zustieg von Hoch-Imst etwa 25 Minuten.
Die Blöcke aus bestem Hochgebirgskalk liegen etwas versteckt in einem Schwammerlwald, eingebettet in Farne, Lärchen und Kiefern. Um die besten Schwammerl muss man sich allerdings oft mit dem Tiroler Grauvieh streiten, das einem beim Anreißen sichtlich verdutzt zuschaut.
Entstanden ist ein kleines, aber feines Gebiet mit vielen einfacheren Linien – wer „Straight to Monaco“ klettern will, muss aber schon 8a draufhaben. Die Höhe von 1.400 Metern sorgt auch im Sommer für gute Temperaturen. Den Fels prägen gute Leisten, Löcher und sogar Risse. Nur Fans des Fontainebleau-Mantles werden enttäuscht: Die Wasserrillen an den Ausstiegen bieten fast immer einen genialen Henkel als letzten Griff.
Tipp: Wer nach dem Bouldern noch nicht genug hat, fährt von der Bergstation mit dem Alpine Coaster zurück ins Tal – einer der längsten Sommerrodelbahnen der Welt.
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