Die Kletter-Mekkas mit ihren Pilgerströmen findet man in Tirol anderswo – für den Sommer darf man am Arlberg tatsächlich noch das Wort „Geheimtipp“ anbringen. Und genau an heißen Sommertagen wird man hier am glücklichsten: entweder weit unten und tief drinnen in der Schlucht oder ganz weit oben und mit ganz großem Panorama.
Text: Simon Schöpf
Wer mit Seil und Expressen in die Schnanner Klamm marschiert, spürt vor allem eines: viel, viel Energie. Der Wildbach hat über Jahrmillionen ganze Arbeit geleistet, den Fels durchschnitten und für uns Kletterer einen idealen Spielgarten geformt. Spektakulär schon der Zustieg durch die Enge der Klamm – Fels, wohin man blickt.
Drinnen wartet ein ideales Sportklettergebiet mit 42 Routen in allen Schwierigkeitsgraden. Die ganz leichten Dreier-Routen liegen noch außerhalb der Klamm und sind ideal für Einsteiger; tiefer drinnen kommt man bis zum siebten französischen Grad auf seine Kosten. Insgesamt ein Ort mit viel Charakter – und dem wilden Wasser als prägendem Element.
Noch ein bekannter Geheimtipp sei zuerst gepriesen: Auf der Darmstädter Hütte gibt es die besten Knödel der Welt. Ja, der Welt. Und das bitte als Motivation merken, wenn man in St. Anton aufs Mountainbike steigt und gut 1.000 Höhenmeter vor sich hat. Die ziehen sich.
Wie auch immer man oben ankommt: Der eindrucksvolle Hochgebirgskessel strotzt nur so vor Klettermöglichkeiten. Rund 70 Einseillängen-Routen finden sich verstreut auf sieben Klettergärten, und der unbändige Fels hinter der Hütte lädt zum Mehrseillängenvergnügen ein – etwa die östliche Faselfadspitze mit ihren sieben lohnenden Routen im Urgestein bis zu 150 Metern Länge.
Fast schon Klettersteig-Geschichte: Der Arlberger Klettersteig war neben dem Martinswand-Klettersteig der allererste in Tirol. Entsprechend spektakulär ist die Linie – immer am Grat entlang, mit dem entscheidenden Vorteil, dass das Panorama auf beiden Seiten phantastisch ist.
Unterschätzt werden darf die Via Ferrata aber keinesfalls: Der Schwierigkeitsgrad D liegt am oberen Ende der Skala, Ausgesetztheit und Länge machen den Anstieg zu einer alpinen Unternehmung. Auch der Abstieg von der Weißschrofenspitze hat es noch einmal in sich. Aber wer dem Steig gewachsen ist: Besser wird’s nicht.
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