Für kletternde Eltern ist Bouldern oft der einfachere und stressfreiere Weg, den Kindern die eigene Leidenschaft weiterzugeben – fallen doch das Sichern und die Angst vor der Höhe, beim Seilklettern wesentliche Faktoren, einfach weg. Trotzdem gibt es einiges zu beachten.
Text und Fotos: Matthias Bader
Am Anfang eignet sich die Halle als perfekter Einstieg. Einige Hallen haben eigene Kinderbereiche mit kindertauglichen Bouldern, Griffen und sogar Rutschen – ein richtiger Abenteuerspielplatz. Diese Bereiche sind auch nicht so hoch, das Herunterfallen ist entsprechend harmloser.
Es spricht nichts dagegen, dass Kinder auch im normalen Boulderbereich klettern. Allerdings sollten sie nicht ganz hinaufklettern und stets von einem Erwachsenen gespottet werden.
Spotten heißt: dem Kind Schutz und Halt geben, sodass es beim unbeabsichtigten Herunterfallen stets mit den Füßen auf der Matte landet. Auffangen sollte man es nicht – das ist meist ohnehin nicht möglich.
Im Boulderbereich gelten außerdem Regeln: Herumrennen ist gefährlich und hat schon zu mancher haarsträubenden Aktion geführt. Um im Erwachsenenbereich zu bouldern, brauchen Kinder ein gewisses Verständnis und Verantwortungsbewusstsein – die Eltern sind hier gefordert.
Auch am Fels lässt sich mit Kindern gut bouldern – Zustieg und Absprunggelände sollten allerdings kindertauglich sein. Vier Gebiete, bei denen das passt:
1. Silvapark, Galtür. Im hintersten Paznauntal oberhalb von Galtür gibt es im weltbekannten Bouldergebiet sogar einen eigenen Kinderparcours. Ideale Jahreszeit ist der Hochsommer – dank der Höhenlage herrschen dann angenehme Temperaturen. Ins Gebiet kommt man mit der Seilbahn oder mit dem Auto; die Auffahrt über die Schotterstraße bis zum gebührenpflichtigen Parkplatz ist erlaubt. Die ersten Blöcke erreicht man nach kindertauglichen zehn Minuten Fußweg.
2. Mandlers Boden, Pitztal. Die Blöcke sind teilweise recht niedrig und damit ideal für Kinder. Alle Boulder sind angeschrieben und liegen idyllisch im Wald rund um eine schöne Picknickwiese. Der Zustieg ist kurz.
3. Hualig Almeck, Imst. Blöcke aus perfektem Hochgebirgskalk, verstreut in einem fein klimatisierten Schwammerlwald hoch über Imst. In zehn Minuten von der Mittelstation der Imster Bergbahnen erreichbar – und auf über 1.400 Metern auch in der heißesten Jahreszeit ein angenehmes Ziel.
4. Reithle, Imst. Gleich in der Nähe wartet das familienfreundliche Bouldergebiet mit bis zu 15 Meter hohen Blöcken im schattigen Wald auf kleine und große Eroberer.
Wie immer gilt: Kinder nicht überfordern und zu nichts zwingen oder drängen. Die Kinder sollen einfach einen guten Tag und ein tolles Erlebnis haben – dann kommt die Begeisterung fürs Bouldern früher oder später von ganz allein.
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