Bike, Hike & Climb im Wilden Kaiser

Ein autofreies Wochenende: mit dem Rad, zu Fuß und am Drahtseil aus eigener Kraft vom Tal zur Gruttenhütte – so, wie es früher schon Preuß, Dülfer und Rebitsch gemacht haben.
Die Gaudeamushütte vor der Kaiserkulisse
Die Gaudeamushütte vor der Kaiserkulisse

In drei Disziplinen zur Gruttenhütte

Wie wäre es mit einem autofreien Wochenende? Wenn man ganz bewusst mit dem Rad und zu Fuß vom Tal die Berge erobert?

Dann nähert man sich den grandiosen Gipfeln der Region Wilder Kaiser so, wie es in früheren Zeiten schon die jungen Wilden mit Preuß, Dülfer, Rebitsch & Co. gemacht haben. Klingt spannend? Ist es auch – und stolz macht es obendrein, wenn man alles aus eigener Kraft geschafft hat.

Text: Susa Schreiner

Etappe 1 und 2: mit dem Rad zur Wochenbrunner Alm, zu Fuß zur Gaudi-Hütte

Vom Ausgangspunkt Ellmau fahren wir mit dem Bike bequem zum ersten Etappenziel, der Wochenbrunner Alm. Rund 290 Höhenmeter gilt es mit dem Rad zu bewältigen – wer mag, holt sich elektrische Hilfe, die Puristen nutzen ausschließlich Muskelkraft. Egal wie: Ohne Auto erwachen die Sinne schon frühmorgens viel intensiver, wenn man den Duft der Wiesen tief einsaugt und den Kühen bei ihrer Interpretation des Yoga-Sonnengrußes zuschaut.

Auf der zweiten Etappe geht es zu Fuß über einen breiten Wanderweg Richtung Gaudeamushütte, von Insidern liebevoll „Gaudi-Hütte“ genannt. Wenn die Zeit es erlaubt, ist hier ein Terrassenstopp drin – andernfalls lässt man die Hütte rechter Hand liegen und folgt den gelben Schildern zum Einstieg des Klamml-Klettersteigs. Der Weg führt vorbei am Murmeltierfelsen, einem liebevoll hergerichteten Kletterfelsen samt Holzbänken. Noch einmal Kraft tanken – ab hier wird das Gelände rauer.

Gelber Wegweiser zum Einstieg des Klamml-Klettersteigs

Etappe 3: der Klamml-Klettersteig

Wir rüsten uns mit Klettergurt, Helm und Klettersteig-Set. Ab jetzt geht es vertikal dem Tagesziel Gruttenhütte entgegen, und das Motto lautet: volle Konzentration voraus. Präzise am Fels antreten, Druck aufbauen, hochschieben – und mit der Armmuskulatur ordentlich zupacken.

Der Klamml-Klettersteig ist sehr sportlich und weder für Anfänger noch für kleine Kinder geeignet. Er lässt sich in zwei Sektionen einteilen; die Trennung bildet die spektakuläre Zweiseilbrücke. Wer hier kalte Füße bekommt, schaut sie sich an, wählt den Ausstieg und steigt über einen Wanderweg zur Gruttenhütte auf. Alle anderen wagen den Tanz übers Drahtseil und schieben sich im zweiten Sektor über Eisenklammern und Leitern eine steile Wand hinauf. Muskelkraft und starke Nerven sind gefragt.

Viel zu schnell kommt der Ausstieg in Sicht. Die letzten Meter zur Gruttenhütte legt man beschwingt wandernd zurück, immer die Terrasse im Blick. Der Abstieg zurück zur Wochenbrunner Alm und den Rädern führt unschwierig auf einem schönen Weg, teils durch dichten Wald, in dem auf Lichtungen viele Steinmännchen für mystische Stimmung sorgen.

Klettersteiggeher auf der Zweiseilbrücke im Klamml-Klettersteig

Infos für die gesamte Tour

Bahnanreise. Ab Innsbruck bis Wörgl, von dort mit dem Bus weiter nach Ellmau. Fahrzeit rund 1 Stunde 45 Minuten. Die Mitnahme von Rädern vorab online klären, Fahrpläne unter oebb.at.

Radverleih vor Ort. Viele Sporthändler in Ellmau und den umliegenden Orten verleihen Mountainbikes und E-Bikes. Kosten für einen Tag je nach Kategorie zwischen 20 und 40 Euro – online oder über den Tourismusverband.

Klettersteige im Gebiet. Alle Möglichkeiten rund um den Wilden Kaiser findet ihr auf den Gebietsseiten.

Klettersteige am Wilden Kaiser

  • Klettersteig Klamml

    Öffnungszeiten:Geöffnet
    Schwierigkeit:DExposition:SO
    Dauer:0:45 hGehzeit:1:15 hHöhenunterschied:110 m
  • Kaiserschützensteig

    Öffnungszeiten:Geöffnet
    Schwierigkeit:B/CExposition:N, S, W, NW, SW
    Dauer:3:30 hGehzeit:2:30 hHöhenunterschied:880 m
  • Stripsenjoch / Stripsenkopf

    Öffnungszeiten:Geöffnet
    Schwierigkeit:C/DExposition:S
    Dauer:1:00 hGehzeit:1:20 hHöhenunterschied:100 m

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