Am Klettersteig entscheidet nicht die Kraft, sondern die Technik. Wer sauber steigt, spart Armkraft – und die ist der limitierende Faktor.
Teil 4 der Videoreihe „SicherAmBerg – Klettersteig" von Österreichischem Alpenverein und Climbers Paradise.
Text und Video: Österreichischer Alpenverein
Klettersteig-Tutorial 04: Unterwegs am Klettersteig – Video: Österreichischer Alpenverein
Ein guter Tipp: Schon am Ausgangspunkt die wesentlichen Ausrüstungsgegenstände auf Vollständigkeit und Funktionstüchtigkeit kontrollieren. Dann muss später niemand am Einstieg umkehren – oder zu viel riskieren.
Bei talnahen Klettersteigen legt man Gurt, Klettersteigset und Helm bereits am Ausgangspunkt an. In jedem Fall aber rechtzeitig und an einem Ort, der absturz- und steinschlagsicher ist.
Bevor es wirklich losgeht: Partnercheck. Jeweils zwei Partner kontrollieren sich gegenseitig – visuell und manuell:
Im Wort „Klettersteig" stecken zwei Bewegungsformen: klettern und steigen. Je besser diese motorischen Fertigkeiten ausgebildet sind, desto rhythmischer und eleganter der Bewegungsablauf – und desto mehr Kraft bleibt übrig. Vor allem Armkraft.
Mit den Armen verhindert man in erster Linie das Nachhintenkippen. Sie bleiben möglichst gestreckt; nur in der Phase des Höhersteigens zieht man sie kurz an, sucht eine stabile Position und streckt sie wieder.
Wesentlich kräftiger sind die Beine. Die Technik des Steigens ist der Schlüssel: künstliche und natürliche Tritte präzise antreten, nicht zu große Schritte wählen, den Körperschwerpunkt nach der Bewegungsphase wieder möglichst lotrecht über dem Tritt positionieren. So landet möglichst viel Körpergewicht auf den Beinen.
Achtsames, rhythmisches Steigen ist übrigens auch der beste Garant dafür, keine Steine loszutreten.
Zwei Tipps für den heikelsten Moment – das Umhängen der Karabiner an einer Verankerung:
Apropos Rasten: Pausen gehören zur Taktik am Klettersteig, besonders vor schwierigen Passagen, die dann möglichst zügig geklettert werden sollen. Sets mit Rastschlinge helfen dabei. Besonders wertvoll ist diese Schlinge in Quergängen – so bleibt das Drahtseil immer in Reichweite.
Die Regel ist einfach: Innerhalb eines Segments, also zwischen zwei Ankern, darf nur eine Person unterwegs sein.
Mehr noch: In steilen, schwierigen Abschnitten empfiehlt der Alpenverein ein ganzes freies Segment zwischen zwei Personen, um eine Kollision im Sturzfall verlässlich auszuschließen.
Klettersteige liegen im Trend – man ist selten allein und wird deshalb mit dem heiklen Thema Überholen konfrontiert. Überholmanöver verlangen eine klare Absprache, und der richtige Ort will gewählt sein: einfache Passagen, Flachstücke oder Querungen. Denn auch beim Überholen muss die Verbindung zum Drahtseil immer bestehen bleiben.
Ein zu starker Andrang kann zudem ein guter Grund sein, gar nicht erst einzusteigen.
Alles zum Klettersteig auf einen Blick:Klettersteig – alles, was du wissen musst
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