Hochalpines Flair vereint mit bäuerlicher Tradition in einer ursprünglichen Kulturlandschaft – die Tiroler Zugspitz Arena bietet alle Zutaten für einen außergewöhnlichen Kletterurlaub inklusive breitgefächertem Rahmenprogramm von Bergsee-Idylle über Hüttenromantik bis zu Wander- und Bike-Abenteuer.

Von der Qual der Wahl in der Tiroler Zugspitz Arena

Wegweiser in der Tiroler Zugspitz Arena – gut ausgeschildert geht es zum Wandfuß | Climbers Paradise

Wegweiser in der Tiroler Zugspitz Arena – gut ausgeschildert geht es zum Wandfuß

Der liebe Gott muss ein Kletterer gewesen sein, könnte man meinen, in Anbetracht der Fülle von Klettergebieten und deren Variantenreichtum. Und der Schöpfer war wohl gleichzeitig auch noch begeisterter Bergsteiger, Mountainbiker und Familienmensch … Denn hier kommen alle auf ihre Kosten: Wanderer schwärmen in alle Richtungen aus und haben die Qual der Wahl in welche Richtung der Tag startet: Richtung Coburger Hütte mit Seebensee und Drachensee, oder ins Gaistal zur Almenrallye, oder Richtung Knorrhütte, Gatterl und Zugspitze? Die Varianten zum Hiken und Biken erscheinen schier unerschöpflich. Und Kletterer? Können beispielsweise in der „Aquaria“ mit ihren 30 Seillängen eine echt Kletterorgie zelebrieren, oder an den Plattspitzen in feinstem Plattenkalk die Klettersohlen beim Reibungstanz zum Kochen bringen. Und dann locken ja noch die Ehrwalder Sonnenspitze, die Wiener Neustädter Hütte, die Coburger Hütte, die alte 4er-Stütze, der Hanger, das Griesner Wandl. God was a climber …

Familienurlaub in der Tiroler Zugspitz Arena

Auf dem Weg zu den Plattspitzen in der Tiroler Zugspitzarena begrüßt uns das neugierige Jungvieh | Climbers Paradise

Auf dem Weg zu den Plattspitzen begrüßt uns das neugierige Jungvieh

Auch bergaffine Familien kommen in der Tiroler Zugspitz Arena voll auf Ihre Kosten, denn hier können schon die Kleinsten im geländegängigen Kinderwagen über die herrlichen Almböden der Ehrwalder Alm würzige Bergluft schnuppern. Wenn die Kids schon selber laufen können, laden urige Hütten zum Abenteuerurlaub ein. Das erste Mal auf einer Hütte mit Mama und Papa übernachten, leckeres Essen genießen wie Kaiserschmarren, Knödelsuppe, Apfelstrudel. Und tagsüber klettern im nahegelegenen Klettergarten, wo mit gebührendem Abstand die Gemsen eine würdige Kletterjury bilden und neugierig hinter Felsblöcken hervorlugen. Die Dohlen pfeifen an den Wänden vorbei und die vierbeinigen Sommerfrischler naschen seelenruhig von den Kräutern der saftigen Almböden während sie aufmerksam das Treiben der zweibeinigen Sommerfrischler an den Felswänden verfolgen.

Sportkletterer, die sich die Berge lieber von unten anschauen, finden im „Hanger“ einige herausragend schöne und gleichermaßen anspruchsvolle Kletterlinien. Und auch das Griesner Wandl, das genau genommen noch im Bayerischen liegt, bietet genügend Routen für einen vergnüglichen Klettertag im Tal.

Welcome to the stairways to heaven:
Die Mehrseillängengebiete

Von A wie Aquaria bis Z wie Zugspitze/Wetterstein

30 Seillängen, 6 Stunden Klettern, 1,5 Stunden Zustieg, 3 Stunden Abstieg: Ein Konditionsfresser, der von einer ursprünglichen Dreiseillängen-Route, im Sommer 2010 in mühevoller Erschließerarbeit zu einer „Longline“ finalisiert wurde.

Auszug aus „Longlines – Die ganz großen Klettereien der nördlichen Kalkalpen, Adi Stocker, Panico-Verlag:

„Aquaria – der Weg des Wassers: Wasserrillen, ausgewaschene Rinnen, Verschneidungen, ausgesetzte Quergänge, steile Pfeiler, plaisirverdächtige Platten, Überhänge und schuttbedeckte Bänder charakterisieren die Route. Ein Gewitter wäre der Super-Gau. Das Wasser sammelt sich in Schluchten und Sturzbäche verwandeln die Wand binnen Minuten in ein Steinschlaginferno. Trotz der guten Absicherung mit Bohrhaken und den moderaten Schwierigkeiten sollte die Route nicht unterschätzt werden.“

Aber keine Sorge, auf Mehrseillängen-Fans warten in der Zugspitz Arena auch viele Plaisirrouten mit moderaten 3 bis 15 Seillängen. Die Schwierigkeiten variieren von genuss- bis anspruchsvoll. Nach dem Klettervergnügen treffen sich die Kletterer in einer der vielen Almen um Energie- und Wasserhaushalt wieder mit Tiroler Köstlichkeiten in Balance zu bringen.

Die Mehrseillängengebiete im Kurz-Check:

Sportklettern auf 2300 Metern Höhe: Plattspitze West

Der riesige Felsriegel der Plattspitzen in der Tiroler Zugspitzarena von unten - West und Süd | Climbers Paradise

Der riesige Felsriegel der Plattspitzen von unten – West und Süd

Freunde von Wasserrillen, rauen Platten mit Dellen und Rissen: Die Routen an der Plattspitze West und Süd in der Tiroler Zugspitz Arena rufen! Auf über 2000 Metern schnuppern Sportkletterer hier oben Alpinduft und genießen ein Parade-Panorama zu Grünstein, Sonnenspitze, Tajakopf und Igelskopf. Ab und an besuchen Schafe den Wandfuß und schnüffeln auf der Suche nach Leckereien an der Brotzeitdose. Ansonsten herrscht hier oben absolute ruhe – abgesehen vom Kuh-und Schafsglockenjazz, der in gleichmäßigem Beat den Klettertakt vorgibt.

Tipp: Auch im Sommer Wärmejacke, Mütze und Anorak mitnehmen. Die Temperaturen und der Wind können auch bei sommerlichen Taltemperaturen hier oben empfindlich kühl ausfallen.

Nach einem langen Klettertag unbedingt in der Hochfeldern Alm einkehren – die Sonnenterrasse ist ein Traum, dass Essen lecker, die Kühe gechillt … Der perfekt Abschluss für einen langen Bergtag bevor es entweder mit dem Bike oder zu Fuß weiter talwärts geht.

Tipp: Wer sich nicht an die letzte Bahnfahrt halten möchte, kann mit dem Kauf einer Bergfahrt kostenlos sein Bike mitnehmen. Oben Kuhsicher an einen Baum gekettet endet der Tag nicht zwingend um 17.45 Uhr mit der letzten Talfahrt …

Alte 4er-Stütze

Hier entsteht ein neuer toller Sportklettergarten, der fix fertig wohl an die 100 Routen bieten wird. Auch hier auf knapp 2000 Metern Höhe ist das Panorama unbeschreiblich. More coming soon – man kann gespannt sein und sich auf ein neues Climbers Paradise in der Tiroler Zugspitz Arena freuen.

Family & Friends: Coburger Hütte und Wiener Neustädter Hütte

Die Coburger Hütte in der Tiroler Zugspitzarena, Foto: Archiv Coburger Hütte | Climbers Paradise

Die Coburger Hütte in der Tiroler Zugspitz Arena, Foto: Archiv Coburger Hütte

Ungezwungen Urlaub machen, ganz viel Zeit für die Familie haben, sich auf das Wesentliche reduzieren, Offline sein und bei Kaiserschmarren und Knödelsuppe nicht die Kalorien zählen, sondern Geschmacksnuancen. Wolkenschafe zählen, Murmeltier-Wachposten grüßen, sich von den Gämsen Klettertechniken abgucken und im kalten Wasser vor Vergnügen quietschen: Willkommen im Urlaub auf der Coburger Hütte. Wer es ganz reduziert möchte, legt seinen Hüttenschlafsack im Lager der Wiener Neustädter Hütte ab. Beide haben gemein: Wenn die Tagesgäste wieder unterwegs sind Richtung Tal kehrt Ruhe ein und die eigentliche „Hüttenruhe“ beginnt. Tagsüber gibt es in unmittelbarer Nähe zu den Hütten schöne Klettergärten mit lohnenden Routen, die auch für kleine Klettermaxen und Felsneulinge perfekt geeignet sind.

Tipp: Badehose für die Coburger Hütte einpacken. Drachensee und Seebensee locken zum Planschen. Toll für kleine Entdecker: Almblumenbestimmungsbuch und Fernglas einstecken.

Twin-Tage: Die einen verbringen einen chilligen Tag rund um die Hütte oder am See, während die anderen zum Mehrseillängenklettern oder Wandern gehen. Abends sitzen dann alle froh und munter wieder am Hüttentisch beisammen und können ihre Erlebnisse austauschen.

Ace of Base: Sportklettern im Tal

Hanger und Griesner Wandl

Das Griesner Wandl | Climbers Paradise

Das Griesner Wandl

Zwei lohnende Ziele im Tal, die in 10 bis 15 Minuten vom Parkplatz erreichbar sind. Einziger Wermutstropfen: Der Straßenlärm der B23 – der Verbindung zwischen Garmisch-Partenkirchen und Ehrwald schallt ungefiltert an die Felsen. Aber davon abgesehen tolle Kletterei, wobei das Griesner Wandl die leichteren Routen bietet. Allerdings ist der Klettergarten, der genau genommen noch auf bayerischem Terrain liegt, nicht unbedingt für Familien mit kleinen Kindern geeignet. Die schmalen Bänder am Wandfuß sind abschüssig, der Weg zur Wand und zurück ist steil.

Der Klettergarten „Hanger“ kurz hinter der Grenze auf Tiroler Boden, an dem schon in den 1970er-Jahren Kletterfüchse den schweren Routen mit Trittleitern zu Leibe rückten, ist deutlich freundlicher was Zustieg und Aufenthalt am Wandfuß angeht. Der Felsriegel ist beeindruckend und bietet einige pumpige Linien.

Alles außer Klettern

Einmal auf Deutschlands höchstem Gipfel stehen

Die Tiroler Zugspitz Arena ist prädestiniert für eine Fahrt mit der Zugspitzbahn auf den Gipfel. Die Panorama-Bahn bietet bietet pro Fahrt 100 Gästen in der großen Kabine Platz und befördert in atemberaubender Höhe und fantastischer Kulisse direkt auf den Gipfel. 10 Minuten dauert die luftige Fahrt bei der über 1700 Höhenmeter überwunden werden.

Tipp: Im Herbst gibt es Sonnenaufgangsfahrten mit Frühstück im Panorama-Restaurant.

SUPen auf dem Eibsee

Der Eibsee mit seinen 8 Inseln ist eine echte Bergsee-Beauty – ideal für einen Kletter-Ruhetag zum Faulenzen, Schwimmen, Boot fahren, Inseln erkunden oder für eine Runde Stand-up-Paddling.
Mehr Informationen unter www.eibsee.de/bootsverleih/.

Eine weitere Stand-up-Board-Verleih-Station befindet sich am Heiterwanger See.

Ansonsten locken die vielen Almhütten zur Almrallye mit Einkehrschwung. Aktive Erholungssuchende Kletterer setzen sich aufs Bike und erkunden per Pedes die Tour und schnüren die Bergschuhe und erlaufen die Region.
Tourenvorschläge für Biker und Hiker unter www.zugspitzarena.com.

Kurz notiert

Wohnen

Camping de Luxe im Zugspitz Resort

Der Campingplatz bietet Komfort- und De-Luxe-Stellplätze. Familien profitieren zusätzlich von den Kinderbetreuungsprogrammen, Kinderclub u. v. m.
Mehr Informationen unter www.zugspitz-resort.at.

Coburger Hütte

Auf 1920 Metern Höhe gelegene Alpenvereinshütte der Sektion Coburg. Malerisch am Seebensee gelegen. Der Drachensee nur einen Steinwurf entfernt.
Informationen unter www.coburgerhuette.at.

Wiener Neustädter Hütte

Sehr einfache auf das Wesentliche reduzierte Wiener Neustädter Hütte des Österreichischen Touristenklubs.
Am Rand des Schneekars, in der Westwand der Zugspitze. Insgesamt 25 Betten und ein Trockenklo machen die Hüttenromantik zum Abenteuer, wie in früheren Zeiten.

Unterkünfte im Tal von Pension über Apartement bis zum Hotel findet man unter www.zugspitzarena.com.

Anfahrt

Mit der Bahn

Perfekt mit der Bahn bis Bahnhof Ehrwald anreisen und von dort mit gültiger gültiger Gästekarte oder gültigem Z-Ticket der Tiroler Zugspitz Arena im Sommer in der gesamten Region kostenlos Bus fahren.
Mehr Informationen unter www.zugspitzarena.com.

Mit dem Auto

Mautfrei über Garmisch-Partenkirchen oder Füssen.

Gebiete gesamt

7 Sportklettergärten, 7 Mehrseillängengebiete, 4 Klettersteige, 1 Kletterpark, 1 Kletterhalle, 7 Eiskletterrouten

Beste Jahreszeit

Je nach Schneelage und Vorhaben zwischen April/Mai/Juni bis Oktober/November/Dezember

Familienfreundlichkeit

Die Tiroler Zugspitz Arena ist ideal für bergaffine Familien. Das Plateau der Ehrwalder Alm ist ideal für die Kleinsten geeignet. Vom Bollerwagen bis zur Kraxe – hier geht alles, und das gut. Zu gucken gibt es im Sommer genügend: Das teils neugierige, teils scheue Vieh weidet auf den Almböden. Auch Haflinger ziehen zur Sommerfrische in die Höhe. Naturbadeseen und Freibäder locken genauso wie eine Fahrt auf Deutschlands höchsten Gipfel: die Zugspitze.