Von A wie Affenhimmel bis Z wie Zauberlehrling – die Ferienregion Tirol West bietet Sportkletter-Fans ein buntes Potpourri an Wänden mit weit über 300 Routen sowohl im Tal als auch im Gebirge und präsentiert sich als ideale 365-Tage-Kletterregion.

365 Tage Klettern

Im Frühjahr sowie im Herbst und an sonnigen Wintertagen herrschen Idealbedingungen zum Sportklettern in Starkenbach – einem mächtigen Felsriegel mit 308 Routen in 15 Sektoren. Die hohen Wände sind südseitig ausgerichtet und bieten einen herrlichen Blick auf den grünschimmernden Inn und die Bergszenerie des Venet auf der anderen Talseite. An heißen Sommertagen nutzt man die kühlen Morgenstunden zum Klettern im „Affenhimmel“, wie der Klettergarten Starkenbach von Insidern auch genannt wird, oder man steigt gleich zur Steinseehütte auf und genießt die kühle Bergluft auf über 2000 Metern Höhe zum Klettern.

Autorin Susa Schreiner beim Klettern in Starkenbach | Climbers Paradise

Autorin Susa Schreiner beim Klettern in Starkenbach

Sommerfrische auf der Steinseehütte

Klettern, Baden, Bergkräuterpesto

Inmitten eines gewaltigen Gebirgskessels auf 2069 Metern Höhe liegt, wunderschön eingebettet, die Steinseehütte. Der Aufstieg ist in 2 bis 2,5 Stunden geschafft, dann haben die Oberschenkel stramme 800 Höhenmeter absolviert. Da darf man sich oben angekommen mit gutem Gewissen erst einmal bei Getränk und Brotzeit auf der Hüttenterrasse stärken. Die Klettergärten sind dann in weiteren 40 Minuten oberhalb der Hütte erreicht. Zum Abkühlen der „heiß-gekletterten“ Füße empfiehlt sich am Nachmittag ein kühles Fußbad im Steinsee, den die Hüttengäste quasi mit „Exklusiv-Baderechten“ für sich beanspruchen dürfen.

Tipp: Hüttenwirtin Jutta führt das Küchenregiment auf der Alpenvereinshütte und verwöhnt ihre Gäste beispielsweise mit hausgemachtem Kräuterpesto, das sie aus selbst gesammelten Bergkräutern herstellt. Zum Trinken gibt es „Karabiner rot“, einen selbst kreierten Wein aus der Zweigelttraube.

Starkenbach: Himmel der „Kletter-Affen“

Der mächtige Felsriegel lockt seit den 1990er-Jahren Kletterer an. Schnell hat sich nach der Erschließung herumgesprochen, dass hier auch an sonnigen Wintertagen klettern gut möglich ist und man dafür nicht weite Strecken in den Süden fahren muss. Bei Insidern ist der Klettergarten als „Affenhimmel“ bekannt. Affenhimmel trifft es insofern wunderbar, weil die Fülle an Routen, der perfekte Kalk und die Lage auf einer Anhöhe schon etwas Himmlisches an sich haben. Ein Himmel oder, wenn man so möchte, ein Paradies für Kletter-Affen, also all diejenigen, die sich am liebsten in der Vertikalen aufhalten.

Die gute Felsstruktur im sogenannten Affenhimmel | Climbers Paradise

Die gute Felsstruktur im sogenannten Affenhimmel

Die südseitige Ausrichtung wärmt Kletterer und Fels, sodass auch an sonnigen Wintertagen in Starkenbach gut geklettert werden kann – nur an heißen Sommertagen fällt der Affenhimmel aus dem Paradies, sozusagen. Wer trotzdem einige Routen ziehen möchte, sollte die kühlen Morgenstunden nutzen.

Die Sektoren sind alle miteinander verbunden und so kann man bequem über ein Felsband vom Sektor Affenhimmel zum Sektor Dornröschen weiter oder den Klassiker „Zauberlehrling“ im gleichnamigen Sektor klettern. Ein Bereich trägt den schönen Namen „Im Reich der Schwalben“ – schade, dass es keinen Abschnitt „Im Reich der Schmetterlinge“ gibt, denn die flattern hier munter neben den Kletterern her oder lassen sich auch mal ein paar Meter nach oben mittragen, um dann im Sturzflug wieder auf die Ausgangsposition am Einstiegsband zu steuern.

Die Aussicht fällt auf den grünschimmernden Inn, der hier breit und träge seinen Weg Richtung Innsbruck weiterführt. Die Autobahn daneben lässt sich dank sonorem Rauschen ganz gut ausblenden. Helm nicht vergessen, genauso wie Sonnencreme und ausreichend Getränke.

Aussicht auf den Inn beim Klettern im Klettergarten Starkenbach | Climbers Paradise

Aussicht auf den Inn beim Klettern im Klettergarten Starkenbach

Family & Friends

Die Steinseehütte ist ideal für bergaffine Familien geeignet. Der Zustieg ist einfach und auch für den ganz jungen Kletternachwuchs gut zu bewältigen. Die Aussicht auf eine schmackhafte Brotzeit, einen Kaiserschmarren oder Nudeln mit (Bergkräuter-)pesto verleihen den Kids auf den letzten Metern sicherlich Flügel … Oben angekommen wartet ein herrlicher Natur-Outdoorspielplatz darauf, erobert zu werden: Boulderblöcke, die auch für Einsteiger interessant und machbar sind; Sportklettereien in moderaten Schwierigkeiten und: der Steinsee, der zum Baden einlädt.

Kleine Raubritter werden in der Region Tirol West ebenfalls leuchtende Augen bekommen, in Anbetracht der Dichte an Burgen und Burgruinen, von denen viele erkundet werden können.

Alles außer klettern

Wassersportler sind in der Region Tirol West mit ihren kleinen Gemeinden herzlich willkommen. Der Inn lockt zum Rafting, die vielen Schluchten rundherum zum Canyoning. Von der sanften Familien-Raftingtour bis zum anspruchsvollen Wildwasser-Ritt auf der Sanna – hier finden wassersportliebende Kletterer ein breites Angebot. Weitere Informationen und Buchungen unter www.sportcamptirol.com.

Ausflugstipp: Zammer Lochputz

Ein absolutes Muss ist der Besuch des „Zammer Lochputz“. Die Felsformation der Schluchtenlandschaft ähnelt einem Stierkopf, dem „Lochputz“. Er wacht, der Sage nach, über die versteinerte Wassernymphe beim Wasserfall. Die 40 Meter hohe Wasserfontäne, der 30 Meter hohe Lötzer-Wasserfall beeindrucken alle Naturliebhaber, groß und klein, jung und alt, gleichermaßen, und sind nicht nur für Familien mit Kindern ein tolles Ausflugsziel. Weitere Infos unter www.zammer-lochputz.at.

Wohnen

Steinseehütte

Die österreichische Alpenvereinshütte legt Wert auf regionale Produkte. Neben den von Hüttenwirtin Jutta Reich selbst gesammelten Bergkräutern, die sie für ihr Pesto benötigt, verwendet die Köchin nur Produkte aus der Region: Käse, Milch, Fleisch und sogar die Schokolade wird in Landeck produziert. Übernachtet wird in Mehrbettzimmern oder im Lager. Zwei Waschräume, ein See und für den Luxus eine Dusche stehen den Hüttengästen zur Verfügung. Weitere Informationen unter www.steinseehuette.at.

Von Appartement über Bauernhof bis Hotel

Die Region Tirol West mit den Orten Landeck, Zams, Fließ, Tobadill, Grins und Stans bietet vielfältige Unterkunftsvarianten: vom Appartement mit Küche zur Selbstversorgung bis zum Hotel mit eigenem Badeweiher. Interessant für Familien ist die Variante „Urlaub auf dem Bauernhof“: Von Bio- bis Pferde-Hof wird hier alles geboten.

Informationen und Buchung unter www.tirolwest.at.

Tipp: Gäste der Region bekommen die kostenlose Tirol West Card: für freien Eintritt in Freibäder, freie Nutzung der regionalen Buslinien sowie freien Eintritt in viele Museen und das Schloss Landeck. Die „Premium Card“ inklusive freier Nutzung der Venet-Bergbahn gibt es ab 5 Nächten in einer Unterkunft der Region.

Anfahrt

Mit dem Auto über die Autobahn A12 Richtung Landeck. Wer ins Klettergebiet Starkenbach möchte, fährt bei der Ausfahrt Mils/Schönwies ab. Von hier weiter auf der B171 Richtung Zams nach Starkenbach. Nach dem Tunnel gibt es auf der rechten Straßenseite verschiedene Parkmöglichkeiten.

Gebiete gesamt

4 Sportklettergärten, 3 Mehrseillängengebiete, 2 Klettersteige

Beste Jahreszeit

Das ganze Jahr ist hier klettern möglich. Im Hochsommer in den Klettergärten nahe der Steinseehütte auf über 2000 Metern Höhe. Den Rest des Jahres im Tal-Klettergarten Starkenbach, der dank seiner südseitigen Ausrichtung auch an sonnigen, trockenen Wintertagen Klettervergnügen ermöglicht.

Familienfreundlichkeit

Die Region ist perfekt für Familien mit Kids, die die Natur als größten Spielplatz bevorzugen. Einen Überblick zu allen Möglichkeiten gibt es unter www.tirolwest.at.