Klettern im Herbst, Foto: Michael Meisl I Climbers Paradise
Im Herbst noch einmal hoch hinaus, Foto: Michael Meisl

Herbstliche Spots für Familien, Sportkletterer und Klettersteigfans in Tirol

Die Tage werden kürzer und die Luft frischer – unverkennbar zieht der Herbst ins Land. Eine gute Zeit, um gemeinsam mit der Familie, FreundInnen oder dem/der Partner/in herrliche „Bergzeit“ zu genießen. Wir haben hier einige der schönsten Herbstspots im Climbers Paradise Tirol zusammengestellt, die gut mit Bus, Bahn oder Auto zu erreichen sind und für jeden Geschmack und für jede Anforderung etwas zu bieten haben. 

Übersicht

1. Kletterspaß für die ganze Familie
2. Sport- und Alpinklettern: Herbst-Grip vom Feinsten
3. Klettersteige: Tirols Gipfel mit viel Fernsicht genießen

1. Kletterspaß für die ganze Familie

Das Climbers Paradise Tirol bietet eine ganze Reihe von zertifizierten „Familien-Klettergärten“, die mit einer guten Erreichbarkeit, Spielmöglichkeiten in der Umgebung und sowohl ganz einfachen als auch mittelschweren Touren punkten, sodass alle Familienmitglieder auf ihre Kosten kommen. Hier ein paar der schönsten Spots zur Auswahl:

a) Bouldern in Hochimst

Die beiden Boulder-Areale U-Alm Hualig Almeck und Reithle in der Outdoorregion Imst sind dank Imster Bergbahn einfache zu erreichen. Auf der Untermarkter Alm kann man sich sogar Crashpads ausleihen und wandert in gemütlichen 10 Minuten zu den Boulderfelsen. Nach dem Klettern kann man es sich auf der Sonnenterrasse der Untermarkter Alm gemütlich machen, bevor man den Kindern noch ein ganz besonderes Highlight bietet: den Alpine Coaster, mit dem man ins Tal saust.

Bouldern Reithle, Foto: Imst Tourismus-West I Climbers Paradise
Auf dem Weg ins Bouldergebiet Reithle, Foto: Imst Tourismus-West

b) Mötz – Familien-Klettergarten nahe Innsbruck

Als Sport-, Universitäts- und Kulturstadt hat Innsbruck viel zu bieten. Vor allem das Klettern spielt rund um die Tiroler Hauptstadt eine große Rolle. Wenn du mit der ganzen Familie in der Region Innsbruck unterwegs bist, dann empfiehlt sich ein Abstecher in den Klettergarten Mötz, der 2020 neu erschlossen und als Familien-Klettergebiet zertifiziert wurde. 20 Routen in den Schwierigkeitsgraden 3a bis 6c+ wollen geklettert werden.
Qualitätsstandards Familienklettergebiete, Foto: Tirol Werbung I Climbers Paradise
Qualitätsstandards Familien-Kletter- und Bouldergebiete, Foto: Tirol Werbung

c) Kindertaugliche Klettersteige am Achensee und am Wilden Kaiser

  • Mini-Klettersteig am Achensee
    Erste Erfahrungen können Kinder am besten am Klettersteig Felix & Charlotte in der Region Achensee sammeln. Die Bergstation der Rofanseilbahn erreicht man bis einschließlich 1. November ganz bequem per Gondel. Von hier steigt man ein kurzes Stück bis zum Einstieg des Klettersteiges ab. Gut gesichert geht es entlang des Klettersteigs wieder hinauf zur Bergstation und damit zur Erfurter Hütte. Die letzte Bahn fährt um 17 Uhr, bis dahin bleibt bestimmt noch Zeit für eine deftige Jause in der Hütte.
Familienklettersteig Felix & Charlotte im Rofan, Foto: Achensee Tourismus I Climbers Paradise
Familienklettersteig „Felix & Charlotte“ im Rofan, Foto: Achensee Tourismus
  • Am Wilden Kaiser: Übungsklettersteig oberhalb der Gaudeamushütte
    Du möchtest deine Kinder behutsam ans Klettersteiggehen heranführen? Dann ist der Übungsklettersteig oberhalb der Gaudeamushütte in der Region Wilder Kaiser genau richtig: Der Eisenweg ist mit 50 Metern kurz und somit ein ideales Terrain für EinsteigerInnen, die sich in aller Ruhe an die Höhe und Ausgesetztheit von Klettersteigen gewöhnen wollen. Schließlich kann man den Steig so oft wiederholen, wie man möchte. Die „Gaudi“-Hütte, wie sie von den Einheimischen liebevoll bezeichnet wird, ist nur 20 Minuten entfernt und lädt im Anschluss zur Einkehr ein.
Am Übungsklettersteig Wilder Kaiser, Foto: Peter von Felbert I Climbers Paradise
Am Übungsklettersteig Wilder Kaiser, Foto: Peter von Felbert

d) Drahtseilakte auf der Tiroler Seite der Zugspitze

Ebenfalls eine äußerst attraktive Variante, Kinderaugen zum Strahlen zu bringen: der Besuch eines Hochseilgartens. Hier geht es nach einer ausführlichen Einweisung und gut gesichert in teils schwindelerregender Höhe über wackelige Brücken, durch Seilnetze, über Schlitten oder an Tauen kletternd über verschiedenste Hindernisse von Plattform zu Plattform. Mitten im Wald, idyllisch und naturnah ist der Kletterwald Bichlbach in der Tiroler Zugspitz Arena.

Hochseilgarte Kletterwald Bichlbach, Foto: Tiroler Zugspitz Arena I Climbers Paradise
Hochseilgarten Kletterwald Bichlbach, Foto: Tiroler Zugspitz Arena

 

2. Sport- und Alpinklettern: Herbst-Grip vom Feinsten

Klettern im Spätherbst, das hat sein ganz eigenes Flair, denn die Luft ist frisch und trocken und der Himmel klar. Dann muss man die Hände vor dem Klettern manchmal warmreiben, wohl wissend, dass der Grip am Felsen jetzt mit hoher Wahrscheinlichkeit ziemlich perfekt ist. Wir haben für dich einige grandiose Alpinrouten herausgesucht, die dank kurzer Zu- und Abstiege sowie überschaubarer Klettermeter auch im Spätherbst noch problemlos begangen werden können. Für alle Sportkletterfans haben wir natürlich auch ein paar besondere Schmankerl zu bieten, wobei auch hier das Hauptaugenmerk darauf gerichtet wurde, dass die Klettergärten im Tal oder in Talnähe liegen, sodass du maximale Zeit zum Klettern hast und dennoch bei Tageslicht wieder zurück bist.

a) Ötztal: Mehrseillängen in Längenfeld/Nösslach

Ziemlich in der Mitte des 65 Kilometer langen Ötztales liegt etwas außerhalb der Gemeinde Längenfeld eine prächtige Gneiswand mit 10 Alpinrouten (mit maximal 7 Seillängen), die mit einer West-/Südwestausrichtung sowie kurzen Zu- und Abstiegen punktet – ideal für sonnige Spätherbsttage. Derlei Routen machen schnell süchtig – gut, dass der kurze Abstieg schnell und unproblematisch verläuft, so kann man vielleicht noch eine zweite Tour angehen, wie etwa die Träumerei (6a+), die Sonnenblume (5c) oder die Strada del Sole (6b)? Egal, welche Route man wählt, pünktlich zum Sonnenuntergang steht man wieder am Parkplatz und kann die müde-gekletterten Muskeln in der nahe gelegenen Therme „Aqua Dome“ in Längenfeld herrlich entspannen.

Alpines Sportklettern im Ötztal, Foto: Michael Meisl I Climbers Paradise
Alpines Sportklettern im Ötztal, Nösslach, Foto: Michael Meisl

Alpines Sportklettern, Nösslach, Ötztal, Foto: Michael Meisl I Climbers Paradise
Chantal Gründler und Magdalena Hofner in der Route „Utopia“ (8-) in Nösslch im Ötztal, Foto: Michael Meisl

b) Steinberge: Sportklettern im Klobental

Ein bisschen Klettern, mal ganz bewusst in einem kleinen Gebiet, am liebsten ganz idyllisch, etwas versteckt gelegen, aber dennoch mit viel Sonne, die uns im Herbst nicht mehr zum Schwitzen bringt, sondern für wohlige Wärme sorgt: So einen chilligen Klettergarten kann man in der Region Steinberge im Klettergarten Klobental bei Waidring im Pillerseetal verbringen. 24 Routen von 4b bis 7c locken, der freistehende Turm sorgt für mächtig Eindruck. Ideale Voraussetzungen für einen genussvollen Klettertag, den man im Gasthof Enthgrieß ausklingen lassen kann.

c) Karres bei Imst: Sport-Klettergarten Rote Wand

Nicht umsonst gilt die Rote Wand in Karres in der Outdoorregion Imst dank der Südlage als Ganzjahresklettergebiet. Aber das mächtige Felsmassiv bietet noch so einiges mehr: Nämlich ganze 7 Sektoren und über 150 Sportkletterrouten. Der erste Sektor „Märchenwald“ ist vom gut ausgeschilderten Parkplatz am Ortsrand von Karres in 10 Minuten zu Fuß erreichbar. Die perfekt sanierten Routen warten zudem mit Längen bis zu 33 Metern auf.

Karres-Rote Wand, Günter Durner I Climbers Paradise
Karres: Rote Wand: Aussichtsreicher Klettergenuss, Foto: Günter Durner

 

3. Klettersteige: Tirols Gipfel mit viel Fernsicht genießen

Noch einmal am Drahtseil gesicherte Felswände emporklettern und die einmalige Fernsicht am Gipfel genießen. Geht das im Herbst? Ja, es geht, wenn man die Touren sorgfältig plant und sein Augenmerk auf kurze Zu- und Abstiege legt. Wir haben uns ein paar lohnende Klettersteigziele ausgesucht, die sowohl Gipfelerlebnisse mit viel Fernsicht bieten, aber auch die kurzen Tage nicht außer Acht lassen.

a) Wilder Kaiser: Klettersteig Stripsenjoch

Wer im Herbst noch einmal zu einer Hütte aufsteigen möchte, der sollte den Rucksack packen, die Klettersteigausrüstung mitnehmen und auf das Stripsenjochhaus  in der Region Kufsteinerland auf 1.577 Metern wandern. Das Haus sitzt auf dem Stripsenjoch wie ein steinerner Wächter über Wildem und Zahmem Kaiser. Der Klettersteig Stripsenjoch im Schwierigkeitsgrad C/D ist in drei Abschnitte aufgeteilt, mit Variantenmöglichkeiten. Der Steig ist südseitig ausgerichtet und somit ideal für Herbsttage. Die reine Kletterzeit beträgt ca. eine Stunde. Wer bereits am Vortag auf das Stripsenjochhaus aufgestiegen ist und dort übernachtet hat, macht sich einen gemütlichen Berg-Klettersteigtag. Wer vom Tal aus startet, ist ab der Griesner Alm in ca. 1,5 Stunden am Einstieg des Klettersteigs.

Klettersteig Stripsenjoch - Stripsenkopf, Foto: Michael Schirnhofer I Climbers Paradise
Der dritte Teil des Klettersteigs Stripsenjoch führt auf den Stripsenkopf, Foto: Michael Schirnhofer

b) Olympiaregion Seefeld: Eindrucksvolle Ausblicke am Seefelder Panorama-Klettersteig

Ein besonderes Schmankerl, das sich für den goldenen Oktober anbietet, ist die Begehung des neuen Seefelder Panorama-Klettersteigs in der Olympiaregion Seefeld. Von der 2.220 Meter hohen Seefelder Spitze genießt man traumhafte Ausblicke auf das gesamte Karwendelgebirge. Die Schwierigkeit ist mit C moderat angegeben. Insgesamt dauert die Tour rund 3 Stunden, 1,5 bis 2 Stunden sind für den Klettersteig zu veranschlagen, der Rest für Zu- und Abstieg mit Bergbahnunterstützung. Die Bergbahn hat – je nach Witterung – bis 26. Oktober geöffnet.

Klettersteig Seefelder Spitze, Foto: Hannes Mair, alpsolut I Climbers Paradise
Am aussichtsreichen Klettersteig Seefelder Spitze, Foto: Hannes Mair, alpsolut

c) Innsbruck: Wank-Klettersteig – Fulminanter Abschluss im Frühherbst

Zugegeben, der Wank-Klettersteig bei Mieming in der Region Innsbruck ist keine Tour für den Spätherbst, dafür geht es zu hoch hinaus, sind Zu- und Abstiegszeiten zu lang. Aber für den September, bei perfektem Wetter, definitiv ein äußerst lohnendes Ziel, das noch mal ordentlich Kraft und Kondition verlangt. Gilt es doch über den Grat vom Stöttltörl, 2.036 Meter, bis zur Wankspitze, 2.209 Meter, zu klettern. Das Gipfelerlebnis ist unbeschreiblich. Aber Achtung: Mit rund 6,5 Stunden Geh- und Kletterzeit ist dieser Vorschlag eine echte Tagestour und entsprechend nur mehr im Frühherbst gut zu schaffen. Man sollte sich unbedingt vorher über die aktuellen Bedingungen erkundigen und die Tour eventuell mit einer  Übernachtung im Lehnberghaus kombinieren. Auf jeden Fall eine tolle Tour, um den Sommer zu verabschieden und den Herbst zu begrüßen.

Klettersteig Wankspitze, Mieming, Foto: Günter Turner, Am Berg Verlag I Climbers Paradise
Fanatische Fernsicht von der Wankspitze, Foto: Günter Durner, Am Berg Verlag