Im Herbst, wenn die Temperaturen wieder erträglich werden in den Südwänden dieser Welt, pilgern viele Kletterer an den Gardasee für eine Portion verlängerten Sommer. Das ist eine Möglichkeit; eine andere ist es, ins Tiroler Oberland zu kommen. Denn die Region Tirol West verspricht mit ihren Klettergärten und Mehrseillängen-Touren perfekten Klettergenuss für Sonnenanbeter. Ob im Klettergarten Starkenbach oder an der Dawinspitze – eines ist gewiss: Eine Schicht Sonnencreme wird dir deine Haut danken. Wir stellen vor: Best of the West!

Stimmt die Motivation, dann ist Vieles möglich. Hier im Klettergebiet Starkenbach, Ferienregion Tirol West. Foto: Michael Meisl | Climbers Paradise

Perfekter, südseitig ausgerichteter Kalk im Klettergebiet Starkenbach, Ferienregion Tirol West, Foto: Michael Meisl

Best of Sportklettern: Affenhimmel/Starkenbach

Ob auch Affen in den Himmel kommen? Bestimmt, und im Tiroler Oberland geht das ganz besonders einfach: Ein paar Minuten zu Fuß, und schon ist man da, im Affenhimmel. Bananen wird man zwar keine finden, dafür aber eine fast endlos erscheinende Anzahl an Kletterrouten, über 300 nämlich, die allermeisten davon im sechsten und siebten Schwierigkeitsgrad. Man muss aber nicht bis zum Jenseits warten, um mit dem Abknipsen der Routen anzufangen: Lieber hier und jetzt, denn der Affenhimmel ist genau genommen nur einer der insgesamt 15 Sektoren im Klettergebiet Starkenbach, hat sich aber unter den Locals als Bezeichnung für das ganze Gebiet durchgesetzt. Wohl weil’s so schön ist, im Himmel.

Frühlingsklettern im Klettergarten Starkenbach in der Ferienregion TirolWest, Foto: Simon Schöpf | Climbers Paradise

Ein Himmel für Affen: Der Klettergarten Starkenbach in der Ferienregion Tirol West, Foto: Simon Schöpf

In Starkenbach lohnt es sich auch, den 80-Meter-Strick einzupacken: Einige der Routen sind bis zu 40 Meter lang, schier endlose Ausdauerhämmer. Insgesamt dominiert eher plattige, technisch herausfordernde Kletterei, mit der Ausnahme des Sektors Herbstwind: Hier ist der Bizeps gefragt, stark überhängende Routen in den oberen Schwierigkeitsbereichen sind angesagt.

Zustieg & Topos: Klettergarten Starkenbach, Tirol West

Best of Mehrseillängen: Dawinspitze

Die sieben Routen an der Dawinspitze. Foto: Barbara Pöll

Die sieben Routen an der Dawinspitze. Foto: Barbara Pöll

Sieben traumhafte Routen bekommt man hier für den gut zweistündigen Zustieg zu haben: An der Dawinspitze dominiert feinster Rätkalk. Florian Schranz hat hier mit seinen Freunden ordentlich Hand angelegt und insgesamt 7 anspruchsvolle Mehrseillängenrouten erschlossen, „Symphonie in Stein“, „Z’wider Wurz“, oder „Mona Lisa“ heißen. Von 7- bis 9 ist man hier dabei! Der Zustieg erfolgt über die Augsburger Hütte, die sich natürlich auch ideals als Basislager oder Einkehrmöglichkeit für den Kaiserschmarrn danach anbietet.

Topo & Zustieg: Bockgartenköpfe, Dawinspitze

Best of Klettersteig: Steinsee-Klettersteig (B/C)

Die Steinseehütte in der Ferienregion Tirol West. Foto: Simon Schöpf | Climbers Paradise

Die Steinseehütte als idyllisches Basislager für die Klettereien und den Steinsee-Klettersteig, Foto: Simon Schöpf

Unterwegs im herrlichen Kalk der Lechtaler Alpen: Der Steinsee-Klettersteig ist ein Landschaftsgenuss, das Gebiet um die charmante Steinseehütte mit dem dazugehörigen See ist immer einen Besuch wert. Das kühle Nass wird man an dieser Via Ferrata allerdings erst einmal nur von oben betrachten: Der Anstieg führt bis kurz unter den Gipfel der Steinkarspitze (2.650 m). Von dort muss man dann aber nochmal eine gute Stunde für den Abstieg einrechnen. Dafür belohnt einen der Hüttenwirt Buggy auf der Steinseehütte mit lokalen, frischen Köstlichkeiten. Insgesamt ein ausgefüllter Bergtag!

Zustieg & Topo: Steinsee-Klettersteig (B/C), Tirol West