Share:Facebook

Nur für Hartgesottene! Mixedklettern am Lüsener Fernerkogel (3.298 m) - "Nordwandgully"

Ein Mixed-Kletterabenteuer im Herz der Alpen

Wir befinden uns in der Region „Innsbruck“, genauer im Sellraintal. Der markante Gipfel des Lüsener Fernerkogels ist bei uns eher bekannt als eine lange Skitour auf den schönsten Gipfel in den Sellrainer Bergen. Fährt man durch das Sellraintal bis nach Grieß, sieht man am Taleingang Richtung Lüsens die mächtige Pyramide des 3.298 m hohen Lüsener Fernerkogel besonders schön. Exakt 1.656 Höhenmeter sind es vom Ausgangspunkt bis zum Gipfel.

Für das heutige Unternehmen haben wir aber unsere Skier gezwungener Maßen wegen Schneemangels zu Hause gelassen, anderseits aber auch wegen der zu erwartenden Schwierigkeiten. Unser Ziel ist der Nordwandgully, der erst kürzlich von Simon Messner und  Philipp Brugger erstbegangen wurde. Die gesamte Tour über den Gipfel und wieder hinunter zum Ausgangspunkt erfordert gute Kondition und alpinistisches Können. Je nach Verhältnisse, sollten schon ca. 12 Stunden eingeplant werden, denn die kalten Nächte laden nicht gerade zum Notbiwakieren ein.

 

 

Jochen und ich starteten um 4 Uhr früh von Lüsens. Bereits beim flachen und voll vereisten Weg bis zur Abzweigung wären manchmal die Steigeisen von Vorteil gewesen. Nach der Längenfelder Alm Richtung Westfahlenhaus ging es dann links über Blockgelände mühsam bis zum Einstieg. Knapp drei Stunden waren bereits vergangen und wir adjustierten uns für den anspruchsvolleren Weiterweg. Seillänge um Seillänge ging es im Eisgully recht flott nach oben, bis wir die  Schlüsselseillänge erreichten. Eine Seilschaft mühte sich gerade in dieser ab und wir konnten uns eine kurze Verschnaufpause gönnen. Zwei fixe Sicherungspunkte waren nicht gerade üppig für die knapp 30 m, aber es gibt ja noch mobile Sicherungsmittel.

 

 

So jetzt lag es an mir: Die ersten Meter im Mixed Gelände gingen noch recht problemlos und auch die zwei Haken schauten vertrauenserweckend aus. Der folgende Quergang hatte es im Anfangsbereich aber schon in sich, für die Steigeisen findet man auf der glatten Platte nicht gerade traumhaften Halt, insbesondere deswegen, weil die Monozacksteigeisen hier schon um einiges besser wären; aber man sollte den Vorteil des Monozacken nicht überbewerten, haha!

Wichtig war es, jetzt die Pickel exakt zu verankern um dann mit einem beherzten Zug die weiteren Hooks anvisieren. Gut 5 m vom letzten Haken konnte ich wieder einen vernünftigen  Friend legen und weiter ging´s in diffiziler Kletterei. Nach mehreren Metern fand ein kleiner Friend wieder einen geeigneten Platz und bald konnte ich am Stand einhängen. Ein Abgang im Quergang vor der Sicherung ist nicht ganz gesund und sollte vermieden werden. Jochen der alte Fuchs tänzelte in sauberer Manier die Seillänge nach oben, hier sollte der Nachsteiger  schon eher auch mit diesem Gelände vertraut sein sonst fliegt er beim  Quergang eben in die  andere Richtung. Nach einer weiteren Länge konnten wir nun das Seil ablegen. Die Spannung ließ langsam nach und weiter ging´s gemütlich über steile Schneefelder zum Nordgrat und anschließend weiter zum Gipfel.

 

 

Leider lud der kalte Wind am Gipfel nicht gerade ein, länger zu verweilen und bald entschlossen wir uns, auf der Skiroute abzusteigen. Nach weiteren drei Stunden erreichten wir zufrieden und wohlbehalten unseren Ausgangspunkt. Im Speziellen sollte man auch diesen Abschnitt  nicht unterschätzen, denn immer wieder müssen steile Eisfelder und unangenehmes Blockwerk mit wenig Schneeüberdeckung überwunden werden. Alles in allem eine sehr tolle Tour um sich auf größere Unternehmungen in den Westalpen vorzubereiten.

Eine Besonderheit wäre wohl noch wenn bei geeigneten Verhältnisse eine Begehung mit Skiern. Bei der Mixed-Länge müsste man diese eventuell aufziehen – oder auch nicht! Viele Seilschaften seilten leider nach den Hauptschwierigkeiten wieder ab, aber diese Option sollte man nur machen, wenn es zeitmäßig eng wird. Zu schön ist das Gesamterlebnis in diesem wunderschönen Teil Tirols!

App downloaden

Climbers Paradise APP

Mit der Climbers Paradise Tirol-App bekommt ihr alle Informationen zu den 16 Top Spots im Climbers Paradise Tirol bequem aufs Handy geliefert. 

Wer zum Klettern oder Bouldern nach Tirol kommt, braucht auch eine Unterkunft. Auf der Plattform findet ihr über 30 Wohnmöglichkeiten – vom Campingplatz oder Privatzimmer bis hin zum 5-Sterne-Hotel. Und allerorts heißt es: “Climbers welcome!“

Die Bergwelt in Tirol bietet alles, was man sich für einen perfekten Urlaub wünschen kann – mit Climbers Paradise Tirol habt ihr alles im Blick.

Jetzt downloaden