Share:Facebook

Chinesische Mauer 2.0

Eines der berühmtesten Klettergebiete in Nordtirol, die Chinesische Mauer ist in die Jahre gekommen. Viele der Touren wurden in den 80ern erschlossen und seitdem nicht mehr saniert. Eine lokale Kletterszene am Seefelder Plateau gab es für lange Zeit nicht, die sich um den Klettergarten kümmerte.

Mit den Mauerfix, die sich 2015 als Ortsgruppe des Alpenvereins formierte, gibt es nun eine Community, die sich für die Mauer einsetzt und die nötigen finanziellen Mittel aufgetrieben hat, um eine breite Sanierung des Klettergebietes zu realisieren. Der TVB Olympiaregion Seefeld steht voll hinter dem Projekt. Die Zusammenarbeit zwischen TVB und Mauerfix ist vorbildhaft und auch mit den Jägern ist man sich in den meisten Belangen, zumindest was die Chinesische Mauer betrifft, einig.

Die Chinesische Mauer verfügt über 7 Sektoren mit insgesamt ca. 180 Routen. Viele der älteren Routen gehen auf das Konto von Reinhold Scherer, Bernhard Prommer, Hangl Bernhard und Heinz Zak. Ein stiller Erschließer, der keinen großen Wirbel um seine Person macht ist Arthur Wutscher. Der hauptberufliche Ofensetzer aus Telfs zählt auch heute noch zu den aktivsten Erschließern auf der Chinesischen Mauer und ist ein Spezialist für technische schwierige Wandklettereien. Vor allem in den oberen Sektoren wie den Streifen hat sich in den letzten Jahren noch viel getan. Ein nicht unbekannter Name, über den man immer wieder stolpert ist Markus Haid aus dem Ötztal. Bekannt durch die Erschließung des Gebietes Piburger See und Niederthai hat auch er seine Spuren an der Mauer hinterlassen, ebenfalls in den Sektoren rund um die Streifen und Dächer.

 

Wilde Mändle (7a) im Sektor Hongkong.

 

Hoch über dem Samuraisektor thront ein weit ausladendes Dach mit fixen Schlingen. Nur selten sieht man Kletterer, die sich die Mühe antun und die modernen Testpieces von Much Mayr und Jorg Verhoeven probieren. Mit „The great gig in the sky“ 8c und „The dark side“ 8c+ hat die Chinesische Mauer auch für sehr starke Kletterer etwas zu bieten. Nun gut, sehr stark ist natürlich relativ aber die harte Bewertung der Mauer und der teils unübersichtliche Fels machen die Mauer schon zu etwas Besonderem. Mit Kraft alleine kommt man maximal im Hauptsektor noch die ein oder andere Tour rauf. Hangl Benni Jr. bewies dies mit der Begehung von Shir Khan (7c) mit Turnschuhen. Spätestens wenn´s dann aber in die grauen, gefinkelten Platten geht, nützt Bizepspower alleine nicht mehr viel.

 

Seit 2017 gibt´s neue Fixschlingen im Hauptsektor.

 

Bei der Sanierung des Hauptsektors fällten die Mauerfix den Baum neben der Route Hanuman, um ein unkontrolliertes Umfallen des bereits maroden Stammes vorzubeugen. Der freie Platz zwischen den beiden Routen Hanuman und Link the Butler wurde sogleich genutzt, um noch eine Linie durch die wasserzerfressenen Löcher zu realisieren. Ein weiteres Mauerjuwehl, die „Flühlingslolle“ 7c+  von Thomas Wanner wurde geboren und freut sich auf viele Begehungen.

Viele Begehungen würde sich die Route „Mister Miyagi“ (8b) wünschen. Die kurze, knackige Route von Patrick Trois im Hauptsektor lässt jedes Boulderherz höher schlagen und ist seit dem Ausbrechen eines Untergriffes noch ein Stück schwerer.

 

Bernie Ruech in Puls 2000 (7c+).

 

Die Sanierungswelle durch die Mauerfix geht jedenfalls weiter. Bis zum Herbst 2017 will die Gruppe alle Routen (1. Seillängen) im Hauptsektor, Dodlwand und Samuraisektor abgeschlossen haben. Der Sektor Hongkong steht dann im Verlauf des Herbsts am Programm. Für 2018 nimmt man sich dann die restlichen Sektoren vor, wobei die Zwischenhaken durchwegs gut sind. Meistens sind es die Stände, die zu wünschen übriglassen und erneuert werden müssen. Altes, gefährliches Hakenmaterial wird bei der Sanierung ebenfalls entfernt und durch neue Austrialpin Fixschlingen mit Stahlkarabiner ersetzt. Klassische Routen wie die Caramba, Shir Khan oder Pistolero wurden mit einigen Fixschlingen ausgestattet, da die Touren sehr populär sind und das Reinhängen der Schlingen oft mit sehr viel Mühen verbunden ist.

App downloaden

Climbers Paradise APP

Mit der Climbers Paradise Tirol-App bekommt ihr alle Informationen zu den 16 Top Spots im Climbers Paradise Tirol bequem aufs Handy geliefert. 

Wer zum Klettern oder Bouldern nach Tirol kommt, braucht auch eine Unterkunft. Auf der Plattform findet ihr über 30 Wohnmöglichkeiten – vom Campingplatz oder Privatzimmer bis hin zum 5-Sterne-Hotel. Und allerorts heißt es: “Climbers welcome!“

Die Bergwelt in Tirol bietet alles, was man sich für einen perfekten Urlaub wünschen kann – mit Climbers Paradise Tirol habt ihr alles im Blick.

Jetzt downloaden